Führungsstab übt Großschadenslage

bei Georg Kost

38 Einsatzkräfte simulieren komplette Bandbreite eines Waldbrandes

Der Führungsstab des Enzkreises bestehend aus Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen, ergänzt durch Fachberater der
Bundeswehr und Vegetationsbrand-Experten von @fire, koordinierten das Großschadenereignis. Foto: LRA Enzkreis

ENZKREIS, 13.11.2022 (enz) – Vom Grösseltal frisst sich ein Waldbrand über Nacht unerbittlich hoch nach Waldrennach – dann dreht der Wind, und es müssen in Engelsbrand das Fachpflegeheim sowie die umliegenden Wohnhäuser geräumt werden.
Was in der Realität kein Mensch erleben will, war am Samstag das Übungsszenario für den Führungsstab des Enzkreises.
Mit 38 Einsatzkräften aus Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen, ergänzt um Fachberater der Bundeswehr und Vegetationsbrand-Experten von @fire, musste der Stab sechs Stunden lang Informationen sammeln, ein Lagebild erstellen und alle notwendigen Maßnahmen einleiten. Dabei ging es um die komplette Bandbreite dessen, was bei einem großen Waldbrand nötig werden kann.
Angefangen von der eigentlichen Brandbekämpfung – laut Übungsszenario durch den ausgetrockneten Grösselbach und niedrigen Wasserstand der Enz erschwert – über die Warnung der Bevölkerung bis hin zur Räumung des Heims, gab es völlig unterschiedliche Tätigkeiten zu koordinieren. Hausmeister von Hallen mussten ausfindig gemacht werden, damit Anlaufpunkte für die Betroffenen oder Verpflegungsstellen für Einsatzkräfte geschaffen werden konnten.

Lageplane des Übungsgeländes. Foto: LRA Enzkreis

Für den Transport von Heimbewohnern mussten dutzendweise Kleinbusse und Krankenwagen beigebracht werden.
THW und Bundeswehr kümmerten sich mit mobilen Tankstellen um die Versorgung von Löschfahrzeugen und Pumpen, die im Gelände rund um die Uhr im Einsatz waren.
Dazu kamen die Suche nach Vermissten und die Rettungsmaßnahmen, nachdem eins der Löschfahrzeuge im Hang abgestürzt war.

Der Führungsstab simulierte, dass er zwischenzeitlich bis zu 980 Einsatzkräfte mobilisierte, die das Feuer von mehreren Seiten in die Zange nahmen und die betroffenen Einwohner aus dem Gefahrenbereich brachten.
Unterstützung kam auch aus der Luft: mit der Drohne des Enzkreises für den besseren Überblick, mit einem Polizeihubschrauber zur Personensuche und mit weiteren Hubschraubern der Bundeswehr zur Brandbekämpfung.

Das Szenario eines bedrohlichen Waldbrands hatte die Übungsleitung bewusst gewählt, weil ausgedehnte Vegetationsbrände in den vergangenen Jahren auch in Deutschland immer wieder großflächig wüteten. Trockene Wälder in hügeliger Lage bieten auch im Enzkreis genügend Gefahrenpotenzial, so dass sich die Übungsteilnehmer sehr gut in die angenommene Lage versetzen konnten.