Zwischen Beruf, Familie und Blaulicht

Ehrenamtliche Feuerwehr unter zunehmendem Personaldruck

bei Georg Kost

Neuhausens Feuerwehrkommandant Carsten Kern und Abteilungskommandant Dominik Buchinger (v.l.n.r) ziehen Bilanz des vergangenen Jahres. Archivfoto: Georg Kost

NEUHAUSEN-SCHELLBRONN, 21.01.2026 (rsr) – Wenn es brennt, Menschen in Not geraten oder technische Hilfe gefragt ist, zählt jede Minute – und der Einsatz von Frauen und Männern, die dieses Engagement ehrenamtlich leisten. Dass dieses System funktioniert, ist keine Selbstverständlichkeit mehr.
Wie anspruchsvoll und zugleich unverzichtbar die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr ist, wird sich am Freitag bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Neuhausen, Abteilung Schellbronn zeigen.

Vor Vertretern des Gemeinderats, dem stellvertretenden Bürgermeister Jochen Duczek sowie Feuerwehrkommandant Carsten Kern wird Abteilungskommandant Dominik Buchinger eine umfassende Bilanz des vergangenen Jahres ablegen. Im Mittelpunkt steht dabei das Einsatzgeschehen der ehrenamtlichen Helfer – und die Frage, wie sich die Feuerwehr angesichts sich verändernder Rahmenbedingungen personell für die Zukunft aufstellen kann.

Die Abteilung Schellbronn zählt derzeit 32 Mitglieder, davon 22 in der Einsatzabteilung, vier in der Altersabteilung und sechs in der Jugendfeuerwehr. Mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren ist die Einsatzmannschaft vergleichsweise jung. Dennoch rechnet die Abteilungsführung für das Jahr 2026 mit leicht rückläufigen Personalzahlen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Mitgliedergewinnung zunehmend an Bedeutung, ausdrücklich auch für Quereinsteiger ohne feuerwehrtechnische Vorerfahrung.
Buchinger wird in diesem Zusammenhang auf moderne und flexible Ausbildungsmodelle verweisen, die sich heute deutlich besser mit Berufs- und Familienleben vereinbaren lassen. So könne die Grundausbildung beispielsweise auch in einem 14-tägigen Vollzeitlehrgang absolviert werden. „Die Feuerwehr ist mehr denn je etwas für jedermann“, betont der Abteilungskommandant und macht deutlich, dass Engagement nicht an starre Zeitmodelle gebunden sein muss.

Im Jahr 2025 wurde die Feuerwehr in der Gesamtgemeinde zu 28 Einsätzen alarmiert, an 15 davon war die Abteilung Schellbronn beteiligt. Neun Brandeinsätze und sechs technische Hilfeleistungen verlangten der Mannschaft Fachwissen, Routine und Belastbarkeit ab. Hinzu kamen neun Brandwachen bei öffentlichen Veranstaltungen, darunter beim Gemeindejubiläum und bei mehreren Faschingsveranstaltungen.

Besonders herausfordernd waren zwei schwere Arbeitsunfälle – einer mit einer Kettensäge, ein weiterer mit einer in einer Maschine eingeklemmten Person – sowie ein Wohnungsbrand in Neuhausen. In diesem Zusammenhang wird Buchinger die hohe Schutzwirkung der neuen Einsatzkleidung hervorheben und seinen Dank dem Gemeinderat aussprechen für diese wichtige Investition in die Sicherheit der Einsatzkräfte.

Auch wenn das Einsatzjahr insgesamt etwas ruhiger verlief, blieb die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr konstant hoch. Ein zentraler Schwerpunkt lag erneut auf Ausbildung und Übung. Insgesamt 22 Übungen sowie zahlreiche Lehrgänge und Fortbildungen wurden absolviert. Rund 1.400 Stunden investierten die Mitglieder allein in ihre Aus- und Weiterbildung, um jederzeit professionell Hilfe leisten zu können.

Neben dem Einsatzdienst pflegte die Abteilung auch das kameradschaftliche Miteinander und den Kontakt zur Bevölkerung. Veranstaltungen wie das Maibaumstellen, eine After-Work-Party am Günter-Holzhauer-Pavillon, das Sommerfest anlässlich des 50-jährigen Gemeindejubiläums sowie die Bewirtung der Niko-Aktion der Jugendfeuerwehr trugen wesentlich zur Gemeinschaftspflege bei.

Mit Blick auf das Jahr 2026 stehen neben Einsätzen und Übungen mehrere Veranstaltungen sowie die Weiterentwicklung von Ausstattung und Infrastruktur an. Gleichzeitig will die Abteilung Schellbronn ihre Anstrengungen zur Mitgliedergewinnung weiter verstärken.
Ziel bleibt es, auch künftig zuverlässig und professionell Hilfe leisten zu können – getragen von Menschen, die bereit sind, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.