
Bereits abgeschlossen ist die gemeinsame Maßnahme an der K 1061 zwischen Tiefenbronn-Lehningen und Weil der Stadt-Hausen. Archivbild: Georg Kost
KREIS BÖBLINGEN, 14.09.2026 (rsr/pm) – Von der Ortsdurchfahrt in Weil der Stadt-Merklingen bis zum Radweg nach Tiefenbronn-Lehningen: Der Landkreis Böblingen arbeitet an zahlreichen Projekten für eine bessere und sicherere Verkehrsinfrastruktur. Rund acht Millionen Euro stehen dafür 2026 zur Verfügung.
Straßen werden saniert, Radwege ausgebaut und Lücken im Verkehrsnetz geschlossen: Im Landkreis Böblingen sind auch in diesem Jahr zahlreiche Projekte in Arbeit. Besonders sichtbar ist dies in Weil der Stadt-Merklingen, wo die Sanierung der K 1014 weiterläuft. Auch die Radwegeverbindung zwischen Rutesheim und Weissach-Flacht soll einen wichtigen Schritt vorankommen. Bereits abgeschlossen ist dagegen die gemeinsame Maßnahme an der K 1061 zwischen Weil der Stadt-Hausen und Tiefenbronn-Lehningen.
Insgesamt stehen dem Landkreis 2026 rund acht Millionen Euro für Straßen und Radwege zur Verfügung. Davon sind rund vier Millionen Euro für Neu- und Ausbauprojekte sowie etwa drei Millionen Euro für die Erhaltung der Kreisstraßen vorgesehen. Unterstützt wird der Landkreis dabei durch Fördermittel von Bund und Land.
„Wir investieren dort, wo es für die Menschen im Landkreis konkret spürbar wird: in sichere Straßen, in den Erhalt unserer Infrastruktur und in durchgängige, alltagstaugliche Radverbindungen“, erklärt Landrat Roland Bernhard. Dabei gelinge es immer wieder, die verfügbaren Fördermittel von Bund und Land auszuschöpfen und damit den Kreishaushalt zu entlasten.
Ortsdurchfahrt Merklingen wird neu gestaltet
In Weil der Stadt-Merklingen laufen die Arbeiten an der K 1014. Die rund 1,3 Kilometer lange Ortsdurchfahrt wird gemeinsam mit der Stadt erneuert. Gleichzeitig soll die bisher problematische Kurvensituation im Bereich des Rathauses verbessert werden. In der Bühlstraße ist auf der Steigungsstrecke außerdem ein Schutzstreifen für den Radverkehr vorgesehen. Begonnen hatten die Arbeiten bereits im Mai 2025. Die Fertigstellung ist noch für dieses Jahr vorgesehen.
Auch zwischen Rutesheim und Weissach-Flacht soll sich für Radfahrer künftig einiges verbessern. Entlang der K 1017 ist der bestehende Radweg abschnittsweise zu schmal. Er soll deshalb verbreitert werden. Zusätzlich ist eine neue Querungshilfe vorgesehen. Auch die Straßenentwässerung im Wasserschutzgebiet muss erneuert werden.
Nach einer langjährigen Planungs- und Fördermittelphase ist das Projekt nun entscheidend vorangebracht worden. Die Investitionskosten liegen bei rund 3,1 Millionen Euro, davon werden inzwischen rund 2,3 Millionen Euro durch Fördermittel von Bund und Land abgedeckt. Die Ausschreibung soll im Herbst 2026 erfolgen. Vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistags zur Vergabe sollen die Bauarbeiten möglichst im Frühjahr beginnen.
Neue Verbindung nach Tiefenbronn bereits fertig
Schon abgeschlossen ist dagegen ein Projekt, das für die Verbindung zwischen dem Landkreis Böblingen und dem Enzkreis von Bedeutung ist. Bereits im November 2025 wurde die K 1061 zwischen Weil der Stadt-Hausen und Tiefenbronn-Lehningen für den Verkehr freigegeben.
Die Kreisstraße wurde gemeinsam mit dem Enzkreis ausgebaut. Gleichzeitig entstand eine neue straßenbegleitende Geh- und Radwegeverbindung. Die Gemeinschaftsmaßnahme wurde unter Federführung des Landkreises Böblingen umgesetzt.
Damit ist zwischen Hausen und Lehningen nicht nur die Straßenverbindung erneuert, sondern zugleich eine neue Möglichkeit für den Rad- und Fußverkehr geschaffen worden.
Rund acht Millionen Euro für Straßen und Radwege
Der Landkreis ist für rund 280 Kilometer Kreisstraßen mit den zugehörigen Radwegen verantwortlich. Hinzu kommt die laufende Unterhaltung von insgesamt rund 560 Kilometern Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Dafür sind die Straßenmeistereien in Magstadt und Herrenberg zuständig.
Zum Straßenbetriebsdienst gehören unter anderem Winterdienst, Gehölzpflege, Mäharbeiten, Reinigung und die Unterhaltung der Verkehrsausstattung. Hinzu kommen notwendige Sofortmaßnahmen, wenn es um die Verkehrssicherheit geht. Auch Schutzplanken, Beschilderungen, Brücken, Regenklärbecken und weitere Ingenieurbauwerke werden regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf instandgesetzt.
Zu den größeren abgeschlossenen Straßenbauprojekten gehört die Sanierung der K 1062 zwischen Weil im Schönbuch und der Kreisgrenze in Richtung Dettenhausen. Auf rund 1,7 Kilometern wurde die Fahrbahn erneuert. In einem besonders geschädigten Hangbereich musste auf etwa 100 Metern auch der komplette Straßenunterbau ausgetauscht und eine neue Drainage eingebaut werden. Die rund 1,6 Millionen Euro teure Maßnahme wurde Anfang Juli und damit früher als ursprünglich geplant abgeschlossen.
Ebenfalls fertiggestellt sind die Arbeiten an der K 1064 in der Ortsdurchfahrt Grafenau-Döffingen sowie die Gemeinschaftsmaßnahme an der K 1048 in der Ortsdurchfahrt Neuweiler. In Neuweiler wurden neben der Kreisstraße unter anderem Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert und Bushaltestellen barrierefrei umgebaut.
Mehr Platz und bessere Verbindungen für Radfahrer
Auch beim Radverkehr geht es an mehreren Stellen voran. Zwischen Aidlingen und Deufringen wurde der Geh- und Radweg entlang der K 1066 auf rund 600 Metern verbreitert. Zusätzlich wurden Querungssituationen verbessert. Die Arbeiten waren bereits im Sommer 2025 abgeschlossen worden. Bund und Land steuerten rund 670.000 Euro Fördermittel bei.
Im Juli wurde außerdem der neue Geh- und Radweg zwischen Aidlingen und Dagersheim freigegeben. Die rund 370 Meter lange Verbindung schließt eine Lücke im Radwegenetz. Die bisherige Führung am Waldrand wies eine Steigung von bis zu 17,5 Prozent auf. Die neue Trasse unmittelbar entlang der K 1066 kommt mit maximal rund 7,5 Prozent aus. Das Projekt kostet rund eine Million Euro und wird mit rund 960.000 Euro von Bund und Land gefördert.
Ein weiteres großes Radverkehrsprojekt ist die Radschnellwegbrücke des RS 1 über die K 1057 bei Böblingen. Seit der Freigabe im Juli 2025 kann die stark befahrene Panzerstraße kreuzungsfrei überquert werden. Die rund 200 Meter lange Brücke weist maximal fünf Prozent Steigung auf. Die Baukosten beliefen sich auf rund 5,8 Millionen Euro und wurden zu einem großen Teil durch Fördermittel von Bund und Land finanziert.
Auch die Beschilderung des Radverkehrsnetzes ist inzwischen landkreisweit erneuert. Rund 4.000 neue Wegweiser wurden montiert. Die Arbeiten begannen im Frühjahr 2025 und konnten im Mai 2026 abgeschlossen werden.
Für die kommenden Jahre bildet die im Dezember 2025 beschlossene Fortschreibung der Radverkehrskonzeption die Grundlage. Dafür wurde ein mehr als 1.000 Kilometer umfassendes kreisweites Netz untersucht. In einem Maßnahmenkataster wurden mögliche Verbesserungen und Handlungsbedarfe erfasst. In die Planung flossen auch Hinweise der Bürgerinnen und Bürger ein. Über die digitale Beteiligung gingen 1.637 Anregungen ein.
Parallel werden die Planungen für die drei Radschnellwegachsen RS 1, RS 17 und RS 18 weiter vorangetrieben. Noch in diesem Jahr könnte zudem die Sanierung und der Ausbau der K 1031 zwischen Sindlingen und Nebringen beginnen. Auf rund 1,8 Kilometern soll die Kreisstraße grundhaft erneuert werden. Gleichzeitig ist ein rund 1,1 Kilometer langer straßenbegleitender Geh- und Radweg vorgesehen. Voraussetzung sind ein wirtschaftliches Ausschreibungsergebnis und die Zustimmung des Kreistags zur Vergabe.
Auch der Lückenschluss der B 295/B 464 bei Renningen bleibt auf der Agenda des Landkreises. Landrat Roland Bernhard hatte dazu im Mai das Regierungspräsidium Stuttgart und die betroffenen Kommunen zu einem Runden Tisch eingeladen. Das Regierungspräsidium will die bestehende Planung mit hoher Priorität fortsetzen und im Herbst einen aktualisierten Zeitplan vorlegen. „Der Lückenschluss ist eines der wichtigsten Verkehrsprojekte im Landkreis. Entscheidend ist jetzt, dass die abgestimmte Planung ohne weitere Verzögerungen vorangebracht wird“, so Bernhard.
