
Screenshot Veranstaltungsflyer CDU Tiefenbronn
TIEFENBRONN, 14.09.2026 (rsr) – Politische Entscheidungen in Berlin und Stuttgart wirken oft weit entfernt – ihre Folgen sind für die Menschen vor Ort dagegen unmittelbar spürbar. Steigende Kosten, Belastungen für kommunale Haushalte, die Situation von Familien und Unternehmen, Infrastruktur und Verkehr oder die Frage, wie leistungsfähig Staat und Verwaltung künftig noch sein können: Viele Bürgerinnen und Bürger erwarten von der Politik konkrete Antworten und nachvollziehbare Entscheidungen.
Unter dem Titel „Bürger fragen… Politik antwortet“ lädt der CDU-Ortsverein Tiefenbronn am Donnerstag, 17. September, um 18.30 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in die Gemmingenhalle nach Tiefenbronn ein.
Im direkten Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern stehen Gunter Krichbaum, Mitglied des Deutschen Bundestages, und Nico Gunzelmann, Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg.
Im Mittelpunkt soll die Frage stehen, was die Menschen vor Ort bewegt. Welche politischen Entscheidungen werden in Berlin und Stuttgart getroffen und welche konkreten Auswirkungen haben sie auf den Alltag? Wo besteht aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger Handlungsbedarf? Die Veranstaltung soll Raum geben, diese Fragen unmittelbar an die politischen Vertreter zu richten.
Die Veranstaltung lebt deshalb von den Fragen aus dem Publikum. Ob es um die wirtschaftliche Entwicklung, die Situation der Kommunen, Infrastruktur und Verkehr, Energie und bezahlbaren Wohnraum, innere Sicherheit, Bildung, Migration, Europa oder die Zukunft des ländlichen Raums geht: Bei vielen dieser Themen liegen politische Entscheidungen und persönliche Lebenswirklichkeit unmittelbar beieinander. Umso wichtiger ist es, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Erwartungen, aber auch ihre Kritik direkt an die politischen Vertreter richten können.
Die CDU Tiefenbronn möchte mit der Veranstaltung eine Plattform schaffen, auf der Politik und Bürgerschaft unmittelbar miteinander ins Gespräch kommen. „Wir möchten einen Abend anbieten, an dem die Bürgerinnen und Bürger nicht einfach nur zuhören, sondern selbst zu Wort kommen. Politik lebt vom Dialog. Deshalb sind alle Fragen willkommen – auch kritische“, so der Vorsitzende der CDU Tiefenbronn, Stefan Kunle, im Vorfeld der Veranstaltung.
Vertrauen in die Politik steht auf dem Prüfstand
Gerade dieser Anspruch wird entscheidend dafür sein, wie viel von einem solchen politischen Dialog tatsächlich bei den Menschen ankommt. Denn der Vertrauensverlust gegenüber der Politik lässt sich längst nicht mehr als vorübergehende Unzufriedenheit einzelner Bevölkerungsgruppen abtun. Viele Menschen haben das Gefühl, mit ihren konkreten Sorgen, finanziellen Belastungen und Erwartungen politisch nicht mehr ausreichend wahrgenommen zu werden. Sie erleben Entscheidungen, die ihren Alltag unmittelbar betreffen, während politische Debatten aus ihrer Sicht häufig weit von der eigenen Lebenswirklichkeit entfernt geführt werden.
Die Folge ist ein wachsender Abstand zwischen Bürgerschaft und Politik. Was lange als Protestwahl oder politischer Denkzettel interpretiert wurde, ist bei einem Teil der Wählerinnen und Wähler offenbar zu einer dauerhaften politischen Haltung geworden. Wer sich über Jahre nicht gehört oder vertreten fühlt, kehrt nicht zwangsläufig zur bisherigen politischen Mitte zurück. Enttäuschung kann sich verfestigen, Vertrauen kann verloren gehen – und damit verändern sich auch politische Mehrheiten.
Diese Entwicklung sollte die Politik ernst nehmen. Denn es reicht nicht, über den Erfolg anderer politischer Kräfte zu sprechen oder Wählerinnen und Wähler für ihre Entscheidung zu kritisieren. Ebenso notwendig ist die Frage, warum Menschen das Vertrauen in etablierte Parteien und ihre Vertreter verlieren. Geht es um politische Inhalte, konkrete Entscheidungen, mangelnde Nachvollziehbarkeit, fehlende Bürgernähe oder um das Gefühl, dass die tatsächlichen finanziellen und gesellschaftlichen Belastungen vor Ort nicht ausreichend berücksichtigt werden?
Gerade an diesem Punkt bekommt die Veranstaltung in Tiefenbronn ihre besondere Bedeutung. Wenn Politik den Anspruch erhebt, die Menschen zu vertreten, muss sie sich auch den Fragen und dem Unmut jener stellen, die sich von ihr nicht mehr vertreten fühlen. Kritische Nachfragen sollten dabei nicht als Störung verstanden werden, sondern als notwendiger Bestandteil demokratischer Auseinandersetzung.
Dabei richtet sich die Veranstaltung ausdrücklich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger – unabhängig von einer Parteimitgliedschaft. Das gilt auch für diejenigen, die politischen Entscheidungen kritisch gegenüberstehen oder sich von etablierten Parteien inzwischen abgewandt haben. Gerade sie sollten die Möglichkeit nutzen, ihre Fragen unmittelbar an die Vertreter der Bundes- und Landespolitik zu richten.
Denn Demokratie lebt nicht davon, dass Bürgerinnen und Bürger lediglich alle paar Jahre ihr Kreuz machen. Sie lebt ebenso vom Austausch zwischen Wahlen, von Kontrolle, Widerspruch und der Bereitschaft der Politik, sich mit den tatsächlichen Problemen der Menschen auseinanderzusetzen. Wer Vertrauen zurückgewinnen möchte, muss deshalb auch bereit sein, unbequeme Fragen auszuhalten.
Die Podiumsdiskussion in Tiefenbronn kann dafür eine Gelegenheit bieten. Nicht allein die Antworten der Politiker werden entscheidend sein, sondern auch die Fragen, die ihnen gestellt werden. Wo politische Entscheidungen auf die Lebenswirklichkeit der Bürgerinnen und Bürger treffen, darf kritisch nachgefragt werden – sachlich, konkret und ohne Scheu vor unbequemen Themen.
Beginn der Veranstaltung „Bürger fragen… Politik antwortet“ ist am Donnerstag, 17. September, um 18.30 Uhr in der Gemmingenhalle in Tiefenbronn.
