Grundwasser – der unsichtbare Schatz

Weltwassertag am 22. März

bei Georg Kost

70 Prozent des Trinkwassers werden aus dem Grundwasser entnommen

70 Prozent des Trinkwassers werden aus dem Grundwasser entnommen. Foto infopress24.de

BADEN-WÜRTTEMBERG, 22.03.2022 (pm) – Wie das Statistische Landesamt zum internationalen Tag des Wassers am 22. März mitteilt, stammen rund 70 % des im Land benötigten Trinkwassers aus Grundwasservorkommen und knapp 30 % sind Oberflächenwasser. Damit ist Grundwasser die wichtigste Trinkwasserressource in Baden-Württemberg. Grundwasser wird in Baden-Württemberg insbesondere in der Rheinebene oder in Oberschwaben1 entnommen, da dort die geologischen Voraussetzungen günstig sind. Oberflächenwasser wird von Fernwasserversorgungsunternehmen aus dem Bodensee, der Donau sowie der Talsperre Kleine Kinzig entnommen.

Allerdings wird der Anteil des Grundwassers am gesamt entnommenen Wasser in Baden-Württemberg seit Jahrzehnten immer kleiner. Den stetig steigenden Trinkwasserbedarf seit den 2010er-Jahren hat das Oberflächenwasser nämlich deutlich stärker aufgefangen. Ingesamt haben öffentliche Versorgungsunternehmen ihre Entnahme von Wasser zwischen 2010 und 2019 um 8 Prozent erhöht. Im selben Zeitraum wurde knapp 5 Prozent mehr Grundwasser und 15 Prozent mehr Oberflächenwasser entnommen.

Die öffentliche Wasserversorgung stellt auch der Wirtschaft Trinkwasser zur Verfügung, die ihrerseits darüber hinaus Wasser aus eigenen Brunnen zum Beispiel für die Versorgung der Belegschaft entnimmt. Weitere Anlässe, aus denen Unternehmen eigene Brunnen betreiben, ist die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen sowie sonstige Betriebszwecke.

Hinsichtlich des gesamten Wasserbedarfs der Wirtschaft unterscheidet sich die Wasserherkunft je nach Qualitätsanforderungen und Wirtschaftszweig beträchtlich. So nutzen landwirtschaftliche Betriebe und Beregnungsverbände überwiegend eigene Brunnen für die Bewässerung der Flächen. Im Nahrungsmittelgewerbe wurden 2019 rund 40 Prozent des Wassers von der öffentlichen Wasserversorgung gestellt und weitere knapp 25 Prozent waren in Eigenregie entnommenes Grundwasser. Die chemische oder die papierherstellende Industrie, die einen geringeren Qualitätsanspruch an Kühlwasser hat, wie auch andere Wirtschaftszweige mit dominierendem Kühlwasserbedarf nutzen überwiegend Oberflächenwasser.

Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg weiter mitteilt, wurden im Land 2019 rund 680 Millionen Kubikmeter (Mill. m³) Grundwasser entnommen. Davon entfielen etwas weniger als 75 Prozent auf die öffentliche Wasserversorgung (rund 500 Mill. m³) und etwas mehr als 25 Prozent auf die Wirtschaft (rund 180 Mill. m³). Demgegenüber standen rund 2 700 Mill. m³ Oberflächenwasser, das zu etwas weniger als 10 Prozent für die öffentliche Wasserversorgung (rund 200 Mill. m³) und zu über 90 Prozent in der Wirtschaft (rund 2 500 Mill. m³) Verwendung fand. Darunter entfielen rund 2 200 Mill. m³ auf den Kühlwasserbedarf von Kraftwerken.