Wohnhausbrand in enger Altstadtlage fordert Feuerwehr

Zwei Leichtverletzte im Krankenhaus behandelt

bei Georg Kost

Einsatzfahrzeuge auf der Bahnhofstraße. Foto: Markus Fritsch Kreisfeuerwehrverband Calw e.V.

CALW, 01.03.2026 (pm) – Ein nächtlicher Wohnhausbrand in der Bahnhofstraße hat in der Nacht zum Samstag einen umfangreichen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Dichter Rauch, beengte Bebauung und verwinkelte Zugänge erschwerten den Einsatzkräften die Brandbekämpfung erheblich. Eine Bewohnerin konnte sich selbst retten, ein Feuerwehrmann verletzte sich während der Löscharbeiten.

Um 22:36 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt war unklar, ob sich noch Menschen im Gebäude befanden.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte zeigte sich eine komplexe Lage. „Die Lage an der Einsatzstelle beim Eintreffen des Löschzuges aus Calw und Hirsau stellte sich schwierig dar“, erklärte Feuerwehrkommandant und Einsatzleiter Marcus Frank. „Wir hatten einen Altbau in zweiter Reihe, sehr eng bebautes Wohngebiet mit verwinkelten Treppenaufgängen in verschiedene Obergeschossteile beim Brandobjekt.“

Brandbekämpfung durch die Feuerwehr Calw am Wohnhaus. Foto: Feuerwehr Calw

Wegen der starken Rauchentwicklung und der unübersichtlichen Gebäudestruktur wurde das Alarmstichwort erhöht. Weitere Kräfte aus Altburg und Stammheim sowie die Drohneneinheit des Landkreises Calw rückten nach.
Eine Bewohnerin konnte ihre Wohnung eigenständig verlassen und wurde mit leichten Verletzungen ambulant in einem Krankenhaus behandelt. Weitere Personen befanden sich nach Kontrolle aller Wohnungen nicht mehr im Gebäude.

Feuerwehrmann bei Löscharbeiten verletzt
Während des rund fünfstündigen Einsatzes arbeiteten insgesamt elf Atemschutztrupps im Innenangriff. Das Feuer wurde mit drei C-Rohren im Gebäude sowie über ein weiteres Rohr mithilfe eines Teleskopladers bekämpft. Bei den Löscharbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann und musste ebenfalls ambulant behandelt werden.

Drohne und Teleskoplader verschaffen entscheidende Vorteile
Die eingesetzte Drohne lieferte der Einsatzleitung ein Lagebild aus der Luft und half, zusätzliche Zugangswege zum Brandobjekt schnell zu erkennen. Neben Livebildern stellte die integrierte Wärmebildkamera wichtige Informationen zu Brandherd, Oberflächentemperaturen und möglichen Glutnestern bereit.

„Der vor wenigen Wochen in Dienst gestellte Teleskoplader stellte in den engen Calwer Gassen eine optimale Ergänzung der Einsatzmittel dar und war eine wertvolle Hilfe bei der Brandbekämpfung sowie beim Ausräumen von Brandschutt“, so Einsatzleiter Frank.

Unterstützung durch Kreisbrandmeister und Stadtspitze
Die Einsatzleitung wurde durch den stellvertretenden Kreisbrandmeister André Weiss unterstützt. Auch Oberbürgermeister Florian Kling verschaffte sich vor Ort einen Überblick über die Lage und kümmerte sich um die Unterbringung der betroffenen Bewohnerin. Die Psychosoziale Notfallversorgung des Landkreises wurde zur Betreuung hinzugezogen.

Insgesamt waren 63 Einsatzkräfte mit 14 Fahrzeugen aus Calw, Hirsau, Altburg und Stammheim sowie die Drohnengruppe des Landkreises im Einsatz. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung über eine Warn-App informiert. In den ersten beiden Einsatzstunden musste die Stromversorgung der gesamten Straße unterbrochen werden.

Neben der Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes Ortsverein Calw, die mit fünf Fahrzeugen und zwölf Kräften vor Ort war, unterstützte der Rettungsdienst mit sieben Einsatzkräften, zwei Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug. Die DRK-Bereitschaft versorgte die Einsatzkräfte mit warmen Getränken.

Die Polizei war mit fünf Beamten und drei Fahrzeugen im Einsatz und hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Angaben zur Schadenshöhe liegen derzeit nicht vor. Der Einsatz in der Bahnhofstraße endete kurz vor vier Uhr morgens.