Sammlung gestoppt: großer Ansturm auf Hilfsaktion „Helfen statt Hamstern“

bei Georg Kost

Der Termine am  Samstag, 12. März, fällt aus

Knapp 100 Personen halfen freiwillig dabei, die Hilfsgüter anzunehmen, zu sortieren und zu verpacken. Foto © Wolfgang Zimmermann

LEONBERG, 11.03.2022 (pm) 1,7 Millionen Menschen fliehen derzeit vor Russlands Angriff auf die Ukraine nach Westeuropa. Viele haben nur das Nötigste bei sich. Deshalb haben Bürgerinnen und Bürger in Sindelfingen die Spendenaktion „Helfen statt Hamstern“, die vor zwei Jahren zu Beginn der Corona-Krise ins Leben gerufen wurde, reaktiviert. Leonberg beteiligte sich an der Initiative und sammelte Sachspenden an der Alten Post. Die Hilfsbereitschaft in Leonberg war riesengroß. Da die vielen gespendeten Waren in Sindelfingen zu logistischen Herausforderungen führen, mmuss der Sammeltermine am Samstag, 12. März, ausfallen.
Früher war das Gelände in der Eltinger Straße 24 ein Umschlagplatz der Deutschen Post. Schon damals wurden Pakete und Briefe von hier aus in die ganze Welt verschickt. Am Donnerstag, 3. März, und Samstag, 5. März, erinnert die Lagerhalle in den urigen Industrie-Gemäuern wieder ein wenig an die alte Zeit. Es kurven Gabelstapler durch die Gegend und rund 90 Helferinnen und Helfer wuseln mit roten Westen und Leonberg-Logo durch die Gänge. Sie stapeln etliche Kisten auf Europaletten.

Das Ziel der Ware: Nicht Südostasien, Amerika oder Afrika – Kleidung, Masken, Wasser, Windeln und Co. werden unter anderem an die polnisch-ukrainische Grenzen gefahren. Denn die Stadtverwaltung Leonberg beteiligte sich an der Aktion „Helfen statt Hamstern“, die von Bürgerinnen und Bürgern aus Sindelfingen gegründet wurde. Die Initiatoren riefen die Aktion wieder ins Leben, um geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer mit Sachspenden zu versorgen. Gemeinsam mit der Leonberger Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk Leonberg sammelten Ehrenamtliche am Donnerstag, 3. März, von 18 bis 20 Uhr und Samstag, 5. März, 10 bis 15 Uhr, in der Alten Post (Eltinger Straße 24, Eingang Impfzentrum in der ehemaligen Frachthalle am Parkplatz) in Leonberg wichtige Hilfsgüter wie etwa Kleidung, Masken, Sportsachen, Verbandsmaterial, Wasser, Konserven, Umzugskartons und haltbare Lebensmittel.

Große Spenden- und Hilfsbereitschaft

Dass so viele Leonbergerinnen und Leonberger dem Aufruf folgen würden, hatten weder die Initiatoren in Sindelfingen, noch die Stadt Leonberg, zu träumen gewagt. „Es ist großartig, wie viele Bürgerinnen und Bürger halfen und Sachspenden zu Alten Post gebracht haben. Dafür möchte ich mich bei allen herzlich bedanken. Das gilt auch insbesondere für die Feuerwehr, das THW sowie die vielen fleißigen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die ihr Wochenende und ihren Feierabend opferten, um hier zu unterstützen“, sagt Oberbürgermeister Martin Georg Cohn. Um die Möglichkeiten einer logistischen Unterstützung auszuloten, hat der Oberbürgermeister bereits Gespräche geführt.

Ein besonderer Dank gilt auch Unternehmen, die ihre Waren und Dienstleistungen zur Verfügung stellten. Ohne sie wäre die Aktion in Leonberg undenkbar gewesen. Darunter beispielsweise „Werner Palettenservice“ aus Schwieberdingen mit insgesamt 280 Holzpaletten, auf denen die Waren transportiert wurden. Oder die Firma GEZE, die 25 Paletten und Stretchfolie beisteuerte. „LOCO Veranstaltungstechnik“ sowie „Sound & Light“ stellten zehn Gitterboxen, zehn Paletten und unzählige Umzugskartons zur Verfügung. Auch die Firma LEWA, „Only Women“ und „Wermuth Umzüge“ steuerten Umzugskartons bei. „Rauschenberger Transport-Service“ lieferte weitere Paletten, „METDRA Metall- und Drahtwarenfabrik“ Arbeitshandschuhe. Der Baumarkt OBI brachte 4 Paletten, Stretchfolie und Paketband vorbei. Die Bäckerei Zachert sorgte mit Brezeln und süßem Gebäck, die Pizzeria Senzi mit Pizza, für das leibliche Wohl der Helferinnen und Helfer.

Sammelaktion gestoppt

Ein Teil der Hilfsgüter wurde bereits abtransportiert. Inzwischen kamen so viele Spenden zusammen, dass die Sammlung nun gestoppt wird. Der Termine am  Samstag, 12. März, fällt aus.  So werden die Waren am Montag, 14. März, mit Lastwagen in die Sindelfinger Partnerstadt Chelm transportiert, die nur wenige Kilometer von der polnisch-ukrainischen Grenze entfernt liegt. Auch nach Moldawien werden Sachspenden gebracht, weil dorthin aktuell viele Familien aus der Ukraine flüchten.

Das Landratsamt Böblingen hat ein Spendenkonto für den Landkreis eingerichtet:

„Spendenkonto Ukrainehilfen“
Kreissparkasse Böblingen
IBAN DE05 6035 0130 0001 1320 49