
Die Fundstelle der Weltkriegsbombe am Quartierspark in der Oststadt. Foto: Feuerwehr Pforzheim; Steven Müller
PFORZHEIM, 15.05.2026 (stp) – Auch an Tag drei nach dem Fund einer Weltkriegsbombe bei Bauarbeiten am Quartierspark in der Oststadt (Alter Friedhof | Ehemalige Stadtgärtnerei) am Mittwoch, 13. Mai, laufen die Planungen für die Evakuierung der Bürgerinnen und Bürger auf Hochtouren. Nach wie vor besteht für die betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner keine akute Gefahr. Fest steht inzwischen, dass es sich bei dem gefundenen Objekt um eine Bombe des Typs HC4000lbs mit einem Gewicht von circa 1.800 Kilogramm mit circa 1.350 Kilogramm Nettoexplosivstoff Masse (NEM) handelt.
Eine Evakuierung in einem Radius von rund 1,5 Kilometern ist für Sonntagmorgen, 17. Mai, zwingend. Das betroffene Gebiet muss bis 8 Uhr verlassen werden. Es gilt die Allgemeinverfügung der Stadt. Diese besagt, dass die Aufforderung zum Verlassen der eigenen Wohnung oder des Hauses rechtlich verpflichtend für die Betroffenen ist. Auch wer das Risiko auf eigene Verantwortung tragen möchte, muss das betroffene Gebiet verlassen. Die Polizei kann zur Durchsetzung ihrer Räumungsaufforderung sogar Zwangsmittel anwenden. Zudem können Ordnungsgelder verhängt werden.
Für alle Personen, die von der Evakuierung betroffen sind, wird am Sonntag, 17. Mai, ab 7 Uhr, die Jahnhalle (Zerrennerstraße 43, 75172 Pforzheim) als Notunterkunft bereitgestellt. Weitere Hallen folgen bei Bedarf. Für die Bürgerinnen und Bürger ist zu beachten, dass die Notunterkunft ausschließlich denjenigen vorenthalten ist, die im evakuierten Bereich wohnen. Für alle Fragen rund um die Evakuierungsmaßnahmen ist auch ein Bürgertelefon der Stadt Pforzheim unter der Telefonnummer 07231 39-1000 geschaltet.
Bürgerinnen und Bürger können sich dort am Freitag, 15. Mai, zwischen 12 und 22 Uhr, Samstag von 8 bis 22 Uhr und Sonntag von 6 bis 20 Uhr informieren. Bürgerinnen und Bürger, die pflegebedürftig sind und nicht selbstständig ihre Wohnung verlassen können, können sich ebenfalls an das Bürgertelefon wenden. Es werden dann Transporte organisiert.
Überdies sind die wichtigsten Fragen und Antworten zum Bombenfund auf der Homepage der Stadt Pforzheim zusammengestellt: www.pforzheim.de/bombenfund-faq. Auf der Webseite www.pforzheim.de wurden darüber hinaus die wichtigsten Informationen in verschiedene Sprachen übersetzt. Wichtige Infos gibt es auch zum Messplatz: Dieser wird am Sonntag für die Einsatzkräfte benötigt. Deswegen muss der Messplatz bis spätestens Samstag, 16. Mai, 16 Uhr, geräumt werden.
Aufgrund der großen Nachfrage nach der Notunterkunft in der Jahnhalle wurde entschieden, auch die Ludwig-Erhard-Halle als Notunterkunft zur Verfügung zu stellen. Weitere Hallen folgen bei Bedarf. Es gilt daher: Für alle Personen, die von der Evakuierung betroffen sind, werden am Sonntag, 17. Mai, ab 7 Uhr, die Jahnhalle (Zerrennerstraße 43, 75172 Pforzheim) und die Ludwig-Erhard-Halle (Kopernikusallee 49, 75175 Pforzheim) als Notunterkünfte bereitgestellt.
Für den Zugverkehr gelten aufgrund der Evakuierung die folgenden Maßnahmen. Um 7.30 Uhr wird der letzte Halt von Zügen am Pforzheimer Hauptbahnhof möglich sein. Ab dann fällt der Hauptbahnhof als Halt weg. Ab 12 Uhr bis zur Entschärfung der Bombe wird der Zugverkehr dann komplett eingestellt.
In einem gemeinsamen Statement loben Oberbürgermeister Peter Boch und Erster Bürgermeister Dirk Büscher die bisherige Zusammenarbeit der Einsatzkräfte: „Der ausdrückliche Dank gilt allen Einsatzkräften und Beteiligten, die die Evakuierung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger und die Entschärfung der Weltkriegsbombe mit großer Professionalität und Sorgfalt vorbereiten. Ein solcher Einsatz erfordert eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit vieler Organisationen und ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft. Uns ist bewusst, dass die notwendigen Maßnahmen für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger mit Einschränkungen verbunden sind. Umso wichtiger ist es, den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten, damit die Evakuierung und die Entschärfung sicher, reibungslos und ohne Zeitverzögerung durchgeführt werden können. Unser Dank gilt daher schon jetzt allen Anwohnerinnen und Anwohnern für ihr Verständnis und ihre Unterstützung.“
