Kontinuität und Zukunftsaufgaben

Jörg-Michael Teply stellt sich in Wurmberg zur Wiederwahl

bei Georg Kost

Wurmbergs Bürgermeister Jörg-Michael Teply stellt sich einer dritten Amtszeit. Foto Georg Kost

WURMBERG, 09.01.2026 (rsr) – In der Turn- und Festhalle von Wurmberg präsentierte sich Amtsinhaber Jörg-Michael Teply am Donnerstagabend der Öffentlichkeit als einziger Bewerber für die Bürgermeisterwahl am 18. Januar 2026.
Rund 80 Bürgerinnen und Bürger, darunter Familienangehörige, nutzten die Gelegenheit zur Information und zum anschließenden Dialog. Durch die Veranstaltung führte Bürgermeisterstellvertreter Michael Britsch in seiner Funktion als Vorsitzender des Wahlausschusses. Teply, Diplom-Verwaltungswirt (FH), dessen zweite Amtszeit am 2. April 2026 endet, bewirbt sich um eine weitere Amtsperiode und verband seine Ausführungen mit einer umfassenden Bestandsaufnahme zentraler kommunaler Themen und Perspektiven.

Im Mittelpunkt stand die Bilanz der laufenden Projekte und der Blick nach vorn. Der Umbau und die energetische Sanierung des Rathauses bilden eines der größten Vorhaben. Ziel ist ein effizientes, weitgehend barrierefreies Verwaltungsgebäude als zentrale Anlaufstelle der Bürgerschaft.

Die Umsetzung stützt sich maßgeblich auf Fördermittel aus der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Ortsmitte II“, die auch für weitere Vorhaben wie die Sanierung des Gemeindewohnhauses in der Kelterstraße oder gegebenenfalls für das Gasthaus „Adler“ relevant sind. Teply betonte die Bedeutung von Förderprogrammen wie dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum und LEADER Heckengäu für die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommune sowie die Möglichkeit, dass auch Privatpersonen hiervon profitieren können.

Der wachsende Bedarf an Betreuungs- und Bildungsangeboten prägt die Planungen im Schulbereich. Der Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung und die Bevölkerungsentwicklung machen einen Erweiterungsbau an der Grundschule entlang der Hofstättstraße erforderlich, der als größtes Hochbauprojekt der kommenden Jahre gilt. Parallel dazu bleibt die Frage altersgerechter Wohnformen virulent. Das bestehende „Betreute Wohnen“ wird als wichtiger Ansatz gesehen, weitere Angebote wären aus Sicht der Gemeinde sinnvoll, setzen jedoch die Bereitschaft privater Investoren und Betreiber voraus.

Öffentliche Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Wurmberg. Amtsinhaber Jörg-Michael Teply. Foto Georg Kost

Eine besondere Rolle nahm die Situation rund um das Traditionsgasthaus „Adler“ ein. Nach der Kündigung des Pachtvertrags aufgrund ausbleibender Zahlungen steht die Räumung noch aus. Erste Interessenbekundungen für eine Nachfolge gibt es, belastbare Entscheidungen sind jedoch noch nicht möglich. Ziel bleibt die Sicherung eines gastronomischen Angebots mit Saalbetrieb für die Bevölkerung, auch wenn der Ausgang offen ist.

Für den Kelterplatz als zentralen Veranstaltungsort wird eine teilmobile Bühnenlösung vorbereitet, um die Aufenthaltsqualität und Nutzungsmöglichkeiten weiter zu verbessern.
Die Schließung des KOMM-IN-Dienstleistungszentrums ordnete Teply in den Kontext angespannter kommunaler Finanzen ein. Das zuletzt erhebliche jährliche Defizit habe die Entscheidung notwendig gemacht. Die Räume werden während des Rathausumbaus als Ausweichquartier dienen, danach wird eine Vermietung angestrebt, vorzugsweise mit einer Nutzung, die das gesellschaftliche Leben in der Ortsmitte stärkt, so Jörg-Michael Teply weiter.

Verkehr und Infrastruktur blieben ein weiterer Schwerpunkt. Der innerörtliche Engpass am Kirchenbuckel gilt als neuralgischer Punkt. Teply unterstrich die Notwendigkeit der seit Langem geplanten Teilortsumgehung in Verantwortung des Enzkreises und plädierte für realistische Ansätze beim Grunderwerb sowie für Einigkeit innerhalb der Gemeinde, um das Projekt voranzubringen. Dabei verwies er auf die erfolgreiche Umsetzung des Kreisverkehrs in der Uhlandstraße als Beispiel gemeinschaftlicher Kraftanstrengung.
Mit Blick auf Wohnungsbau wird das Gebiet „Bei den Zeitelbäumen“ derzeit erschlossen. Aufgrund der vorgesehenen Mehrfamilienhäuser und Tiefgaragen entsteht auf vergleichsweise kleiner Fläche hoher Wohnraumertrag. Weitere Ausweisungen im Zuge der Fortschreibung des Flächennutzungsplans sind möglich und bedürfen Abstimmung mit den Fachbehörden. Gleichzeitig sollen auch gewerbliche Flächen berücksichtigt werden, was angesichts restriktiver Rahmenbedingungen anspruchsvoll bleibt.

Öffentliche Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Wurmberg. Foto Georg Kost
Öffentliche Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Wurmberg. Wahlausschuss. Foto Georg Kost
Öffentliche Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Wurmberg. Foto Georg Kost
Öffentliche Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Wurmberg. Foto Georg Kost
Öffentliche Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Wurmberg. Foto Georg Kost
Öffentliche Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Wurmberg. Foto Georg Kost

Besonders langfristig angelegt ist die Sicherung der Trinkwasserversorgung. Mit einem neuen Hochbehälter „Bei der Steingrube“ und der Zusammenarbeit im Zweckverband mit Nachbargemeinden und den Stadtwerken Pforzheim entsteht ein Infrastrukturprojekt, das über die nächste Amtszeit hinausreichen wird.
Ergänzend sprach Teply die Nachfrage nach weiteren Gemeinschaftsschuppenanlagen für Hobbylandwirte und Streuobstbewirtschafter an, die er – abhängig von der Lage des neuen Hochbehälters – zeitnah realisieren möchte.

Die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements hob der Amtsinhaber ausdrücklich hervor. Ob Feuerwehr, Vereine oder private Initiativen: Ehrenamt präge das Gemeindeleben und werde auch künftig nach Kräften unterstützt. Veranstaltungen wie Weihnachtsmarkt und Seenachtsfest stehen exemplarisch für dieses Zusammenwirken.

Schließlich bilanzierte Teply die umfangreichen Investitionen in die Abwasserbeseitigung, unter anderem das neue Regenüberlaufbecken. Auch wenn diese Maßnahmen im Untergrund stattfinden und kaum sichtbar sind, seien sie für eine funktionierende Entwässerung und den Schutz der Gebührenzahler langfristig unverzichtbar.

Der Blick auf den Fußweg zwischen Wurmberg und Neubärental verdeutlichte abschließend die enge Verbindung beider Ortsteile und den Anspruch, diese Verbindung infrastrukturell und gemeinschaftlich weiter zu stärken.

Im Anschluss schloss sich eine Fragerunde der Bürgerschaft an, zu der sich allerdings nur drei Teilnehmende meldeten. Sie hatten Fragen zur Gewerbesteuer, des öffentlichen Nahverkehrs, nach barrierefreien Bushaltestellen sowie nach Zukunftsvisionen über die Amtszeit von Teply hinaus. Aufgrund der geringen Anzahl an Wortmeldungen vermittelte die Fragerunde den Eindruck, dass die Einwohnerschaft mit der bislang geleisteten Arbeit ihres Bürgermeisters zufrieden scheint. Kritische oder gar unzufriedene Äußerungen blieben jedenfalls aus.
Mit seiner Kandidatur verbindet Jörg-Michael Teply das Ziel, begonnene Projekte verlässlich weiterzuführen, Zukunftsaufgaben strukturiert zu bewältigen und die positive Entwicklung der Gemeinde Wurmberg fortzusetzen.
Die Wahl am 18. Januar 2026 wird darüber entscheiden, ob er dieses Vorhaben in einer weiteren Amtszeit umsetzen kann.
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