Frank Tschany kündigt Kandidatur in Tiefenbronn an

bei Georg Kost

Foto: Frank Tschany

TIEFENBRONN, 03.11.2026 (rsr) – Frank Tschany will bei der Bürgermeisterwahl in Tiefenbronn antreten. Er hat seine Kandidatur als möglicher Nachfolger von Frank Spottek angekündigt, der am 1. Oktober überraschend verstorben ist. Nach Kämmerin Jessica Bertsch ist Tschany damit der zweite Bewerber, der seine Ambitionen öffentlich gemacht hat.
Die Stelle soll am 20. November offiziell im Staatsanzeiger ausgeschrieben werden. Die Bewerbungsfrist beginnt am 21. November und endet am 4. Januar 2027. Bis dahin können weitere Interessierte ihre Bewerbung einreichen. Ob Tschanys Bewerbung zugelassen wird, entscheidet sich nach Ablauf der Frist im Rahmen der Prüfung durch den Gemeindewahlausschuss.
Gewält wird am31.Januar.

Der parteilose Tschany lebt in Bühl und arbeitet selbstständig im Hausmeister- und Reinigungsbereich. In früheren Wahlberichten wurde er außerdem als Zeitungszusteller beschrieben. Nach eigenen Angaben trat er in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Bürgermeisterwahlen in der Region an. Ein Bericht der Freien Presse zählte im Mai 2026 insgesamt 14 Kandidaturen. Zuletzt bewarb er sich in Hohenstein-Ernstthal und Offenburg; in beiden Fällen kam er nicht auf den Stimmzettel, weil die erforderlichen Unterstützungsunterschriften fehlten.

Bei mehreren früheren Wahlen stand Tschany auf dem Stimmzettel. Bei der Oberbürgermeisterwahl in Bühl 2025 erhielt er rund ein Prozent der Stimmen. In Renchen kam er 2024 auf elf Stimmen, in Bühlertal im selben Jahr auf 0,43 Prozent. Bei der Bürgermeisterwahl in Todtnau 2023 erhielt er 1,8 Prozent; bei der Neuwahl in Sasbach im selben Jahr waren es 21 Stimmen. Auch in Rheinmünster und Hornberg trat er 2022 an.

In seinen bisherigen Wahlkämpfen sprach Tschany wiederholt soziale Themen an. Er setzte sich für mehr bezahlbaren Wohnraum für Familien, Rentner und Menschen mit geringem Einkommen ein und nannte Tierschutz, Pflege sowie die Unterstützung von Vereinen als Anliegen. In verschiedenen Kommunen kündigte er an, einen Teil seines Bürgermeistergehalts für soziale Zwecke, Vereine oder Tier- und Pflegeheime spenden zu wollen. Für Tiefenbronn hat er bislang noch keine konkreten Vorhaben oder Schwerpunkte öffentlich vorgestellt.

Tschanys häufige Kandidaturen haben ihm in der regionalen Berichterstattung die Bezeichnung „Dauerkandidat“ eingebracht. Gewählt wurde er bisher nicht. Mit seiner angekündigten Bewerbung in Tiefenbronn ist er nach Bertsch der zweite Interessent für das Amt; bis zum Ende der Bewerbungsfrist Anfang Januar können weitere Kandidaturen hinzukommen.