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PFORZHEIM/ENZKREIS/CALW/FREUDENSTADT, 17.02.2026 (pol) – Die Verkehrsunfallstatistik 2025 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidium Pforzheim zeigt eine insgesamt stabile Entwicklung, zugleich aber deutliche Verschiebungen innerhalb einzelner Unfallarten. Während die Gesamtzahl der registrierten Unfallereignisse nur leicht um 0,6 Prozent zunahm, stiegen insbesondere die Unfälle mit Fußgängern sowie Nutzern von Fahrrädern und elektrisch unterstützten Rädern spürbar an. Die Polizei reagiert mit verstärkter Prävention und Kontrollen, um die Verkehrssicherheit nachhaltig zu verbessern.
Mehr Verletzte – deutlich mehr Todesopfer
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit verletzten Personen stieg um 2,9 Prozent. Besonders stark fiel der Anstieg im Stadtkreis Pforzheim aus, wo 20 Prozent mehr solcher Unfälle registriert wurden. In den Landkreisen Calw und Freudenstadt gingen die Zahlen hingegen zurück. Im längerfristigen Vergleich bewegt sich das Niveau weiterhin im Durchschnitt.
Im Jahr 2025 verloren im Präsidiumsbereich 27 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben. Das sind acht mehr als im Vorjahr und entspricht einem Anstieg um 42,1 Prozent. Während die Zahl der tödlich verletzten im Stadtgebiet Pforzheim leicht sank und in den Landkreisen Calw und Freudenstadt unverändert blieb, verzeichnete der Enzkreis einen deutlichen Anstieg.
Auf dem betreuten Abschnitt der Bundesautobahn 8 gab es keine tödlichen Unfälle.
Überdurchschnittlich häufig betroffen waren junge Erwachse sowie ältere Menschen; mehr als die Hälfte der Todesopfer entfiel auf diese beiden Altersgruppen. Rund zwei Drittel der Getöteten gehörten zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern (Fußgänger/Radfahrer/Motorradfahrer).
Abstand und Geschwindigkeit bleiben Hauptursachen
Als häufigste Ursachen erwiesen sich erneut ungenügender Sicherheitsabstand und nicht angepasste Geschwindigkeit. Auf dem Autobahnabschnitt dominierte mangelnder Abstand als Unfallfaktor.
Im Stadtkreis Pforzheim waren Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren die häufigste Ursache. Bei tödlichen Unfällen auf anderen Straßen spielte überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit in rund einem Viertel der Fälle eine entscheidende Rolle.
Deutlich mehr Unfälle mit Fahrrädern und elektrisch unterstützten Rädern
Die Zahl der Motorradunfälle erhöhte sich leicht um 1,8 Prozent. Auffällig ist jedoch der starke Anstieg der tödlich verunglückten Motorradfahrer von drei auf acht.
Fahrradunfälle nahmen um 10,8 Prozent zu, die Zahl der Verletzten Radfahrer stieg um 12,3 Prozent. In etwa sieben von zehn Fällen waren die Radfahrer selbst Hauptverursacher. Auch bei elektrisch unterstützten Fahrrädern wurde ein Anstieg der Unfallzahlen um 10,5 Prozent festgestellt. Alle tödlich verunglückten Radfahrer waren mit einem solchen Rad unterwegs.
Unfälle mit elektrisch angetriebenen Tretrollern stiegen um 13,3 Prozent, die Zahl der Verletzten Nutzer erhöhte sich um 16,1 Prozent.
Mehr Kinder in Unfälle verwickelt
Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Kindern nahmen um 7,1 Prozent zu. Die Zahl der Fälle mit verletzten Kindern stieg um 12,2 Prozent. Diese Entwicklung wird besonders aufmerksam beobachtet und bildet einen Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit im Jahr 2026.
Mehr Alkohol- und Drogenfahrten
Unfälle unter Alkoholeinfluss stiegen um 7,3 Prozent, drogenbedingte Unfälle um 9,7 Prozent. Besonders betroffen waren der Enzkreis, der Landkreis Calw sowie der Abschnitt der Bundesautobahn 8.
Prävention und Kontrollen werden verstärkt
Die Erhöhung der Verkehrssicherheit bleibt ein zentraler Schwerpunkt. Präventionsarbeit und Kontrollen sollen 2026 weiter intensiviert werden. Der Fokus liegt auf dem Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer sowie auf der Bekämpfung der Hauptunfallursachen Geschwindigkeit, Abstand und Fehlverhalten beim Abbiegen.
Im Bereich der Prävention arbeitet die Polizei weiterhin eng mit Schulen, Kindergärten und weiteren Partnern zusammen, um sicheres Verhalten im Straßenverkehr frühzeitig zu vermitteln. Informationsangebote zum sicheren Umgang mit elektrisch unterstützten Fahrrädern und Tretrollern sowie Aufklärung über die Gefahren von Alkohol- und Drogenfahrten bilden zusätzliche Schwerpunkte.
Die Polizei setzt ihre Maßnahmen fort, um Unfälle zu vermeiden und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu verbessern.
