Alkohol bleibt häufigste Ursache für Unfälle unter Rauschmitteleinfluss

Baden-Württemberg verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 815 Unfälle mit Alkoholeinfluss – 92 Unfälle standen im Zusammenhang mit Cannabis

bei Georg Kost

Symbolfoto: infopress24.de

STUTTGART, 01.11.2026 (pm/rsr) – Alkohol bleibt das größte Problem, wenn es um Verkehrsunfälle unter dem Einfluss berauschender Substanzen geht. Das geht aus einer Auswertung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg für das erste Halbjahr 2026 hervor. Neben Alkohol und Cannabis spielen auch Medikamente und andere Rauschmittel eine Rolle im Unfallgeschehen.

Seit April 2024 sind Besitz und Konsum von Cannabis für Erwachsene unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen erlaubt. Für den Straßenverkehr gelten allerdings weiterhin klare Grenzen. Seit Juli 2025 wird der Einfluss von THC als Unfallursache bundesweit einheitlich in der polizeilichen Unfallstatistik erfasst. Damit lassen sich die entsprechenden Zahlen erstmals gesondert auswerten.

Zwischen Januar und Juni 2026 registrierte das Statistische Landesamt 92 Unfälle mit Personenschaden, bei denen mindestens ein Beteiligter nachweislich unter Cannabiseinfluss stand. Dabei wurden 20 Menschen schwer und 104 leicht verletzt. Mehr als die Hälfte der Unfallbeteiligten war mit einem Pkw unterwegs (52,2 Prozent). Auffällig ist der Anteil der Elektrokleinstfahrzeuge, zu denen beispielsweise E-Scooter zählen. Auf sie entfielen 19,6 Prozent. Pedelecs und Krafträder mit Versicherungskennzeichen kamen zusammen auf 7,6 Prozent.

Das Durchschnittsalter der Beteiligten lag bei 32 Jahren. Mehr als 90 Prozent waren männlich. In 39 Prozent der Fälle handelte es sich um Alleinunfälle, an denen keine weiteren Verkehrsteilnehmer beteiligt waren.

Deutlich höher fallen die Zahlen bei Alkohol aus. Im gleichen Zeitraum wurden 815 Unfälle mit Personenschaden unter Alkoholeinfluss erfasst. Neun Menschen kamen dabei ums Leben, 188 wurden schwer und 794 leicht verletzt. Bei diesen Unfällen waren Pkw mit einem Anteil von 38,4 Prozent die häufigste Verkehrsbeteiligungsart. Es folgten Fahrräder mit 21,5 Prozent, Pedelecs mit 16,6 Prozent und Elektrokleinstfahrzeuge mit 10,8 Prozent.

Die Beteiligten waren im Durchschnitt 42 Jahre alt. Auch hier stellten Männer mit fast 90 Prozent die große Mehrheit. Der Anteil der Alleinunfälle lag mit 62 Prozent deutlich über dem Wert bei Unfällen unter Cannabiseinfluss.

Neben Alkohol und Cannabis erfasste die Statistik 67 Unfälle mit Personenschaden, bei denen sonstige berauschende Mittel wie Medikamente oder andere Rauschmittel eine Rolle spielten. Dabei wurden 13 Menschen schwer und 78 leicht verletzt. In dieser Gruppe waren Pkw mit 64,2 Prozent besonders häufig beteiligt. Elektrokleinstfahrzeuge machten 11,9 Prozent aus.

Das Durchschnittsalter der Beteiligten betrug rund 37 Jahre. 87 Prozent waren männlich. In 49 Prozent der Fälle handelte es sich um Alleinunfälle.

Auch bei der Ortslage zeigen sich Gemeinsamkeiten: Rund zwei Drittel der Unfälle unter Alkohol- und Cannabiseinfluss ereigneten sich innerorts, etwa ein Drittel außerorts. Bei den sonstigen berauschenden Mitteln lag das Verhältnis bei 61 zu 39 Prozent.

Eine weitere Zahl verdeutlicht, dass die verschiedenen Substanzen nicht immer getrennt auftreten: In 39 Fällen stellte die Polizei sowohl Cannabis als auch Alkohol als Unfallursache fest.