
Elvis sorgt für Lachsalven im Hasenhäusle bei den Theatertagen. Foto: Kai Pfeffinger
TIEFENBRONN, 01.11.2026 (rsr) – Elvis lebt! Zumindest im Hasenhäusle. Dort hat die Theatergruppe der Tiefenbronner Musik mit der Komödie „Elvis für Fortgeschrittene“ ihre diesjährigen Theatertage eröffnet. Die Premiere wurde vom Publikum mit viel Applaus aufgenommen. Auch die weiteren Abendveranstaltungen sind ausverkauft. Doch neben jeder Menge Situationskomik und überraschenden Wendungen stand dieser Premierenabend ganz im Zeichen eines besonderen Abschieds: Stefan Kunle, der 13 Jahre lang als Regisseur tätig war, und seine Frau Daniela, die das Ensemble 18 Jahre als Souffleuse begleitete, verabschieden sich aus der Theatergruppe.
Auf der Bühne dreht sich zunächst alles um eine ziemlich ungewöhnliche Überzeugung: Elvis Presley ist keineswegs tot! Davon ist Doro, gespielt von Christel Drefs, fest überzeugt. Im Internet hat sie offenbar genügend Hinweise gefunden, um an der vermeintlichen Legende festzuhalten. Doch Doro belässt es nicht bei ihrer Begeisterung für den King of Rock’n’Roll. Sie will ihm tatsächlich begegnen.
Eine angebliche Agentin soll das Unmögliche möglich machen. Allerdings hat die Sache einen Haken: Für ein persönliches Treffen mit Elvis werden stolze 10.000 Euro verlangt. Für Doro scheint das Geld gut angelegt. Schließlich ist die Aussicht, dem Idol ihres Lebens gegenüberzustehen, für sie kaum zu übertreffen. Ehemann Kurt sieht das naturgemäß anders. Er kennt die Elvis-Leidenschaft seiner Frau nur zu gut und dürfte wenig Verständnis dafür haben, dass diese nun auch noch eine ausgesprochen kostspielige Dimension annimmt.
Als Elvis, gespielt von Armin Kühn, schließlich ins Spiel kommt, nimmt die Geschichte ihren unterhaltsamen Lauf. Die Komödie von Jennifer Hülser lebt von den unterschiedlichen Charakteren, den Erwartungen an das vermeintliche Treffen und der Frage, wie weit die Begeisterung für einen Star gehen darf. Dass dabei nicht alles nach Plan läuft, sorgt für reichlich Stoff zum Schmunzeln.

Elvis lebt! Zumindest im Hasenhäusle. Dort hat die Theatergruppe der Tiefenbronner Musik mit der Komödie „Elvis für Fortgeschrittene“ ihre diesjährigen Theatertage eröffnet. Die Premiere wurde vom Publikum mit viel Applaus aufgenommen. Foto: Kai Pfeffinger
Ein Abschied nach vielen gemeinsamen Theaterjahren
So unterhaltsam das Bühnengeschehen war, so emotional wurde es, als Stefan Kunle das Wort ergriff. Gemeinsam mit seiner Frau Daniela blickte er auf die gemeinsame Zeit in der Theatergruppe zurück. Dabei machte er deutlich, dass die Tätigkeit weit mehr gewesen sei als ein Hobby. „Dann ist das auch ein Stück Lebensgefühl“, beschrieb Kunle die besondere Verbindung, die über die Jahre entstanden ist.
Dieses Lebensgefühl sei vor allem durch die Menschen geprägt worden, die auf und hinter der Bühne mitgewirkt haben. Deshalb richtete sich sein Dank zunächst an die Schauspieler, die über viele Jahre hinweg mitgeschwitzt, geprobt, gelacht und sich aufeinander verlassen hätten. Daniela habe als Souffleuse versucht, den Darstellern in Momenten der Textnot zu helfen, während er selbst als Regisseur brauchbare Tipps zu geben versucht habe. Doch getragen hätten die Stücke letztlich die Schauspieler selbst.
Seine Worte waren von großer Wertschätzung geprägt. Er dankte dem Ensemble für das Vertrauen, den unermüdlichen Einsatz und die Freundschaften, die in den gemeinsamen Jahren entstanden seien. „Ihr seid ein großartiges Ensemble, und wir sind unglaublich stolz auf jeden Einzelnen von Euch“, sagte Kunle.

Stefan und Daniela Kunle machen nach vielen Jahren Platz für die jüngerer Generation- ein Abschied der bewegte. Foto: Kai Pfeffinger
Dass nun der richtige Zeitpunkt für den Abschied gekommen sei, begründete das Ehepaar auch mit dem Wunsch, Platz für neue Kräfte zu schaffen. Eine Theatergruppe brauche neue Ideen, frische Energie und junge Perspektiven, um lebendig zu bleiben. „Wir machen den Platz hinter den Kulissen gerne frei und übergeben den Stab an die nächste Generation“, fasste Kunle die Entscheidung zusammen.
Sein Dank galt anschließend dem Publikum, das die Theatergruppe über all die Jahre begleitet und unterstützt hatte. Dessen Lachen, Mitfiebern und Applaus seien das größte Geschenk gewesen und hätten die Mitwirkenden durch jede Spielzeit getragen. Für Daniela und Stefan Kunle ändert sich damit künftig die Perspektive: „Ab der nächsten Spielzeit wechseln wir die Perspektive: Wir nehmen zwei Plätze hier unten bei Ihnen ein.“ Das nächste Stück wollen beide ganz entspannt aus der Zuschauerreihe verfolgen – ohne Verantwortung, dafür mit umso mehr Stolz auf die Theatergruppe.
Mit einem herzlichen Dank für die langjährige Treue des Publikums, für die Schauspieler und für die vielen unvergesslichen Jahre verabschiedeten sich Daniela und Stefan Kunle aus ihrer bisherigen Rolle. Ihr Abschied markiert einen Einschnitt für die Theatergruppe, zugleich aber auch die Übergabe an eine neue Generation.
Ein Ensemble, viele helfende Hände
Auf der Bühne stehen neben Christel Drefs und Armin Kühn auch Markus Flaig, Nicole Jost, Diana Mayer, Maja Schwarz und Gabi Hertl-Schlucker. Für die Maske sorgen Jana Sterk und Conny Giek. Kai Pfeffinger verantwortet Technik und Ton. Gemeinsam bringen sie die Geschichte um Elvis, seine vermeintliche Agentin und eine leidenschaftliche Verehrerin auf die Bühne.
