Weltkriegsbombe in Pforzheim erfolgreich entschärft

27.000 Menschen konnten zurückkehren

bei Georg Kost

Bürgermeister Tobias Volle (links) und Feuerwehrkommandant Sebastian Fischer am Fundort der Weltkriegsbombe. Foto: Stadt Pforzheim: Laura Schaier

PFORZHEIM, 17.05.2026 (rsr/pm) – Nach stundenlangen Sicherheitsmaßnahmen und einer groß angelegten Evakuierung ist die in der Pforzheimer Oststadt entdeckte Weltkriegsbombe am Sonntagnachmittag erfolgreich entschärft worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg machte den 1,8 Tonnen schweren Blindgänger gegen 15 Uhr unschädlich. Anschließend wurden sämtliche Sperrungen aufgehoben, sodass die rund 27.000 betroffenen Bürgerinnen und Bürger wieder in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren konnten.

Die Bombe war bereits am Mittwoch bei Bauarbeiten im Bereich des neu gestalteten Quartiersparks Oststadt entdeckt worden. Für die Entschärfung richteten die Behörden einen Sicherheitsradius von rund 1,5 Kilometern um den Fundort ein. Seit den frühen Morgenstunden lief am Sonntag die vollständige Evakuierung des Gebietes. Betroffen waren neben Wohngebieten auch zahlreiche sensible Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheime sowie betreute Wohnformen.

Die entschärfte Weltkriegsbombe. Foto Stadt Pforzheim: Laura Schaier

Nach Angaben der Einsatzleitung verlief die Räumung weitgehend ruhig und geordnet. Die Bevölkerung habe die Maßnahmen überwiegend verständnisvoll unterstützt und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge geleistet.
Für Menschen ohne Ausweichmöglichkeit standen die Jahnhalle sowie die Ludwig-Erhard-Halle als zentrale Aufenthaltsorte bereit. Dort kümmerten sich das Deutsche Rote Kreuz und die Psychosoziale Notfallversorgung um die Betreuung der Betroffenen. Parallel war das Bürgertelefon der Stadtverwaltung während des gesamten Wochenendes besetzt.

An dem Großeinsatz waren rund 1.500 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten, Hilfsorganisationen, Technischen Diensten und Stadtverwaltung beteiligt. Mehrere hundert Polizistinnen und Polizisten unterstützten insbesondere die Evakuierung sowie die Absicherung des Sperrbereichs.
Ab 8 Uhr durfte nur noch berechtigter Verkehr in den abgesperrten Bereich einfahren. Größere Verkehrsbehinderungen blieben nach Angaben der Polizei aus.

Vereinzelt mussten Einsatzkräfte Personen auffordern, den Evakuierungsbereich zu verlassen. Sieben Menschen erhielten Platzverweise. In zwei Fällen leitete die Polizei nach Beleidigungen gegenüber Einsatzkräften Strafverfahren ein. Zudem wurde ein Drohnenpilot festgestellt, der trotz der eingerichteten temporären Flugverbotszone eine Drohne im Sperrgebiet steigen ließ. Gegen ihn wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Nachdem die Evakuierung gegen 14.17 Uhr vollständig abgeschlossen war, konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der eigentlichen Entschärfung beginnen. Diese verlief planmäßig und ohne Zwischenfälle.

Oberbürgermeister Peter Boch und Bürgermeister Tobias Volle dankten im Anschluss allen beteiligten Kräften sowie der Bevölkerung für die Unterstützung. Die erfolgreiche Entschärfung zeige, wie professionell und eng die verschiedenen Organisationen zusammengearbeitet hätten.
Feuerwehrkommandant Sebastian Fischer betonte ebenfalls die hohe Disziplin der Bevölkerung und die enge Zusammenarbeit aller Einsatzorganisationen bei einem Einsatz dieser Größenordnung.