Unwetter sorgt für mehr als 100 Feuerwehreinsätze im östlichen Enzkreis

bei Georg Kost

Symbolfoto infopress24.de

ENZKREIS, 17.07.2026 (pm /rsr) – Ein heftiges Unwetter hat am Donnerstagabend vor allem den östlichen Enzkreis getroffen und innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Einsätze von Feuerwehr und Rettungskräften ausgelöst. Gewitter, Starkregen, Sturmböen und Hagel führten zu insgesamt 105 gemeldeten Einsatzstellen. Wegen der Vielzahl der Schadensmeldungen wurde um 20.09 Uhr der Führungsstab des Enzkreises alarmiert.

Besonders im Blick stand Straubenhardt, wo zeitgleich der Anreisetag zum Happiness-Festival stattfand. Der Veranstalter forderte die bis zu 5000 angereisten Besucherinnen und Besucher vorsorglich auf, den Campingplatz zu verlassen und Schutz in ihren Fahrzeugen zu suchen. Rund 60 Menschen nutzten während des Unwetters die vorbereitete Notunterkunft in der Turn- und Festhalle Schwann. Im weiteren Verlauf des Abends konnte der Campingplatz wieder freigegeben werden.

Besonders stark betroffen war auch Mühlacker. Dort registrierte der Deutsche Wetterdienst eine Windböe mit einer Geschwindigkeit von 126 Stundenkilometern. Mehrere Dächer wurden beschädigt, umgestürzte Bäume blockierten Straßen, darunter die Bundesstraße 35 sowie die Fuchsensteige. Zudem drang Wasser in ein Firmengebäude ein, während die Tiefgarage des Polizeireviers in der Hindenburgstraße überflutet wurde.

Die meisten Feuerwehreinsätze entfielen auf Illingen. Dort mussten die Einsatzkräfte zu 52 Schadensstellen ausrücken, überwiegend wegen vollgelaufener Keller. Zur Unterstützung waren Feuerwehren aus Neuenbürg, Straubenhardt und Königsbach-Stein im Einsatz.

Ein größerer Schaden entstand auch in Knittlingen. Dort stürzte die Giebelwand eines kernsanierten Gebäudes zusammen und riss das Baugerüst mit sich. Angaben zu verletzten Personen lagen zunächst nicht vor.

Für einen aufwendigen Einsatz sorgte ein Blitzeinschlag in Ötisheim. Ein Baum geriet in Brand, stürzte auf die Bahnstrecke und riss die Oberleitung auf die Gleise. Ein Zug kam rund 100 Meter vor der beschädigten Stelle zum Stehen und konnte seine Fahrt nicht fortsetzen. Die Fahrgäste wurden evakuiert. Zwei Personen kamen mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Neun Reisende wurden vorübergehend in der Erlentalhalle untergebracht. Auch das Feuerwehrhaus sowie ein Einsatzfahrzeug wurden in Ötisheim durch Hagel beschädigt.

Um 22.20 Uhr wurde die Unwetterwarnung über die Warn-App NINA aufgehoben. Nach Angaben der Einsatzleitung blieb der Pegel der Enz während des gesamten Abends deutlich unter den kritischen Marken, größere Hochwasserlagen traten daher nicht auf.

Insgesamt waren im Enzkreis zeitweise bis zu 310 Einsatzkräfte im Einsatz. Über die Integrierte Leitstelle gingen 112 Hilfeersuchen ein, weitere Meldungen erreichten die örtlichen Feuerwehren direkt. Der Deutsche Wetterdienst warnte am Donnerstagabend zudem, dass auch in den folgenden Tagen mit weiteren Gewittern und Regenschauern zu rechnen sei.