Stadtradeln in Neuhausen: Warum es um weit mehr als gesammelte Kilometer geht

Siegerehrung am 17. September rückt die Ziele der Aktion erneut in den Blickpunkt

bei Georg Kost

Die Radinfrastruktur verbessern ist eines der Ziele der Stadtradelaktion. Über die anonymisierte Sammlung von Fahrtdaten sollen Kommunen bei der Planung von Radwegen unterstützt werden. Symbolfoto: infopress24.de

NEUHAUSEN, 20.08.2026 (rsr) – Wer beim Stadtradeln an einen reinen Wettbewerb denkt, greift zu kurz. Zwar stehen am Ende die zurückgelegten Kilometer und die erfolgreichsten Teams im Mittelpunkt, doch die bundesweite Kampagne des Klima-Bündnisses verfolgt deutlich weitergehende Ziele. Sie soll Menschen für das Fahrrad als alltägliches Verkehrsmittel begeistern, nachhaltige Mobilität fördern und gleichzeitig ein deutliches Signal für bessere Rahmenbedingungen im Radverkehr setzen.

Dabei geht es längst nicht mehr ausschließlich um den Klimaschutz. Viele Teilnehmer verbinden mit der Aktion auch die Erwartung, dass Bund, Länder und Kommunen dem Ausbau der Radinfrastruktur künftig einen höheren Stellenwert einräumen. Sichere und gut ausgebaute Radwege gelten als wichtige Voraussetzung dafür, dass sich noch mehr Menschen dauerhaft für das Fahrrad entscheiden.

Eine besondere Bedeutung kommt dabei der anonymisierten Erfassung von Fahrdaten zu. Über die Stadtradeln-App können Informationen zu gefahrenen Strecken gesammelt werden, die den Kommunen bei der Planung und Weiterentwicklung ihrer Radwegenetze wertvolle Hinweise liefern. Die Daten sollen dabei helfen, bestehende Defizite zu erkennen und Verbesserungen gezielt umzusetzen.

Darüber hinaus setzt die Kampagne auf Bewusstseinsbildung. Das Fahrrad soll im Alltag wieder stärker wahrgenommen werden. Gleichzeitig soll die Freude an nachhaltiger Mobilität vermittelt und gezeigt werden, dass sich viele Wege problemlos ohne Auto zurücklegen lassen.

Nicht zuletzt spielt auch der soziale Aspekt eine wichtige Rolle. Gemeinsames Radfahren fördert die Bewegung im Alltag und stärkt den Zusammenhalt innerhalb von Vereinen, Unternehmen und Kommunen. Der Teamgedanke soll dabei weit über den eigentlichen Aktionszeitraum hinausreichen.

Wie erfolgreich die Aktion in Neuhausen verlaufen ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen. Zwischen dem 25. Juni und dem 15. Juli beteiligten sich sechs Teams mit insgesamt 57 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Stadtradeln. Gemeinsam legten sie 14.614 Kilometer zurück, verteilt auf 1.284 Einzelfahrten. Nach Angaben der Organisatoren konnten dadurch rund zwei Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

An den Start gingen das „Offene Team Neuhausen Enzkreis“ mit drei Radelnden, der NABU Neuhausen mit 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die „Nagoldstraße“ mit 15 Radelnden, das Team „infopress24.de“ mit elf Teilnehmerinnen und Teilnehmern, „Die Dörner’s“ mit acht Radelnden sowie die „Alte Wagnerei“ mit zwei Teilnehmenden.

Die Gemeinde Neuhausen beteiligt sich seit 2022 an dem Wettbewerb. Organisiert wird die Aktion in Zusammenarbeit mit der Stadt Pforzheim und dem Landratsamt Enzkreis. Insgesamt beteiligten sich in diesem Jahr 20 Kommunen aus dem Enzkreis an der Kampagne.

Die erfolgreiche Teilnahme der Neuhausener Teams wird am 17. September um 18 Uhr im Rathaus gewürdigt. Bürgermeisterin Sabine Wagner wird die Teilnehmer im Rahmen einer kleinen Feierstunde auszeichnen. Die Siegerehrung markiert damit nicht nur den Abschluss einer dreiwöchigen Aktion, sondern erinnert zugleich an die eigentliche Botschaft des Stadtradelns: Das Fahrrad soll dauerhaft einen festen Platz im Alltag erhalten.