Schnelle Hilfe aus der Luft gewinnt weiter an Bedeutung

Jahresbilanz 2025 der DRF Luftrettung

bei Georg Kost

Der in Leonberg stationierte Hubschrauber wurde im Jahr 2025 insgesamt 832-mal alarmier. Archivfoto infopress24.de

BADEN-WÜRTTEMBERG, 22.01.2026 (pm) – Die Luftrettung bleibt ein unverzichtbarer Pfeiler der Notfallversorgung. Das belegt die Jahresbilanz 2025 der DRF Luftrettung eindrucksvoll. Besonders der Standort Leonberg steht exemplarisch für die hohe Einsatzdichte und die wachsende Bedeutung schneller notärztlicher Hilfe aus der Luft in Baden-Württemberg und darüber hinaus.

Der in Leonberg stationierte Hubschrauber wurde im Jahr 2025 insgesamt 832-mal alarmiert. Den Großteil machten mit 760 Einsätzen Notfallrettungen aus, hinzu kamen 72 Intensivtransporte, bei denen kritisch kranke oder schwer verletzte Patientinnen und Patienten zwischen Kliniken verlegt wurden. Damit leistet der Standort einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung im Großraum Stuttgart und im angrenzenden ländlichen Raum.

Auch landesweit zeigt sich die hohe Auslastung der Luftrettung. Die in Baden-Württemberg stationierten Hubschrauber der DRF Luftrettung wurden von Januar bis Dezember 2025 insgesamt 7.414-mal alarmiert.
Parallel dazu festigte die Organisation ihre Rolle im Rettungssystem des Landes: In zwei Ausschreibungsverfahren erhielt die DRF Luftrettung den Zuschlag. In Lahr im Ortenaukreis wird eine neue Luftrettungsstation aufgebaut, während der Standort Mannheim mit dem Hubschrauber Christoph 53 auch über November 2026 hinaus von der DRF betrieben wird.

Bundesweit verzeichnete die gemeinnützige Organisation im Jahr 2025 einen leichten Einsatzzuwachs von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach 35.850 Einsätzen im Jahr 2024 stiegen die Alarmierungen erneut an. Auffällig war dabei insbesondere die zunehmende Zahl von Einsätzen in den Abend- und Nachtstunden. Ein Viertel aller Einsätze entfiel auf Stationen mit 24-Stunden-Betrieb oder erweiterten Randzeiten, was den wachsenden Bedarf an Luftrettung außerhalb der Tageslichtzeiten unterstreicht.

Inhaltlich blieb das Einsatzspektrum konstant anspruchsvoll. Häufigste Alarmierungsgründe waren erneut Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, bei denen Zeit ein entscheidender Überlebensfaktor ist. Darüber hinaus wurden die Hubschrauber regelmäßig zu Unfällen und schweren Stürzen gerufen. In 226 Fällen kam eine Rettungswinde zum Einsatz, um Patientinnen und Patienten auch aus schwer zugänglichem Gelände zu bergen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 41 Prozent.

Ergänzt wird die Luftrettung durch den internationalen Bereich: Die am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden stationierte DRF Assistance führte mit drei Ambulanzflugzeugen 479 weltweite Patientenrückholungen mit medizinischer Begleitung durch. Das bedeutete ein Plus von 24 Prozent gegenüber 2024. Die Crews flogen dabei 45 Länder an und legten rund 1,6 Millionen Kilometer zurück.

Parallel zu den steigenden Einsatzzahlen investiert die DRF Luftrettung kontinuierlich in medizinische und fliegerische Qualität. Moderne Point-of-Care-Diagnostik, darunter mobile Ultraschallgeräte und Blutgasanalysegeräte, ermöglicht bereits am Einsatzort eine präzisere Einschätzung des Patientenzustands und eine gezielte Auswahl der Zielklinik. In der notfallmedizinischen Forschung beteiligt sich die Organisation zudem an der Erprobung neuer Bluttests zur frühzeitigen Erkennung von Hirnblutungen.

Auch strukturell wurde die Position der DRF Luftrettung im Jahr 2025 weiter gestärkt. Mehrere Ausschreibungsentscheidungen in verschiedenen Regionen Deutschlands bestätigten die Bedeutung von Erfahrung, Verlässlichkeit und technischer Leistungsfähigkeit in der Luftrettung. Dazu zählen unter anderem der Start des 24-Stunden-Betriebs des Intensivtransporthubschraubers in Dortmund, Vertragsverlängerungen in Weiden sowie neue Vertragszeiträume in Regensburg. In Baden-Württemberg ist die Inbetriebnahme der neuen Station in Lahr vorbereitet, während in Berlin seit Anfang 2026 alle drei Luftrettungsstationen von der DRF betrieben werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Flottenmodernisierung. Mit Hubschraubern der Typen H135 und H145 betreibt die DRF Luftrettung nach eigenen Angaben die modernste Flotte unter den Luftrettungsorganisationen in Europa. Die Maschinen sind für Notfalleinsätze ebenso wie für komplexe Intensivtransporte ausgelegt und mit digitalem Cockpit, modernen Assistenzsystemen sowie umfassender Medizintechnik ausgerüstet. Im Juli 2025 wurde zudem der Kauf von zehn Hubschraubern des neuen Typs H140 vereinbart, womit die kontinuierliche Erneuerung der Flotte fortgesetzt wird.

Die Jahresbilanz 2025 zeigt damit deutlich: Ob am Standort Leonberg, landesweit in Baden-Württemberg oder im Bundesgebiet – die schnelle Hilfe aus der Luft gewinnt weiter an Bedeutung. Steigende Einsatzzahlen, wachsende Anforderungen und neue Versorgungsstrukturen machen die Luftrettung zu einem zentralen Baustein einer leistungsfähigen Notfallversorgung in Deutschland.