
Symbolische Schlüsselübergabe durch Architekt Stefan Voigt (3.v.l) an Bürgermeister Frank Spottek. Foto Georg Kost
TIEFENBRONN, 27.07.2026 (rsr) – Musik erfüllte die frisch sanierte Gemmingenhalle, Kinder sorgten mit ihren Auftritten für Begeisterung und Hunderte Besucherinnen und Besucher nutzten am Sonntagnachmittag die Gelegenheit, das modernisierte Gebäude erstmals zu erkunden. Mit einer Feierstunde und einem Tag der offenen Tür übergab die Gemeinde Tiefenbronn ihre grundlegend sanierte Gemmingenhalle nach rund zweijähriger Bauzeit wieder ihrer Bestimmung. Damit verfügt die Gemeinde wieder über einen modernen Mittelpunkt für Sport, Kultur, Vereinsleben und Begegnungen.
Schon vor Beginn der offiziellen Feier wurde deutlich, welchen Stellenwert die Halle für die Bürgerschaft besitzt. Der Andrang war groß, viele Gäste wollten sich selbst ein Bild von den umfangreichen Veränderungen machen.
Den musikalischen Auftakt gestalteten die Tiefenbronner Musik gemeinsam mit dem Musikverein Mühlhausen unter der Leitung von Andreas Michel. Ein weiteres gemeinsames Projekt präsentierte anschließend der Männerchor „Freundschaft“ Tiefenbronn gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern unter der musikalischen Leitung von Miriam Kurrle.
Für zusätzliche Farbtupfer sorgte das Kinderballett des Carnevalvereins Tiefenbronn unter der Leitung von Simone Rosa und Sabrina Renzino.
Ein besonderer Moment war die symbolische Schlüsselübergabe. Statt eines klassischen Schlüssels wurde Bürgermeister Frank Spottek von Architekt Stefan Voigt ein kunstvoll gebackener Hefezopf überreicht. Dieser fand im Anschluss unter den Gästen schnell zahlreiche dankbare Abnehmer.
Bürgermeister blickt auf langen Weg zurück
Bürgermeister Frank Spottek bezeichnete die Gemmingenhalle als einen Ort der Begegnung, des Sports, der Kultur, der Gemeinschaft und des Ehrenamts. Sie sei seit ihrer Einweihung im Jahr 1977 weit mehr als eine Mehrzweckhalle gewesen und werde diese Aufgabe auch künftig erfüllen. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass der Weg bis zur Wiedereröffnung lang gewesen sei und intensive Diskussionen sowie zahlreiche Entscheidungen erfordert habe.
Bereits in der Planungsphase habe die Gemeinde bewusst den engen Austausch mit den späteren Nutzern gesucht. Alle Vereine seien frühzeitig eingebunden worden. Besonders intensiv sei über die Zukunft der Kegelbahn diskutiert worden. Deshalb hätten die Architekten im Wettbewerb zwei Varianten entwickeln müssen – mit und ohne Kegelbahn. Am Ende habe sich der Gemeinderat bewusst für deren Erhalt entschieden.
Sein Dank galt den Mitgliedern der damaligen Arbeitsgruppe, den Fachplanern, dem Gemeinderat und der Gemeindeverwaltung, die gemeinsam Verantwortung übernommen hätten. Ebenso bezog Spottek ausdrücklich die Anwohner in seinen Dank ein, die während der Bauzeit Lärm, Staub, Verkehrsbehinderungen und zahlreiche Einschränkungen in Kauf genommen hätten.
Für die umfassende Modernisierung investierte die Gemeinde rund 6,5 Millionen Euro. Einen erheblichen Teil der Finanzierung ermöglichten Förderprogramme von Bund und Land. Rund 2,8 Millionen Euro stammen aus dem Sondervermögen des Bundes, weitere 935.000 Euro aus dem Landessanierungsprogramm sowie 108.000 Euro aus der kommunalen Sportbauförderung. Hinzu kommen rund 465.000 Euro aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für den erreichten Effizienzgebäude-Standard EH70. Der Eigenanteil der Gemeinde liegt nach derzeitigem Stand bei rund 1,89 Millionen Euro. Großen Beifall erhielt Spottek für die Mitteilung, dass das Großprojekt voraussichtlich ohne die Aufnahme neuer Kredite finanziert werden könne.
Architekt: Bewährtes erhalten und zukunftsfähig gemacht
Architekt Stefan Voigt von der AS Planungsgesellschaft mbH unterstrich, dass sich die Entscheidung für den Erhalt der bestehenden Halle als richtig erwiesen habe. Aus einem in die Jahre gekommenen Gebäude sei eine moderne, multifunktionale Mehrzweckhalle entstanden, die heutigen Anforderungen gerecht werde und gleichzeitig ihre Identität bewahre.
Das äußere Erscheinungsbild wurde grundlegend verändert. Ein neuer Haupteingang auf der Parkplatzseite mit großzügigem Vorplatz schafft nun einen deutlich einladenderen Zugang. Ein weit auskragendes Vordach mit beleuchtetem Lichtkranz prägt das neue Gesicht der Halle. Die Kombination aus einem umlaufenden Holzsockel und einer lichtdurchlässigen Polycarbonatfassade sorgt für eine moderne Optik und mehr Tageslicht im Gebäude.
Auch im Inneren präsentiert sich die Gemmingenhalle vollständig erneuert. Ein großzügiges Foyer empfängt die Besucher, sämtliche Bereiche sind barrierefrei erreichbar und erstmals verbindet ein Aufzug das Erd- mit dem Untergeschoss. Der Hallenboden wurde ebenso erneuert wie die fest eingebauten Sportgeräte. Hinzu kamen ein Regieraum, ein Sanitätsraum sowie modernisierte Sanitäranlagen. Die Küche wurde deutlich erweitert und zeitgemäß ausgestattet. Als Erinnerung an die Geschichte der Halle blieb eine Wandmalerei aus den 1970er-Jahren erhalten.
Modernisiert wurde auch die Kegelbahn. Sie verfügt jetzt über einen eigenen Zugang, eine kleine Küche und separate Sanitärbereiche. Dadurch können Halle und Kegelanlage künftig unabhängig voneinander genutzt werden.
Weniger sichtbar, aber technisch von großer Bedeutung, sind die umfangreichen Arbeiten an der Gebäudestruktur. Aus statischen und brandschutztechnischen Gründen erhielt die Halle eine komplett neue Dachkonstruktion mit Brettschichtholzbindern. Die Flachdächer wurden energetisch aufgewertet und mit einer begrünten Gefälledach-Dämmkonstruktion versehen.









Vereine loben Zusammenhalt während der Bauzeit
Für die Tiefenbronner Vereine sprach Steffen Maurer, der auf zwei außergewöhnliche Jahre zurückblickte. Die Sanierung habe das Vereinsleben und zahlreiche Veranstaltungen erheblich verändert. Gleichzeitig habe sich gezeigt, wie eng Vereine, Gemeinde und Ehrenamt zusammenarbeiten können. Veranstaltungen seien abgestimmt, Ausweichmöglichkeiten gefunden und gegenseitige Unterstützung selbstverständlich geworden. Gerade dieser Zusammenhalt habe dazu beigetragen, dass das Vereinsleben trotz der langen Bauphase lebendig geblieben sei.
Im Anschluss an den offiziellen Teil nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, die modernisierte Gemmingenhalle bei Führungen zu besichtigen. Besonderes Interesse galt dabei neben der Sporthalle auch der neu gestalteten Kegelbahn, dem Tischtennisraum sowie der Präsentation der Energie Tiefenbronn GmbH.
