Meilenstein in der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes erreicht

bei Georg Kost

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landkreis, Stadt und Leistungserbringern beim gemeinsamen Treffen. Foto: LRA Enzkreis; Jürgen Hörstmann

ENZKREIS, 27.07.2026 (enz) – Knapp 2000 neue Gesamtpläne für Menschen mit Behinderung, ebenso viele neu erfasste Bescheide, rund hundert neu verhandelte Verträge und Entgeltvereinbarungen. Beeindruckende Zahlen und ein Anlass für den Enzkreis und die Stadt Pforzheim, sich bei den örtlichen Trägern der Eingliederungshilfe bei einem gemeinsamen Frühstück für den Meilenstein der administrativen Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) zu bedanken. „Das ist das größte Reformprojekt, das Verwaltung und Träger der Eingliederungshilfe hier in den vergangenen zehn Jahren gestemmt haben – und wir haben es im Zeitplan geschafft“, sagte die Sozialdezernentin des Enzkreises, Katja Kreeb, bei der Veranstaltung.
„Dass wir das gemeinsam mit den Trägern und nicht gegen sie geschafft haben, darauf sind wir ein Stück weit stolz“, sagt Joachim Hülsmann, Leiter des städtischen Jugend- und Sozialamts.

Für jeden einzelnen Menschen mit Behinderung wurde der Teilhabebedarf komplett neu ermittelt und in einem eigenen Gesamtplan festgehalten. Parallel dazu entwickelten Landratsamt, Rathaus und Leistungserbringer gemeinsam ein eigenes Leistungs- und Vergütungsmodell – die Grundlage dafür, dass Teilhabeleistungen künftig personenzentriert gewährt werden. „Auch mit finanziellen Herausforderungen“, wie Katja Kreeb betont. Pforzheims Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn ergänzt: „Für die Stadt und den Enzkreis hat dies zur Folge, dass wir mehr finanzielle Mittel für zusätzliches Betreuungspersonal bereitstellen müssen.“ Beide fordern, dass diese Leistungsausweitung durch den Bund auch vollständig von dort refinanziert wird.

Mit dem formalen Abschluss ist die Arbeit für Kreeb und Hülsmann aber nicht beendet: Die individuelle Unterstützung der Menschen mit Behinderung bleibt eine dauerhafte Aufgabe, an der Verwaltung und Träger kontinuierlich weiterarbeiten. Entscheidend sei jetzt, dass die Reform bei den Menschen selbst ankommt – durch mehr Selbstbestimmung und eine spürbar bessere Betreuung.