Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

bei Georg Kost

NEIN zu Zwangsheirat - Digitale Gesprächsrunde

PFORZHEIM, 19.11.2020 (pm) – Schon seit einigen Jahren hat sich in Pforzheim ein Aktionsbündnis zusammengetan, um zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen ein Zeichen zu setzen. Im Schwerpunkt dreht sich die diesjährige Aktion um Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre. Coronabedingt finden die Veranstaltungen digital statt.
Eine Digitale Gesprächsrunde mit Expertinnen zum Thema „NEIN zu Zwangsheirat“ findet am Montag, 23. November, um 18 Uhr digital auf der Plattform Zoom statt. Eine Anmeldung ist über das Gleichstellungsbüro unter gleichstellung(at)pforzheim.de möglich. Nach Eingang der Anmeldung erhalten Teilnehmende die digitalen Zugangsdaten.

Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sind in erster Linie Mädchen und Frauen von Zwangsverheiratungen bedroht beziehungsweise betroffen. Knapp 30 Prozent der Betroffenen sind bis zu 17 Jahre alt und rund 40 Prozent  zwischen 18- und 21 Jahren. Auch Jungen und Männer sind von Zwangsverheiratung betroffen. „In der Gesprächsrunde werden wir unter anderem der Frage nachgehen, welche Motive einer Zwangsverheiratung zugrunde liegen können und wo Betroffene Hilfe finden. Außerdem stellen wir das neue Infokärtchen „NEIN zu Zwangsheirat“ vor, das pünktlich zum Gedenktag gegen Gewalt an Frauen fertig geworden ist“, so die städtische Gleichstellungsbeauftragte Susanne Brückner.
Veranstalterin der digitalen Gesprächsrunde ist die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim in Zusammenarbeit mit der Steuerungsgruppe Zwangsheirat Pforzheim Enzkreis und der Terre des Femmes Städtegruppe Pforzheim Enzkreis.

„NUR EINE FRAU“ – Kino on Demand
In „NUR EINE FRAU“ erzählt Aynur ihre Geschichte. Es ist die Geschichte einer selbstbewussten jungen Frau, die das Leben liebt und die genau weiß, wie sie es leben möchte. Die der Gewalt in ihrer Ehe entflieht und sich auch von ihren Brüdern und Eltern nicht vorschreiben lässt, was sie zu tun hat. Sie weiß, dass sie sich damit gegen die Traditionen ihrer Familie stellt und sich selbst in Gefahr bringt, doch ihr Drang nach Freiheit ist größer. Bis die Beleidigungen und Drohungen ihrer Brüder immer ernster werden. Der Film basiert auf der realen Geschichte einer jungen Frau und Mutter aus einer türkisch-kurdischen Familie, die 2005 in Berlin einem sogenannten Ehrenmord zum Opfer fiel.

Der Kartenerwerb ist über „on Demand“ auf der Webseite des Kommunalen Kinos www.koki-pf.de möglich.

Karten für den Film können auch jederzeit unabhängig von der digitalen Gesprächsrunde erworben werden.

 

Hintergrund des Internationalen Gedenktags gegen Gewalt an Frauen
Der Gedenktag geht auf den 25. November 1960 zurück, als die drei Schwestern Mirabal aufgrund ihrer politischen Aktivitäten vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik vergewaltigt und ermordet wurden. Mut und Schicksal der Mirabal-Schwestern wurden bald zum Symbol für den Widerstand von Frauen gegen Unrecht und Gewalt. 1981 wurde dieser Tag in Bogota, Kolumbien, zum Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen ausgerufen.
Diese Initiative wurde 18 Jahre später von den Vereinten Nationen aufgegriffen und der 25. November zum Internationalen Gedenktag gegen Gewalt an Frauen erklärt.