
Ein Großbrand verursacht Millionenschaden in Nagold. Foto: Kreisfeuerwehrverband Calw e.V.
NAGOLD/KREIS CALW, 19.01.2026 (pm) – Ein Brand in Nagold hat am Sonntagmorgen erhebliche Schäden verursacht und einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ausgelöst. Ausgangspunkt des Feuers war nach bisherigen Erkenntnissen eine Papiertonne in einem Carportbereich. Die Flammen griffen rasch auf ein Wohnmobil, den Carport sowie zwei angrenzende Gebäude über. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden wird auf über eine Million Euro geschätzt. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.
Gegen 7 Uhr alarmierten Anwohner die Feuerwehr, nachdem sie einen starken Feuerschein zwischen einem Wohnhaus und einer Gaststätte bemerkt hatten. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand der Carportbereich bereits in Vollbrand. Nach Angaben der Feuerwehr hatten sich alle Bewohner der betroffenen Gebäude rechtzeitig und unverletzt ins Freie retten können.
Der Einsatzleiter und stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Nagold, Philipp Katz, schilderte die Lage vor Ort: „Unter dem Vordach brannte ein Müllcontainer, der bereits auf ein Wohnmobil übergegriffen hat. Durch angrenzende Thuja-Hecken und die Holzkonstruktion des Carports hatten wir eine sehr schnelle Brandausdehnung.“ Da der Carport die Gaststätte mit einem Wohnhaus verband, habe die Feuerwehr umgehend umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen. „Wir haben mit zwei Riegelstellungen die Gebäude gesichert und mit einem Wendstrahlrohr die Brandbekämpfung über unsere Drehleiter von oben durchgeführt. Gleichzeitig waren wir von verschiedenen Seiten mit insgesamt fünf C-Strahlrohren im Einsatz“, so Katz.

Ein Wohnmobil stand beim Eintreffen der Feuerwehr im Vollbrand. Foto Kreisfeuerwehrverband Calw e.V.
Trotz der Maßnahmen konnte ein Übergreifen nicht vollständig verhindert werden. Fensterscheiben barsten, und auch im angrenzenden Wohnhaus entstand erheblicher Brandschaden. „Durch die enorme Hitzeentwicklung konnte das Bersten der Scheiben des Wohnhauses nicht verhindert werden, so dass auch im angrenzenden Wohnhaus ein umfangreicher Brandschaden entstanden ist“, erklärte der Einsatzleiter. Zusätzlich durchsuchten Atemschutztrupps wiederholt die Innenräume der Gaststätte, um eine weitere Ausbreitung von Rauch und Feuer zu verhindern.
Insgesamt waren rund 30 Atemschutzgeräteträger im Einsatz. Da sich das Feuer unter das Blechdach der Gaststätte ausgebreitet hatte, musste dieses geöffnet und teilweise abgetrennt werden, um Glutnester gezielt abzulöschen. Die Nachlöscharbeiten zogen sich über den gesamten Sonntag hin.
Zwei Wohngebäude sind nach Angaben der Einsatzkräfte derzeit nicht bewohnbar, zudem brannten zwei Fahrzeuge vollständig aus.
An der Einsatzstelle verschafften sich Oberbürgermeister Jürgen Großmann und Ordnungsamtsleiter Achim Gräschus ein Bild der Lage. Großmann betonte: „Wir sind sehr dankbar, dass bei diesem Großbrand keine Menschen zu Schaden gekommen sind.“ Zugleich dankte er den Einsatzkräften für den reibungslosen Ablauf und das gute Zusammenwirken aller beteiligten Abteilungen, durch das Schlimmeres verhindert worden sei.
Insgesamt waren 17 Feuerwehrfahrzeuge und mehr als 90 Einsatzkräfte aus Nagold und den Ortsteilen vor Ort. Der Rettungsdienst unterstützte den Einsatz zunächst mit vier Fahrzeugen und Notärzten, bevor der Sanitätsdienst vom DRK-Ortsverein Nagold-Wildberg übernommen wurde. Dieser stellte nicht nur die medizinische Betreuung sicher, sondern sorgte auch für die Verpflegung der über 120 eingesetzten Kräfte und organisierte ein gemeinsames Mittagessen im Feuerwehrgerätehaus.
Unterstützt wurde der Einsatzleiter durch die stellvertretenden Kreisbrandmeister André Weiss und Tido Lüdtke. Die Polizei Nagold und die Kriminaltechnik aus Calw waren mit mehreren Beamten an der Einsatzstelle und haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Der entstandene Sachschaden wird derzeit auf mehr als eine Million Euro geschätzt.
