Großbrand in Möttlingen fordert rund 100 Einsatzkräfte

bei Georg Kost

Die massive Bauweise des Schuppens forderte die Feuerwehr. Foto: KFV Stocker

BAD LIEBENZELL-MÖTTLINGEN, 11.06.2026 (pm/rsr) – Eine weithin sichtbare Rauchsäule über Möttlingen hat am Mittwochabend einen Großeinsatz der Feuerwehren im Landkreis Calw ausgelöst. Um 20.05 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu einem Brand eines Schuppens alarmiert. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung zusätzlich über eine Warn-App informiert.

Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der Schuppen bereits in Vollbrand. Die besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte bestand in der Lage des Gebäudes. „Der Schuppen ist umringt von Bebauung, Bäumen und Sträuchern“, erläuterte Kreisbrandmeister Bernd Meyer. Dadurch konnten die Löschfahrzeuge nicht direkt bis zum Brandobjekt vorfahren.

Zur Brandbekämpfung waren die Feuerwehren aus Möttlingen, Bad Liebenzell, Unterhaugstett, Althengstett und Calw im Einsatz. Um die Flammen auch von oben bekämpfen zu können, wurde der Teleskopgelenkmast der Feuerwehr Althengstett eingesetzt, der über das Dach eines benachbarten Hauses hinweg Löschmaßnahmen ermöglichte.

In Bad Liebenzell-Möttlingen stand ein Schuppen in Vollbrand. Foto: Feuerwehr

Die unmittelbar angrenzenden Wohnhäuser wurden vorsorglich evakuiert. Zudem ließ Einsatzleiter Thomas Bäuerle den Zug Messtechnik aus Sindelfingen anfordern, um mögliche Auswirkungen der Rauchentwicklung zu überwachen. Aufgrund der sensiblen Einsatzlage setzte der Bad Liebenzeller Stadtbrandmeister außerdem die Drohneneinheit des Landkreises ein, die das Brandgeschehen aus der Luft erkundete und überwachte.

Den Löschangriff führten insgesamt 32 Atemschutzgeräteträger in Zweiertrupps durch. Sie gingen mit fünf C-Rohren und einem B-Rohr gegen die Flammen vor. Unterstützung erhielten sie von der Feuerwehr Calw, die mit dem Abrollbehälter Atemschutz zusätzliche Atemschutzgeräte bereitstellte.

Die massive Bauweise des Schuppens sowie der dicht gelagerte Inhalt erschwerten die Löscharbeiten erheblich. Erst nach rund zwei Stunden gelang es den Einsatzkräften, das Dach zu öffnen und an die Hauptbrandherde vorzudringen. Zur Unterstützung wurde ein Teleskoplader aus Calw eingesetzt, der aufgrund seiner kompakten Bauweise bis an das Gebäude heranfahren konnte.

Für die Wasserversorgung erwies sich ein nahe gelegener Hochbehälter als wichtiger Faktor. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis tief in die Nacht hin, da zahlreiche Glutnester abgelöscht werden mussten.

Insgesamt waren rund 100 Feuerwehrangehörige mit 22 Fahrzeugen im Einsatz. Ebenfalls vor Ort waren der DRK-Ortsverein Schömberg/Bad Liebenzell mit seiner Bereitschaft sowie die Polizei mit zwei Streifenwagen und vier Beamten. Während des Großeinsatzes stellte die Feuerwehrabteilung Maisenbach die Grundsicherung für das Stadtgebiet sicher. Die Einheit wurde währenddessen zu einem parallelen Einsatz alarmiert. Der entstandene Sachschaden wird auf 350.000 Euro geschätzt.