Brauchtum und Tradition der Weiler Fasnet

Narrenzunft AHA übernimmt das Regiment

bei Georg Kost

Die Fasnet der Narrenzunft AHA in Weil der Stadt lebt von Tradition. Archivfoto: Georg Kost

WEIL DER STADT, 08.01.2026 (rsr) – Wenn sich in Weil der Stadt die Gassen mit schallendem Gelächter, scheppernder Musik und gelebter Tradition füllen, ist unmissverständlich klar: Die Fasnet hat wieder das Regiment übernommen. In der Hochburg schwäbisch-alemannischer Narretei lädt die Narrenzunft AHA in den kommenden Wochen zu einer Saison ein, die farbenfroh, wortreich und tief im Brauchtum verwurzelt ist. Seit dem Jahr 1665 prägt die Fasnet das Gesicht der Keplerstadt – und auch in dieser Kampagne zeigt sie sich lebendig, selbstbewusst und voller närrischer Strahlkraft.

Ihren feierlichen Auftakt nimmt die Weiler Fasnet am Samstag, dem 24. Januar 2026, mit der traditionellen Narrenmesse um 18.30 Uhr in der Kirche Sankt Peter und Paul. Geistliche Besinnung und närrische Vorfreude verbinden sich dabei zu einem besonderen Moment, der die kommenden Wochen stimmungsvoll eröffnet.
Noch am selben Abend verlagert sich das Geschehen in die Stadthalle, wo der Zunftball der Narrenzunft AHA den offiziellen Startschuss für ausgelassenes Feiern, Tanz und Maskentreiben gibt.

Am Samstag, dem 7. Februar 2026, übernehmen die Hexen das Zepter. Beim Hexenball in der Stadthalle entfaltet sich eine Mischung aus Mystik, Musik und überschäumender Lebenslust, die das närrische Treiben weiter anheizt.
Nur einen Tag später, am Sonntag, dem 8. Februar 2026, folgt mit dem Narrensprung einer der markantesten Höhepunkte der Weiler Fasnet. Um 14 Uhr ziehen sämtliche Narren der Zunft durch die Stadt vor das Rathaus, während Zunftmeister Tobias Forstenhäusler gemeinsam mit seinem Siebenerrat feierlich die Regentschaft über Weil der Stadt übernimmt.

Narrensprung der Narrenzunft AHA Weil der Stadt. Archivfoto: Georg Kost

Mit spitzer Zunge, Witz und närrischer Schärfe geht es am Donnerstag, dem 12. Februar 2026, weiter. Um 19 Uhr beginnt im Klösterle die Narrete Sitzung, bei der Wortbeiträge, Häs und traditionelle Darbietungen für ein kurzweiliges Programm sorgen.
Der folgende Sonntag, der 15. Februar 2026, steht ganz im Zeichen der Begegnung und des großen Spektakels. Bereits am Vormittag treffen zahlreiche befreundete Narrenzünfte und Musikkapellen in Weil der Stadt ein und beleben die Straßen. Um 10.30 Uhr lädt die Narrenzunft AHA zum Zunftmeisterempfang ins Klösterle, ehe ab 14 Uhr der traditionelle Fasnetsumzug durch die Innenstadt zieht.
Rund dreizehn Gastzünfte präsentieren ihre Häser und ihr Brauchtum, begleitet von neunzehn Musikkapellen, die mit narrischer Musik den unverwechselbaren Klang der Fasnet durch die Stadt tragen.
Dass dieser Umzug Jahr für Jahr ein besonderes Erscheinungsbild bietet, ist auch der intensiven Vorbereitung der Narrenzunft zu verdanken.
Bereits seit Dezember entstehen in der Werkstatt im Spital rund fünfzehn aufwendig gestaltete Festwagen, die den Umzug prägen und die Kreativität der Weiler Narren eindrucksvoll widerspiegeln.

Emotionaler Abschied: Mitternächtliche Verbrennung der Fasnet. Archivfoto: Georg Kost

Am Dienstag, dem 17. Februar 2026, gehört die Bühne den jüngsten Narren. Um 14 Uhr zieht der Kinderumzug durch die Innenstadt, bevor beim anschließenden Käpselesball in der Stadthalle ausgelassen weitergefeiert wird.
In der Nacht findet die Fasnet ihren traditionellen und zugleich emotionalen Abschluss: Um 24 Uhr wird auf dem Speidelsberg die Fasnet verbrannt – ein stiller Moment des Abschieds, der bereits die Vorfreude auf das kommende Jahr in sich trägt.

Abgerundet wird die Weiler Fasnet durch die vielfältigen Zunftgruppen der Narrenzunft AHA, die mit Ritualen wie Hexensabbat, Klistierus der Steckentäler, Teufelstaufe oder dem Farbanrühren der Clowns das Brauchtum lebendig halten. So treffen sich die Schlehengeister am 9. Januar um 20 Uhr am Narrenbrunnen, die Schelme und die Hexen am 10. Januar jeweils um 19 Uhr an ihren angestammten Orten, die Steckentäler am 17. Januar um 19.30 Uhr am Calwer Tor sowie die Schellenteufel und die Clowns am 23. Januar am Spital, um neue Mitglieder feierlich in ihre Reihen aufzunehmen.
Und dann heißt es auch in dieser Saison wieder viel zu früh: s’ghot dagega. Doch eines bleibt gewiss – die Fasnet lebt, solange sie Menschen in sich tragen.
Weitere Informationen zur Weiler Fasnet sind auf der Internetseite der Narrenzunft AHA zu finden.