Wenn der Strom fehlt

Was ein Blackout für den Alltag bedeutet – und wie sich Haushalte vorbereiten können

bei Georg Kost

Symbolfoto: infopress24.de

PFORZHEIM/ENZKREIS, 08.01.2026 (pm/rsr) – Der großflächige Stromausfall in Teilen Berlins hat deutlich gemacht, wie verletzlich moderne Städte sind, wenn die Energieversorgung ins Stocken gerät. Was im Normalbetrieb selbstverständlich erscheint, bricht binnen Minuten weg: Haushaltsgeräte stehen still, Wohnungen bleiben dunkel und kalt, Wasser fließt nicht mehr zuverlässig aus den Leitungen, digitale Kommunikation wird unsicher. Auch Bank- und Zahlungssysteme geraten ins Stocken. Die Ereignisse haben vielerorts eine neue Aufmerksamkeit für die Frage geweckt, wie gut Privathaushalte und Kommunen auf länger andauernde Abschaltungen vorbereitet sind.

Ursachen für Stromausfälle gibt es viele. Beschädigte Leitungen nach Unfällen oder bei Bauarbeiten, Unwetterlagen mit Sturm, Hochwasser oder Schneelasten, aber auch technische Defekte können zu Unterbrechungen führen. In Ausnahmesituationen kommen zudem vorsätzliche Eingriffe wie Sabotage oder Angriffe auf IT-Systeme von Versorgern in Betracht. In der Regel gelingt die Wiederherstellung innerhalb weniger Stunden. Sind jedoch größere Regionen betroffen, kann die Stromversorgung auch über Tage beeinträchtigt sein – mit entsprechenden Auswirkungen auf Infrastruktur und Bevölkerung.

Vor diesem Hintergrund nimmt auch Pforzheim das Thema in den Blick. Die Versorgungssicherheit gilt als hoch, dennoch bleiben Restrisiken bestehen. Die Feuerwehr Pforzheim und der Leiter des Katastrophenschutzes machen deutlich, dass Vorsorge im eigenen Haushalt ein entscheidender Baustein der Resilienz ist.
Ein Stromausfall betrifft nicht allein die Beleuchtung, sondern heiztechnische Anlagen, Kommunikationswege, Bargeldversorgung, Aufzüge, Tankstellen und zahlreiche weitere Bereiche des täglichen Lebens. Wer vorbereitet ist, bleibt orientiert und handlungsfähig und entlastet gleichzeitig Einsatzorganisationen.

Im Mittelpunkt der Empfehlungen steht eine tragfähige Eigenvorsorge für mehrere Tage. Dazu gehört vor allem ausreichend Trinkwasser für alle Haushaltsmitglieder, einschließlich Haustiere.

Symbolfoto: infopress24de

Ebenso relevant sind haltbare Lebensmittel, die ohne elektrische Geräte nutzbar sind und im Notfall auch kalt verzehrt werden können. Für die Überbrückung ohne Netzstrom sollten alternative Lichtquellen und Energiereserven bereitliegen, etwa mit Taschenlampen und Ersatzbatterien oder externen Ladegeräten für Mobilgeräte. Ein batteriebetriebenes oder per Kurbel betriebenes Radio ermöglicht Informationszugang, wenn Internet und Mobilfunk gestört sind.
Darüber hinaus sind persönliche Medikamente, ein gut ausgestatteter Erste-Hilfe-Satz und grundlegende Hygieneartikel von Bedeutung. Bargeldvorräte können hilfreich sein, wenn Kartenzahlung nicht möglich ist. Warme Kleidung und Decken sichern Komfort und Gesundheit bei Heizungsausfällen. Kochmöglichkeiten, die unabhängig vom Strom funktionieren, sind sinnvoll, sollten aber ausschließlich im Freien eingesetzt werden, um Gefahren zu vermeiden. Wesentlich ist, vorhandene Alltagsprodukte intelligent zu bevorraten und regelmäßig zu erneuern, statt auf spezielle Notfallwaren zu setzen.

Zur Ergänzung dieser Eigenvorsorge stellt die Feuerwehr Pforzheim einen Flyer mit Hinweisen zum Verhalten bei Stromausfall zur Verfügung. Darin werden unter anderem Notfallmeldestellen im Stadtgebiet erläutert. Diese Standorte in Feuerwehrhäusern, Polizeidienststellen und an verkehrsreichen Punkten gewährleisten im Falle eines längeren Ausfalls von Telefonie und Mobilfunk die Kontaktaufnahme mit der Leitstelle. Bürgerinnen und Bürger können dort persönlich Hilfeersuchen anbringen, die per Funk weitergeleitet werden. Der Informationsflyer ist online abrufbar und sollte möglichst vorab gesichert oder ausgedruckt werden, um im Ernstfall unabhängig von digitalen Medien zu sein.

Die Stadt hat das Zusammenspiel ihrer Akteure zuletzt in einer größeren Übung erprobt. Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk trainierten die Einrichtung und den Betrieb von Notfallmeldestellen sowie die Information der Bevölkerung in Krisenlagen. Ziel dieser Maßnahmen ist eine verlässliche Koordination und die Bündelung von Kräften im Ereignisfall. Solche Trainings stärken die Handlungsfähigkeit und erhöhen die Robustheit kommunaler Strukturen.

Klar wird: Vorsorge ist eine gemeinsame Aufgabe von Verwaltung und Bürgerschaft. Kommunale Stellen bereiten sich auf außergewöhnliche Lagen vor, doch der erste Schritt beginnt im eigenen Haushalt. Wer Wasser, Nahrung, Wärme, medizinische Bedarfe und Kommunikationsmöglichkeiten vorausschauend sichert, bleibt ruhiger, informierter und kann auch Nachbarn unterstützen. Die Erfahrungen aus Berlin haben gezeigt, dass ein Ausfall der Energieversorgung weitreichende Folgen hat. Rechtzeitige Eigenvorsorge mindert Risiken und trägt dazu bei, dass Städte und Gemeinden auch in Ausnahmesituationen funktionsfähig bleiben.

Weitere Informationen:
Weitere Hinweise zum richtigen Verhalten bei Stromausfällen, der Flyer „Was tun bei Stromausfall?“ sowie weitere Informationen stehen auf der Internetseite der Feuerwehr Pforzheim (www.feuerwehr-pforzheim.de) und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (www.bbk.bund.de) zur Verfügung. Informationen zu den Notfallmeldestellen finden sich unter www.buergergis.pforzheim.de.