Spezialgerät bohrt Löcher für Schlossberghöfe

bei Georg Kost

Verbau sichert Baugrube mit einem Kilometer Stahl

Spezialgerät bohrt Löcher für Schlossberghöfe. Foto: Stadt Pforzheim, Ljiljana Berakovic

PFORZHEIM, 08.03.2022 (pm) – Über 90 Stahlträger bringt Projektentwickler Ten Brinke seit gestern beim Großprojekt Schlossberghöfe rings um das Baufeld für das neue Technische Rathaus in die Erde ein. Die Träger bilden das Grundgerüst für den sogenannten Verbau, der die künftige Baugrube gegen das umgebende Erdreich absichern soll. Zum Einsatz kommt dafür ein werkneues Spezialgerät eines italienischen Herstellers, das zunächst die Löcher bohrt, bevor die Träger eingesetzt werden können.

„In den kommenden knapp vier Wochen werden wir täglich fünf bis sechs Löcher bohren und die Träger einsetzen können“, blickt Simon Böe von der Bauleitung voraus. „Ein bisschen sind wir da auch abhängig davon, wie sich der Untergrund präsentiert. In dieser Zeit wird es leider zu erhöhten Lärm- und Staubentwicklungen kommen, die sich bei einer Baustelle dieser Größenordnung trotz aller Bemühungen nicht vermeiden lassen.“ Um sich bis in die notwendige Tiefe ein Bild zu machen, haben bereits am Freitag, 4. März, an einzelnen Stellen Probebohrungen begonnen, für die zunächst eine bereits gebrauchte Maschine an der Baustelle angeliefert wurde. Das neue Bohrgerät kommt für den Probelauf noch nicht zum Einsatz, es soll vielmehr im Lauf der Woche angeliefert werden und den Betrieb aufnehmen, wenn Klarheit über die tieferen Bodenschichten herrscht.

In einem Abstand von rund 3 Metern zueinander werden die Träger senkrecht in die Erde gebracht und mit einer Betonplombe und verschiedenen Füllmaterialien wie etwa Sand gesichert. Dazwischen wird eine sogenannte Ausfachung aus 14 Zentimeter starken Holzbohlen eingesetzt, die zusätzlich mit waagrechten Halteankern im umgebenden Erdreich gesichert werden. Mit jeweils bis zu 12 Metern bringen es die Doppel-U-Träger auf eine Gesamtlänge von über einem Kilometer, bei einem Gewicht von 120 Kilogramm pro laufendem Meter kommen so allein dafür insgesamt fast 130 Tonnen Stahl zusammen. Rund einen Meter Abstand wird der Verbau zur künftigen Gebäudehülle haben. Nach Abschluss der Erdarbeiten werden die Kanthölzer wieder herausgenommen und die Stahlträger wieder gezogen.