Mehr Bio in Kantinen des Enzkreises

bei Georg Kost

Mehrere Einrichtungen aus der Bio-Musterregion Enzkreis nun bio-zertifiziert

Freuen sich über die erfolgreiche „Bio-Zertifizierung in der Gemeinschaftsverpflegung“: Die Geschäftsführerin des Pforzheimer Schiller-Gymnasiums Andrea Boyer und Küchenleiter Hartmut Wieler. Foto LRA Enzkreis; Potente

ENZKREIS, 23.11.2022 (enz) –  Nach zwei Jahren Laufzeit hat in der vergangenen Woche das Projekt „Bio in der Gemeinschaftsverpflegung in Bio-Musterregionen“ seinen erfolgreichen Abschluss gefunden. Insgesamt 37 Einrichtungen – vornehmlich Kantinen, Mensen und Caterer – aus sechs Bio-Musterregionen in ganz Baden-Württemberg erreichten das große Ziel, bei der täglichen Speisenzubereitung eine nachhaltige, gesunde und noch dazu leckere Verpflegung umzusetzen. Auch aus der Bio-Musterregion Enzkreis haben Einrichtungen die Zertifizierung erhalten: die Goll GmbH Niefern mit verschiedenen Ausgabestellen, das Schiller-Gymnasium Pforzheim und das Restaurant „Goldener Anker“ in Dillweißenstein. In den letzten Schritten des Zertifizierungsprozesses befindet sich derzeit der Caritasverband Pforzheim mit verschiedenen Ausgabestellen.

„Ein Blick in die Küchen verrät, was diese Zertifizierung im Detail heißt“, so die Regionalmanagerin der Bio-Musterregion Enzkreis, Ursula Waters; sie ist beim Landwirtschaftsamt Enzkreis beschäftigt, das für den Enzkreis und die Stadt Pforzheim zuständig ist. „Die Einrichtungen, die die Bio-Zertifizierung erhalten haben, müssen bei der Speisenzubereitung zwischen 30 und 80 Prozent Bio-Lebensmittel einsetzen. Die meisten von ihnen haben zudem die Zertifizierung der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“ (DGE) erreicht, die für eine ausgewogene und leckere Ernährung in angenehmer Essatmosphäre steht.“

Bei der feierlichen Zertifikatsübergabe in Stuttgart würdigte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, dieser Tage das vorbildliche Engagement der teilnehmenden Einrichtungen: „Ich freue mich, dass sich so viele Betriebe in Baden-Württemberg entschieden haben, auf Bio umzustellen. Schließlich ist es unser Ziel, den Anteil an regionalem Bio deutlich zu steigern.“ Auch Dr. Kiran Virmani, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, honorierte die Leistung der Betriebs- und Kantinenchefinnen und -chefs sowie der Köchinnen und Köche: „Sie haben sich in besonders schweren Zeiten auf diesen sicher nicht einfachen Weg gemacht. Das ist alles andere als selbstverständlich und verdient unsere Anerkennung.“
Wie Waters weiter berichtet, waren bei der Veranstaltung auch die aktuellen Herausforderungen, vor denen die Branche steht – wie Personalmangel, Kostensteigerungen und die Homeoffice-bedingt sinkende Nachfrage – Thema. Dennoch bestand unter allen Anwesenden Einigkeit, dass dies nicht davon abhalten darf, sich in Form einer nachhaltigen Ernährung weiter um die Gesundheit des Menschen und den Schutz der Umwelt zu kümmern. Gerade die Gemeinschaftsverpflegung habe in ihrer Rolle als „Ernährer von vielen“ einen großen Einfluss auf die Ernährungsgewohnheiten und die Ernährungsbildung der Bevölkerung.

Auch der für die Landwirtschaft zuständige Dezernent des Enzkreises, Holger Nickel, zieht ein positives Fazit: „Das Projekt hat entscheidend dazu beigetragen, dass nun noch mehr Bio-Qualität aus der Region in den Kantinen der Bio-Musterregion Enzkreis angeboten wird. Wir freuen uns, dass wir auf so starke und verlässliche Partner zählen können, und bedanken uns für deren Engagement und die tolle Zusammenarbeit.“

Hintergrundinformationen zur Bio-Musterregion
Ziel der Bio-Musterregionen ist es, auf allen Stufen der Wertschöpfung bioregionale Lebensmittelerzeugung zu fördern, die heimische Landwirtschaft zu erhalten und für einen Verbleib der Wertschöpfung in der Region zu sorgen. Die Verantwortlichen sehen in der Bio-Musterregion ein sehr gutes Instrument, um mit den verarbeitenden Betrieben sowie den Landwirten vor Ort Kooperationen einzugehen, bestehende Wertschöpfungsketten und Strukturen zu stärken und die Nachfrage nach regionalen Bio-Produkten anzukurbeln.