
Rathaus Leonberg. Foto: Stadt Leonberg
LEONBERG, 18.05.2026 (rsr) – Nach fast drei Jahren endet für Josefa von Hohenzollern-Emden das von der Stadt verhängte Dienstverbot. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wird die ehemalige Erste Bürgermeisterin am 1. Juni 2026 ihre Tätigkeit im Rathaus wieder aufnehmen.
Künftig soll sie erneut die Fachbereiche Jugend, Familie und Schule sowie Kultur und Sport verantworten.
Die Aufhebung des Verbots der Führung der Dienstgeschäfte erfolgt nach Angaben der Stadt auf Grundlage einer aktuellen Information des Regierungspräsidiums Stuttgart. Das Dienstverbot war ursprünglich am 22. Juni 2023 ausgesprochen worden.
Die Rückkehr von Hohenzollern-Emden markiert zugleich ein neues Kapitel in einer politisch bewegten Phase der Leonberger Kommunalpolitik. Zuletzt war die FDP-Politikerin bei der Oberbürgermeisterwahl in Leonberg als unabhängige Kandidatin angetreten. Dabei erreichte sie rund elf Prozent der Stimmen. Zum neuen Oberbürgermeister wurde ihr Mitbewerber Tobias Degode gewählt, der von der CDU unterstützt wurde und sich bereits im ersten Wahlgang mit etwa 51 Prozent durchsetzte.
Überregional bekannt geworden war Josefa von Hohenzollern-Emden während ihrer Zeit als Bürgermeisterin der niederbayerischen Gemeinde Kollnburg. Dort sorgte sie als „singende Bürgermeisterin“ für Aufmerksamkeit, nachdem sie eine Coverversion eines Liedes von Rainhard Fendrich im Internet veröffentlicht hatte. Ein daraus entstandener Streit mit dem Musikverlag des Künstlers konnte später beigelegt werden.
Nach ihrer Abwahl in Kollnburg wechselte sie nach Leonberg, wo sie 2021 zur Ersten Bürgermeisterin und damit zur Stellvertreterin des Oberbürgermeisters gewählt wurde. Zwei Jahre später erfolgte die Freistellung durch den damaligen Oberbürgermeister Martin Cohn.
Im Sommer 2025 kündigte von Hohenzollern-Emden ihre Kandidatur für das Amt der Oberbürgermeisterin an. Im Mittelpunkt ihres Wahlkampfs stand nach eigenen Angaben insbesondere die bessere Vereinbarkeit von Familie und kommunalpolitischer Verantwortung. Überschattet wurde diese Zeit von einem persönlichen Schicksalsschlag: Ihr Ehemann Harald von Hohenzollern starb überraschend während eines beruflichen Aufenthalts in Namibia. Wenige Wochen später brachte sie ihren Sohn zur Welt.
