Kundgebung – Solidarität mit der Ukraine

bei Georg Kost

Pforzheim zeigt Flagge und hilft

Kundgebung am Waisenhausplatz. Foto: Stadt Pforzheim; Ljiljana Berakovic

PFORZHEIM, 12.03.2022 (pm) – Am Samstagnachmittag haben sich rund 600 Menschen zur städtischen Kundgebung „Solidarität mit der Ukraine“ am Theater versammelt. Sie waren Zeuge eines klaren Bekenntnisses für den Frieden und für die Unterstützung der Menschen und der Geflüchteten in und aus der Ukraine. Rednerinnen und Redner, Darstellende und Aufführende machten unter ganz unterschiedlichen Gesichtspunkten auf die Situation und das Leid der Menschen in der Ukraine aufmerksam. Oberbürgermeister Peter Boch stellte deutlich heraus, dass nur einen Tag nach dem Pforzheimer Schicksalstag (23. Februar) der autokratische Herrscher im Kreml seine Militärmaschine in Bewegung gesetzt habe, um das souveräne Nachbarland Ukraine seinem Willen zu unterwerfen: „er hat mitten in Europa einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg begonnen, der durch nichts, aber auch gar nichts, gerechtfertigt ist“. Seither werde in der Ukraine gekämpft. „Seitdem fallen russische Bomben auf Wohnhäuser, schlagen russische Raketen und Granaten in Krankenhäuser, Schulen, Theater, Kirchen und Rathäuser ein. Seitdem töten russische Kugeln ukrainische Soldaten und unschuldige Zivilisten“.

Elena Link (Mitarbeiterin der Diakonie Pforzheim) widmete sich thematisch den Künstlerinnen und Künstlern der Ukraine und Russlands. Sie erzählte kleine Geschichten der Menschen. Erstaunliche Geschichten. Von den vielen Schwierigkeiten der Menschen. Und von Menschen, die über die Grenzen hinweg solidarisch und verbunden bleiben: „ dieser Krieg triff mich – wie viele – mitten ins Herz. Es ist wichtig für mich, hinzusehen und darüber zu erzählen. Damit auch wir mutig und offenherzig sein können. Damit wir Solidarität leben können, denn wir sind frei. Wir sind frei, uns dafür zu entscheiden“, so Elena Link.

Liane Bley (Regionalleiterin Internationaler Bund) machte auf die Situation der Geflüchteten und auf die Lage an der Grenze der Ukraine aufmerksam. „Das stärkste Statement, das wir geben können, ist Menschlichkeit. Und das ist das, was wir in Pforzheim in einer ganz neuen, überwältigenden Dimension erleben. Wir strecken die Hand aus, öffnen die Türen, teilen das Brot. Wir trösten, wir trauern und wir hoffen mit. Wir sprechen vielleicht nicht dieselbe Sprache, aber unsere Herzen sind im Einklang. Und vor allem: wir stehen auf, wir machen uns bemerkbar und wir tun es immer wieder – in Europa und weltweit. Aber besonders hoffe ich, dass dies viele, sehr viele Menschen in Russland tun. Für den Frieden, den wir seit 77 Jahren bewahren konnten. Für die Demokratie. Für die Zukunft unserer Kinder“, so Liane Bley.

Das Programm wurde vom Ensemble des Theaters Pforzheim gestaltet und beinhaltete einen Ballettbeitrag WIND (Pas de Deux), den Beitrag Lied des Soldaten, einen Musikbeitrag von Konzertmeisterin Maria Gawrilenko, ein Gedicht des ukrainischen Autors Serhij Zhadan und das Lied „Von guten Mächten“.

Der Oberbürgermeister wies in seiner Rede darauf hin, dass wir gerade eine beispielhafte Welle der Hilfsbereitschaft für Geflüchtete aus der Ukraine erleben. „Private Initiativen bringen Hilfsgüter an die ukrainische Grenze und holen Menschen von dort zu uns nach Pforzheim. Das zeigt, dass wir nicht ohnmächtig zuschauen müssen, wie tapfere Ukrainerinnen und Ukrainer mit der Waffe in der Hand ihre Heimat, ihre Freiheit und ihre Demokratie verteidigen. Wir können etwas tun und wir tun es“, so der Rathauschef. Gerade werde nur wenige Schritte entfernt die Jahnhalle für die Unterbringung von Geflüchteten ertüchtigt. Wohnungen an der Paul Löbe Straße, Hotels, Pensionen und weitere Immobilien werden eingerichtet oder auf Ihre Tauglichkeit hin untersucht. In seiner Ansprache dankte er allen Menschen in Pforzheim und der Region von Herzen, die sich in welcher Form auch immer für Geflüchtete aus der Ukraine engagieren. Sie helfen das Leid dieser Menschen unmittelbar zu lindern und sie helfen uns als Stadt damit“, so Peter Boch.

Mit der Veranstaltung wolle er gemeinsam mit seinen Bürgermeisterkollegen Erster Bürgermeister Dirk Büscher, Frank Fillbrunn und seiner Kollegin Sibylle Schüssler ein starkes Zeichen setzen, so wie es aktuell und gleichzeitig in ganz vielen anderen europäischen Städten geschieht. „Ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine, in ihrem Kampf für Freiheit, Selbstbestimmung und Demokratie. Ein Zeichen der Solidarität mit allen die vor Krieg und Gewalt auf der Flucht sind“, sagte der Oberbürgermeister.

Er wolle aber auch ein Zeichen der „Solidarität mit all jenen Russinnen und Russen setzen, die Putins Angriffskrieg ablehnen. Die gegen ihn demonstrieren und dafür verfolgt werden. Ein Zeichen für den Frieden und gegen den Krieg!“, sagte Peter Boch.

„Dieser Krieg berührt uns alle, auch mich, es vergeht keine Minute, in der ich nicht überlege, wie man noch helfen könnte. Das geht vielen so, deshalb erleben wir gerade eine beispielhafte Welle der Hilfsbereitschaft für Geflüchtete aus der Ukraine. Private Initiativen bringen Hilfsgüter an die ukrainische Grenze und holen Menschen von dort zu uns nach Pforzheim“, so der Oberbürgermeister.