
Bürgermeister-Stellvertreter Michael Britsch gratuliert Jörg-Michael Teply zur gewonnen Wahl. Foto: Georg Kost
WURMBERG, 19.01.2026 (rsr) – Der Wahlsonntag in Wurmberg war weniger von politischer Spannung geprägt als von dem Eindruck einer nahezu einhelligen Bestätigung. Mit 98,8 Prozent der abgegebenen Stimmen wurde Bürgermeister Jörg-Michael Teply für eine dritte Amtszeit gewählt. Das Wahlergebnis stand rasch im Mittelpunkt des Abends – ebenso wie die Einordnung der Wahlbeteiligung, die vielerorts differenziert betrachtet wurde. Beides bestimmte die Stimmung in der Gemeinde und insbesondere den Wahlabend in der Turn- und Festhalle.
Ein Ergebnis ohne Zweifel
Von den 2.446 Wahlberechtigten gaben 986 Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme ab. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 40,3 Prozent. 939 Stimmen entfielen auf den 54-jährigen Diplom-Verwaltungswirt (FH), der Wurmberg mit seinen rund 3.300 Einwohnern seit inzwischen 16 Jahren führt. Im Vergleich zur Wahl vor acht Jahren konnte Teply sein Ergebnis nochmals steigern. Über Parteigrenzen hinweg wurde das Resultat als eindrucksvolle Bestätigung der bisherigen Amtsführung bewertet.
Als Wahlausschussvorsitzender und erster Bürgermeister-Stellvertreter Michael Britsch gegen 18.45 Uhr das amtliche Endergebnis bekanntgab, reagierte die voll besetzte Turn- und Festhalle mit langanhaltendem Applaus. Die Stimmung reichte von sichtlicher Freude bis zu ruhiger Zufriedenheit. Viele Anwesende äußerten, dass sie ein solches Ergebnis erwartet hätten. Vereinzelt wurde auch Verwunderung darüber geäußert, dass die Bürgermeisterwahl in der sonst eher wenig im Fokus stehenden Gemeinde ein vergleichsweise großes mediales Interesse erfahren hatte.

Bekanntgabe des Wahlergebnisses durch den Wahlausschussvorsitzenden Michael Britsch, (rechts) links daneben Familie Teply. Foto: Georg Kost
Wahlbeteiligung: nüchtern beobachtet, differenziert bewertet
Schon im Verlauf des Wahltages hatte sich abgezeichnet, dass das Interesse an der Stimmabgabe begrenzt, bleiben würde. Wahlhelferin und Gemeinderätin Angela Grommeck berichtete von einem ruhigen Vormittag im Wahllokal.
Einzelne Wähler ließen erkennen, dass sie bei einem Einzelbewerber und einem weithin anerkannten Amtsinhaber keinen besonderen Spannungsmoment gesehen hätten.
Diese Wahrnehmung spiegelte sich auch in den Zahlen wider. Am späten Nachmittag lag die Wahlbeteiligung im Ortsteil Neubärental zeitweise unter 30 Prozent, im Wurmberger Ratssaal bei etwa 35 Prozent.
Nach Schließung der Wahllokale wurde das Endergebnis unterschiedlich eingeordnet. Landrat Bastian Rosenau bewertete die Beteiligung vor dem Hintergrund eines Einzelbewerbers als ordentlich. Aus dem Gemeinderat kam zugleich eine differenziertere Sicht: Michael Britsch würdigte das nahezu einstimmige Wahlergebnis, merkte jedoch an, dass eine höhere Beteiligung aus demokratietheoretischer Sicht wünschenswert gewesen wäre.

Die Besucher in der die voll besetzte Turn- und Festhalle feierten mit langanhaltendem Applaus die Widerwahl ihres Bürgermeisters. Foto: Georg Kost
Wahlabend als Spiegel der Stimmung
Der Wahlabend selbst spiegelte diese Einschätzungen wider. Kurz nach 18 Uhr betrat Jörg-Michael Teply gemeinsam mit seiner Ehefrau Daniela sowie den Töchtern Sarah und Julia die Turn- und Festhalle, empfangen von einem Spalier der Feuerwehr. Für die musikalische Umrahmung sorgten der örtliche Gesangverein und der Musikverein, bewirtet wurden die Gäste von den „Freunden des Queyras“, unter ihnen befanden sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Mitglieder des Gemeinderats sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung. Neben mehreren Bürgermeisterkollegen aus der Region war auch Landrat Bastian Rosenau vor Ort.
Die Mischung aus lokaler Verbundenheit und regionaler Präsenz unterstrich die Wertschätzung, die der Bürgermeisterwahl in Wurmberg entgegengebracht wurde. Teply selbst beschrieb den Wahltag später als ungewohnt „hippelig“, obwohl der Ausgang weithin als klar galt.
Anerkennung über Parteigrenzen hinweg
In den Stellungnahmen der örtlichen Fraktionen und Wählervereinigungen zeigte sich ein breiter Konsens. Übereinstimmend wurde festgestellt, dass weder das deutliche Ergebnis noch die vergleichsweise niedrige Wahlbeteiligung überrascht hätten. Landrat Rosenau ordnete das Resultat als außergewöhnlich stark ein und sprach von einer verdienten Bestätigung der bisherigen Amtsführung. Zugleich verwies er auf die gemeinsamen Herausforderungen von Gemeinden und Landkreis, insbesondere im Bereich der Kommunalfinanzen. Die wachsende Aufgabenlast stehe häufig nicht im Einklang mit der finanziellen Ausstattung, was eine enge Abstimmung erforderlich mache. Für Wurmberg zeigte sich der Landrat überzeugt, dass die Zusammenarbeit auch künftig verlässlich fortgeführt werde.

Das Ehepaar Teply durfte am Wahlabend viele Hände schütteln. Foto: Georg Kost
Blick nach vorn – und zurück in den Alltag
In Gesprächen am Wahlabend wurde deutlich, welche Erwartungen viele Wurmberger und Neubärentaler mit der neuen Amtszeit verbinden. Wiederholt genannt wurden die Themen Verkehr und Infrastruktur. Teply selbst verwies auf die angespannte finanzielle Lage der Kommunen, betonte jedoch, dass zentrale Projekte wie der Umbau der Grundschule und die langfristige Sicherung der Wasserversorgung weiterverfolgt werden müssen.
Für ein längeres politisches Innehalten blieb nach dem Wahlsonntag jedoch kaum Raum. Bereits am Montag standen reguläre Amtsgeschäfte im Rathaus sowie eine Sitzung des Kreistags auf dem Programm. Der Übergang vom Wahlabend in den Alltag erfolgte damit ebenso ruhig wie der Wahltag selbst.
Zugleich wurde deutlich, dass Wurmberg bewusst auf Kontinuität setzt: Das nahezu einstimmige Ergebnis, die überwiegend wohlwollende Einordnung der Wahlbeteiligung und die parteiübergreifende Anerkennung der Amtsführung zeichnen das Bild einer Gemeinde, die ihrem Bürgermeister großes Vertrauen entgegenbringt und den kommenden acht Jahren mit ruhiger Zuversicht entgegensieht.
