
Mit Günter Schneider verliert Tiefenbronn einen Bürger, der das gesellschaftliche Leben seiner Heimat über Generationen hinweg mitgestaltet hat. Foto: DRK
TIEFENBRONN, 02.11.2026 (rsr) – Tiefenbronn trauert um einen außergewöhnlich engagierten Bürger. Der langjährige DRK-Bereitschaftsleiter und Ehrenbürger der Gemeinde ist am 1. November 2026 nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren gestorben.
Über sechs Jahrzehnte hinweg prägte er den DRK-Ortsverein Tiefenbronn. Doch sein Einsatz für die Gemeinschaft reichte weit über das Rote Kreuz hinaus.
Mit Günter Schneider verliert der DRK-Ortsverein Tiefenbronn nicht nur ein geschätztes Mitglied, sondern eine Persönlichkeit, die den Ortsverein über mehr als 60 Jahre hinweg aufgebaut und maßgeblich geprägt hat. Seit 1964 gehörte er dem Deutschen Roten Kreuz an. Mehr als 55 Jahre war er in verschiedenen Leitungs- und Führungspositionen tätig und übernahm Verantwortung für die Entwicklung der Bereitschaft und des gesamten Ortsvereins.
Bis ins Frühjahr 2026 bekleidete Günter Schneider das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden. Von 2004 bis 2026 gehörte er damit als zweiter Vorsitzender zur Führung des Ortsvereins. Wie nachhaltig er die Entwicklung des DRK Tiefenbronn geprägt und den Verein in seiner heutigen Form mit hervorgebracht hat, beschreiben der erste Vorsitzende Joachim Gerlich und sein Stellvertreter Stefan Schoch als wesentliche Lebensleistung des Verstorbenen.
Ein Leben für das Ehrenamt
Geboren wurde Günter Schneider am 12. März 1944. Sein ehrenamtlicher Weg begann bereits in jungen Jahren. Von 1954 bis 1962 war er Messdiener, anschließend engagierte er sich im katholischen Kirchenchor. Auch dem Gesangverein Liederkranz gehörte er von 1962 bis 1988 an. Dort übernahm er zehn Jahre lang das Amt des Schriftführers.
1968 kam der Musikverein Mühlhausen hinzu, in dem er zwölf Jahre als Kassierer Verantwortung trug. Bis zuletzt blieb er dem Verein verbunden und wurde zu dessen Ehrenmitglied ernannt. Auch beim TSV Mühlhausen war er seit 1971 Mitglied und erhielt dort ebenfalls die Ehrenmitgliedschaft.
Sein Engagement beschränkte sich nicht auf Vereine und das kirchliche Leben. Von 1975 bis 1980 gehörte Schneider dem politischen Gemeinderat an. Bereits seit 1965 war er Mitglied der CDU. 2024 übernahm er dort erneut eine Aufgabe als Vorstandsmitglied.
Hinzu kamen Tätigkeiten im katholischen Pfarrgemeinderat von 1982 bis 1990 sowie von 1988 bis 2001 als Lektor und Kommunionhelfer in der katholischen Kirchengemeinde.
Auch die Seniorenarbeit und die regionale Wirtschaft lagen ihm am Herzen. Von 1981 bis 1990 unterstützte er als Assistent das Organisationsteam des Seniorenclubs Mühlhausen. Zwischen 1980 und 1995 gehörte er dem Aufsichtsrat der Raiffeisengebietsbank an. Von 2001 bis 2012 engagierte er sich zudem im Lions Club Wimsheim-Heckengäu, dessen Präsidentschaft er in den Jahren 2006 und 2007 übernahm.
Mehr als sechs Jahrzehnte für das Rote Kreuz
Eine besondere Stellung in seinem Leben nahm jedoch das Deutsche Rote Kreuz ein. 1964 trat Günter Schneider dem DRK-Ortsverein Tiefenbronn als aktives Mitglied bei. Was damals begann, entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen ehrenamtlichen Laufbahn, die über sechs Jahrzehnte andauerte.
Seine Führungsverantwortung begann 1966 als Zugführer, eine Funktion, die er bis 1968 ausübte. Von 1969 bis 2004 war er Bereitschaftsleiter des Ortsvereins Tiefenbronn. Darüber hinaus übernahm er Verantwortung auf Kreisebene: Von 1974 bis 1985 war er stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter, anschließend bis 1999 Kreisbereitschaftsleiter. Danach wurde er zum Ehrenkreisbereitschaftsleiter ernannt.
Auch die Ausbildung und Betreuung anderer gehörten zu seinen Aufgaben. Von 1971 bis 2010 war Schneider als Erste-Hilfe-Ausbilder tätig. Zwischen 1998 und 2010 übernahm er zudem die Ausbildung von Sportgruppen. Von 1996 bis 2016 unterstützte er die Bereitschaft als stellvertretender Bereitschaftsleiter. Parallel dazu gehörte er von 1999 bis 2016 als Beisitzer dem Präsidium des DRK-Kreisverbandes an.
Seine Arbeit war damit keineswegs auf die organisatorische Leitung beschränkt. Über viele Jahre gab er sein Wissen weiter, bildete Menschen in Erster Hilfe aus und sorgte dafür, dass die Bereitschaft ihre Aufgaben erfüllen konnte. Die Verbindung aus praktischer Arbeit, Ausbildung und Führungsverantwortung kennzeichnete seinen langen Weg beim Roten Kreuz.
Zahlreiche Auszeichnungen für jahrzehntelanges Engagement
Sein außergewöhnlicher Einsatz blieb nicht unbeachtet. Bereits 1980 erhielt Günter Schneider die Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes, 1985 folgte das DRK-Ehrenzeichen. 1997 wurde er mit dem Ehrenzeichen des DRK-Kreisverbandes ausgezeichnet. Im Jahr 2005 erhielt er die Auszeichnungsspange für 40 Jahre Tätigkeit.
2015 folgte die Ehrennadel des Landesverbandes, 2016 das Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg. Eine weitere besondere Würdigung erhielt er im April 2025 bei der Jahreshauptversammlung des DRK-Ortsvereins Tiefenbronn. Der Präsident des DRK-Kreisverbandes Pforzheim-Enzkreis, Wolfgang Kramer, überreichte ihm die goldene Ehrennadel des DRK-Bundesverbandes für 60 Jahre aktive Tätigkeit. Auch die Verdienstmedaille in Gold des DRK-Bundesverbandes wurde ihm verliehen.
Die höchste Auszeichnung der Gemeinde
Den Höhepunkt der öffentlichen Anerkennung seiner Lebensleistung bildete die Ernennung zum Ehrenbürger der Gemeinde Tiefenbronn am 6. Juli 2025. Beim Bürgerempfang in der Würmtalhalle überreichte Bürgermeister Frank Spottek, der am 1. Oktober verstorben ist, die höchste Auszeichnung, die die Gemeinde zu vergeben hat.
Günter Schneider war damit erst der dritte Bürger in der Geschichte Tiefenbronns, dem diese besondere Ehre zuteilwurde. Vor ihm waren die Altbürgermeister Hans Kubat und Friedrich Sämann zu Ehrenbürgern ernannt worden.
Die Auszeichnung würdigte nicht nur seine jahrzehntelange Arbeit beim Roten Kreuz, sondern sein vielfältiges Engagement für das Gemeinwesen. Über sieben Jahrzehnte hatte er in Vereinen, kirchlichen Einrichtungen, politischen Gremien und sozialen Organisationen Verantwortung übernommen.
Auch sein 80. Geburtstag im März 2024 und das 60-jährige Jubiläum beim DRK waren Anlass für besondere Würdigungen. Selbst im hohen Alter blieb er dem Ortsverein eng verbunden und begleitete dessen Arbeit bis ins Frühjahr 2026 als stellvertretender Vorsitzender.
Mit Günter Schneider verliert Tiefenbronn einen Bürger, der das gesellschaftliche Leben seiner Heimat über Generationen hinweg mitgestaltet hat. Sein Name bleibt insbesondere mit dem DRK-Ortsverein verbunden, dessen Entwicklung er über Jahrzehnte entscheidend beeinflusste. Die mehr als 60-jährige Verbundenheit mit dem Roten Kreuz und die Vielzahl seiner weiteren ehrenamtlichen Aufgaben zeigen, welchen Stellenwert der Dienst an der Gemeinschaft in seinem Leben hatte.
Die Beerdigung ist für Freitag, den 13.11.2026 um 14 Uhr auf dem Friedhof in Mühlhausen angesetzt.
