Dichter Rauch über der Lucas-Moser-Grundschule

Realitätsnahe Einsatzübung von Feuerwehr und DRK in Tiefenbronn

bei Georg Kost

Eine Alarmübung forderte Feuerwehr und DRK am Sonntagvormittag an der Grundschule Tiefenbronn. Foto Georg Kost

TIEFENBRONN, 20.04.2026 (ms/rsr) –  Dichter Qualm dringt aus dem Schulgebäude, Sirenen zerreißen die morgendliche Ruhe, aufgeregte Stimmen hallen über den Pausenhof: Am Sonntagvormittag wirkt die Situation an der Lucas-Moser-Grundschule bedrohlich real. Kinder stehen an Fenstern und rufen um Hilfe, Einsatzkräfte eilen in das verrauchte Gebäude. Erst auf den zweiten Blick wird klar – es handelt sich nicht um einen Ernstfall, sondern um eine aufwendig inszenierte Alarmübung der Freiwilligen Feuerwehr Tiefenbronn und des Deutschen Roten Kreuzes.

Ziel der groß angelegten Übung war es, das Zusammenspiel der Einsatzkräfte unter möglichst authentischen Bedingungen zu trainieren. „Während des regulären Schulbetriebs ist ein solches Szenario kaum darstellbar“, erklärte die Übungsleitung. Entsprechend hoch war der Aufwand: Mehr als 80 ehrenamtliche Helfer beteiligten sich an der Aktion.

Komplexe Lage mit vielen Vermissten
Das angenommene Szenario hatte es in sich: Bei Arbeiten im Heizungskeller war ein Brand ausgebrochen, dichter Rauch breitete sich rasch im Gebäude aus und versperrte Fluchtwege. Zwei Arbeiter galten als vermisst. Ein Hausmeister, der helfen wollte, stürzte auf einer verrauchten Treppe und konnte sich nicht mehr selbst retten.
Zusätzlich wurden zehn Kinder und zwei Lehrerinnen – dargestellt von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr und deren Angehörigen – in Klassenzimmern eingeschlossen. Sie machten an Fenstern auf sich aufmerksam, während sich der Rauch weiter ausbreitete.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte unter der Leitung von Einsatzleiter Danny Claus zeigte sich eine unübersichtliche Lage. Mehrere Personen wurden im Gebäude vermisst, schnelle Entscheidungen waren gefragt.

Rettung unter Atemschutz und über Leitern
Unverzüglich gingen mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz zur Menschenrettung ins Gebäude vor. Parallel stellten weitere Kräfte die Wasserversorgung sicher. Im Pausenhof wurden tragbare Leitern in Stellung gebracht, über die die eingeschlossenen Kinder aus dem ersten Stock gerettet wurden.
Um die Sicherheit zu gewährleisten, sicherten die Einsatzkräfte jedes Kind mit einem Rettungsknoten. „Solche Übungen sind essenziell, um Handgriffe zu automatisieren und die Kommunikation an der Einsatzstelle zu optimieren“, betonte Kommandant Andreas Gerlich bei der anschließenden Nachbesprechung.

DRK errichtet Behandlungsplatz
Während die Feuerwehr die Rettung koordinierte, baute die Schnelleinsatzgruppe Heckengäu des DRK einen Verbandsplatz mit Zelten auf. Dort wurden die Verletzten erstversorgt und nach Schweregrad gesichtet. Insgesamt registrierten die Helfer mehrere unverletzte sowie leicht bis schwer verletzte Personen.
Auch die Betreuung der unverletzten Schüler gehörte zum Übungsszenario: Sie wurden erfasst und auf Vollständigkeit überprüft, um eine geordnete Übergabe an ihre „Eltern“ zu gewährleisten.

Alarmübung von Feuerwehr und DRK an der Grundschule Tiefenbronn. Foto Georg Kost
Alarmübung von Feuerwehr und DRK an der Grundschule Tiefenbronn. Foto Georg Kost
Alarmübung von Feuerwehr und DRK an der Grundschule Tiefenbronn. Foto Georg Kost

Positive Bilanz und viel Anerkennung
Die Übungsleitung zeigte sich im Anschluss zufrieden mit dem Ablauf. Besonders hervorgehoben wurde das strukturierte Vorgehen – von der ersten Lageerkundung über die Menschenrettung bis hin zur medizinischen Versorgung und Betreuung.

Auch Bürgermeister Frank Spottek verfolgte die Übung vor Ort. Er würdigte das Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen und betonte die Bedeutung solcher Trainings: Sie seien unverzichtbar, um im Ernstfall schnell und koordiniert handeln zu können. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass ein derartiges Szenario an der Schule niemals Realität wird.  < Fotogalerie >