Deutlicher Rückgang an landwirtschaftlichen Arbeitskräften in Baden-Württemberg

Zum Weltbauerntag am 1. Juni 2024: 127 000 Personen in der Südwestlandwirtschaft tätig

bei Georg Kost

Symbolfoto: infopress24.de

STUTTGART, 30.05.2024 (pm) – Nach Feststellung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg waren im Jahr 2023 insgesamt 127 000 Personen in der Landwirtschaft beschäftigt. Da der Anteil der Teilzeitbeschäftigten mit 79 Prozent hoch ist, ist das Arbeitsvolumen mit 57 700 Arbeitskrafteinheiten (AKE) deutlich niedriger. Seit 2020 hat damit der Arbeitskräfteeinsatz, sowohl in Anzahl der Personen (−9 Prozent) als auch in AKE (−7 Prozent) ausgedrückt, deutlich abgenommen. Neben dem anhaltenden Strukturwandel und dem einhergehenden Rückgang landwirtschaftlicher Betriebe dürfte auch die in starkem Maße rückläufige Viehhaltung zu dieser Entwicklung beigetragen haben.

Einzelunternehmen, die als Familienbetriebe definiert sind, nahmen mit 86 Prozent nach wie vor den größten Anteil an den landwirtschaftlichen Betrieben (37 500) im Land ein. Der Anteil der Familienarbeitskräfte war mit 49 Prozent (61 800) zwar nicht so hoch, sie stellen aber weiterhin die größte Gruppe an Beschäftigten dar. Mit 31 700 AKE entfiel mehr als die Hälfte der Gesamtarbeitsleistung auf Familienarbeitskräfte. Schon seit längerem kann jedoch eine Abnahme der Familienarbeitskräfte beobachtet werden. Der Rückgang der Einzelunternehmen um sieben Prozent zwischen 2020 und 2023 führte zu einem starken Rückgang der Familienarbeitskräfte um zehn Prozent.

Der größte Schwund ist jedoch bei den Saisonarbeitskräften auszumachen, die vor allem in den Erntephasen bei Sonderkulturbetrieben gebraucht werden. Mit 38 800 Saisonarbeitskräften wurden im Vergleich zum Jahr 2020 16 Prozent weniger Personen eingesetzt. Die in Anspruch genommene Arbeitsleistung ging aber lediglich um sieben Prozent zurück. Anders ausgedrückt, während 2020 für 100 Vollzeitstellen noch 490 Personen eingesetzt wurden, waren es 2023 etwa 50 Personen weniger.

Ein Anstieg um sieben Prozent auf 26 300 Personen im Vergleich zu 2020 war lediglich bei den ständigen Beschäftigten festzustellen. Da vor allem in Teilzeitbeschäftigung neu angestellt wurde, nahm die Arbeitsleistung nur leicht um zwei Prozent auf 17 100 AKE zu.

Der Anteil der weiblichen Beschäftigten lag im Jahr 2023 bei 36 Prozent und damit auf dem Niveau der Vorerhebung. Der größte Anteil wies die Gruppe der Saisonarbeitskräfte (43 Prozent) auf, gefolgt von den ständig Beschäftigen (35 Prozent) und den Familienarbeitskräften (32 Prozent). Unter den Betriebsleitungen blieb der Frauenanteil mit einem Zehntel weiterhin auf niedrigem Niveau.