Bürgermeister Teply geht in seine dritte Amtszeit

Wurmberg bestätigt Kontinuität

bei Georg Kost

Jörg-Michael Teply freut sich mit seiner Frau Daniela und seinen Töchtern Julia und Sarah über den Wahlsieg mit 98,8 Prozent. Foto: Georg Kost

WURMBERG, 18.01.2026 (rsr) – Mit einem Ergebnis von 98,8 Prozent haben die Bürgerinnen und Bürger von Wurmberg Bürgermeister Jörg-Michael Teply (parteilos) eindrucksvoll für eine dritte Amtszeit bestätigt. Die Bürgermeisterwahl am Sonntag endete mit einem klaren Votum zugunsten des 54-jährigen Diplom-Verwaltungswirts (FH), der die Gemeinde mit ihren rund 3.300 Einwohnern seit nunmehr 16 Jahren führt. Von den 2.446 Wahlberechtigten gaben 986 ihre Stimme ab, was einer Wahlbeteiligung von 40,3 Prozent entspricht.
Punkt 18 Uhr schlossen die Wahllokale in Wurmberg und im Ortsteil Neubärental. Kurz darauf füllte sich die Turn- und Festhalle, in der sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Gemeinderäte sowie Gäste aus Politik und Verwaltung zur Wahlparty einfanden. Für den musikalischen Rahmen sorgten der örtliche Gesangverein sowie der Musikverein, bewirtet wurden die Besucher von den „Freunden des Queyras“.
Unter den Gästen befanden sich auch mehrere Bürgermeisterkollegen aus der Region, darunter Mario Weisbrich aus Wimsheim, Michael Seiß aus Friolzheim, Steffen Bochinger aus Keltern, Thomas Zeilmeier aus Ispringen, Frank Spottek aus Tiefenbronn und Jürgen Troll aus Heimsheim. Ebenfalls anwesend waren Landrat Bastian Rosenau sowie der frühere Mönsheimer  Bürgermeister Thomas Fritsch.

Jörg-Michael Teply kann seine dritte Amtszeit antreten. Sein Stellvertreter Michael Britsch gratuliert. Foto: Georg Kost

Bürgermeister Teply betrat kurz nach 18 Uhr gemeinsam mit seiner Ehefrau Daniela sowie den Töchtern Sarah und Julia die Halle.
Die Anspannung des Wahltages war ihm zwar noch anzumerken, zugleich zeigte er sich sichtlich gelöst. Er räumte ein, dass der Tag emotional und von einer gewissen Nervosität geprägt gewesen sei. Begonnen hatte er mit einem gemeinsamen Kirchgang, gefolgt von der persönlichen Kuchenspende für die Festhalle – eine in Wurmberg gelebte Geste der Dorfgemeinschaft.

Als Wahlausschussvorsitzender Michael Britsch das amtliche Endergebnis bekanntgab, brandete in der Halle deutlicher Beifall auf. Teply dankte im Anschluss den Bürgerinnen und Bürgern für das große Vertrauen und hob ausdrücklich die Unterstützung seiner Familie hervor, die ihm in den vergangenen Jahren den Rücken gestärkt habe und auf deren Rückhalt er auch in den kommenden acht Jahren setze. Zugleich machte er deutlich, dass für ihn nach dem Wahlsonntag rasch wieder der Alltag einkehren werde: Bereits am Montag stehen vormittags reguläre Amtsgeschäfte im Rathaus und am Nachmittag eine Sitzung des Kreistags im Landratsamt auf dem Programm.

Bürgermeisterwahl in Wurmberg mit Amtskollegen und Landrat Bastian Rosenau. Foto: Georg Kost

Landrat Bastian Rosenau ordnete das Wahlergebnis als außergewöhnlich stark ein und sprach von einer verdienten Bestätigung der bisherigen Amtsführung. Er verwies auf die gemeinsamen Herausforderungen von Gemeinden und Landkreis, insbesondere im Bereich der Kommunalfinanzen, wo eine wachsende Aufgabenlast häufig nicht mit einer ausreichenden finanziellen Ausstattung einhergehe. Für Rosenau bildet dies eine Art Schicksalsgemeinschaft, die nur im engen Dialog und auf Augenhöhe zu bewältigen sei. Mit Blick auf Wurmberg zeigte er sich überzeugt, dass die Zusammenarbeit auch künftig sehr gut funktionieren werde. Teplys Erfahrung, Fachkenntnis und Bodenständigkeit seien eine verlässliche Grundlage, um anspruchsvolle Themen wie die Ortsumfahrung weiterhin konsequent anzugehen. Auch die Wahlbeteiligung bewertete Rosenau vor dem Hintergrund eines Einzelbewerbers als ordentlich.

Bürgermeisterwahl in Wurmberg: Auszählung der Stimmen im Sitzungssaal des Rathauses. Foto: Georg Kost

Eine differenzierte Einschätzung kam von Michael Britsch in seiner Rolle als Fraktionssprecher der Freien Wähler. Zwar würdigte er das nahezu einstimmige Wahlergebnis als Ausdruck hoher Anerkennung für die Arbeit des Bürgermeisters, zeigte sich mit der Beteiligung jedoch nur bedingt zufrieden. In einer funktionierenden Demokratie wünschte er sich grundsätzlich eine stärkere Wahlbeteiligung. Gleichzeitig sah er in dem klaren Ergebnis auch ein Zeichen dafür, dass viele Bürgerinnen und Bürger mit der Arbeit des Amtsinhabers zufrieden seien und deshalb offenbar keinen dringenden Änderungsbedarf gesehen hätten.

CDU-Fraktionssprecher Hartmut Weeber blickt der neuen Amtszeit gelassen entgegen. Er betonte, dass im Wurmberger Gemeinderat Sachfragen im Mittelpunkt stünden und parteipolitisches Denken keine prägende Rolle spiele. Entscheidungen würden unabhängig von Fraktionszwängen getroffen, stets mit Blick auf das Wohl der Bürgerschaft. Das deutliche Wahlergebnis habe ihn nicht überrascht, die Beteiligung liege im Rahmen dessen, was in Wurmberg üblich sei.

Auch Dietmar Schaan von der neuen Wählervereinigung Wurmberg-Neubärental wertete die Wiederwahl als klares Signal. In einer kleineren Gemeinde sei es bei einem anerkannten Amtsinhaber naturgemäß schwierig, einen Gegenkandidaten zu finden. Teply habe sich über viele Jahre hinweg das Vertrauen erarbeitet, das einen Bürgermeister ausmache. Schaan zeigte sich überzeugt, dass Teply seinen bürgernahen Kurs fortsetzen und zentrale Themen wie Kindergarten, Schule und Wasserversorgung weiterhin offen und gemeinsam mit dem Gemeinderat angehen werde.

Insgesamt spiegelte der Wahlabend in der Turn- und Festhalle nicht nur das eindeutige Ergebnis wider, sondern auch ein breites, parteiübergreifendes Einvernehmen darüber, dass Wurmberg auf Kontinuität setzt – getragen von einem Bürgermeister, dem Verwaltung, Politik und Bürgerschaft gleichermaßen Vertrauen aussprechen.  < Fotogalerie >