Brand im Engelbergtunnel

LKW-Auflieger brennt im Tunnel

bei Georg Kost

Symbolfoto: infopress24.de

LEONBERG, 03.03.2026 (pol) – Aufgrund eines Brandes, der sich gegen 14.20 Uhr im Engelbergtunnel der Bundesautobahn 81 in Fahrtrichtung Stuttgart ereignete, ist der Tunnel in beide Richtungen voll gesperrt. Das Feuer konnte zwischenzeitlich gelöscht werden. Die Einsatzmaßnahmen vor Ort dauern jedoch noch auf unbestimmte Zeit an. Der Verkehr in Fahrtrichtung Stuttgart wird momentan über die Anschlussstelle Feuerbach nach und nach abgeleitet. Weitere Verkehrsmaßnahmen zur Ableitung der im Stau befindlichen Fahrzeuge werden aktuell vorbereitet.

Ergänzungsmeldung der Stadtverwaltung Leonberg vom 3.3.2026 20:31 Uhr

Am Dienstag, 3. März 2026, wurden die Feuerwehren Leonberg und Gerlingen um 14.20 Uhr zu einem Brandeinsatz im Engelbergtunnel alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand ein Auflieger eines LKWs in der Weströhre in Fahrtrichtung Stuttgart in Vollbrand.
Die Autobahn 81 wurde automatisch mit dem auslösen der Brandmeldeanlage in beide Fahrtrichtungen vollständig gesperrt. Umgehend wurde aufgrund der bestätigten Lage die Alarmstufe erhöht und weitere Kräfte umliegender Feuerwehren sowie anderer Hilfsorganisationen in den Einsatz entsendet.

Maßnahmen der Feuerwehr
Der LKW-Auflieger war mit Kühlschränken beladen. Aufgrund der Brandentwicklung sowie starken Rauchentwicklung kam es zu einer erheblichen Gefährdung der Verkehrsteilnehmenden im Tunnel, weshalb ein schnelles Eingreifen der Feuerwehr notwendig war und auch zielgerichtet erfolgte. Konkret leitete die Feuerwehr umfangreiche Löschmaßnahmen sowie die Evakuierung der Tunnelröhren ein. Insgesamt wurden unter anderem mehrere Löschrohre eingesetzt. Zu Spitzenzeiten waren 28 Löschfahrzeuge und 170 Feuerwehrkräfte an den beiden Tunnelportalen Nord und Süd eingesetzt. Zur Entrauchung kam zusätzlich auch ein Großlüfter zum Einsatz.
Bereits um 15.03 Uhr konnte eine rückläufige Rauchentwicklung festgestellt werden, die Löschmaßnahmen zeigten Wirkung. Das Feuer war gegen 15.20 Uhr unter Kontrolle und schließlich gelöscht. Im Anschluss wurden umfangreiche Nachlöscharbeiten und Kühlmaßnahmen durchgeführt, die noch einige Zeit in Anspruch genommen haben. Einsatzleiter Wolfgang Zimmermann, Kommandant der Feuerwehr Leonberg: „Der Einsatz der Feuerwehr sowie aller beteiligten Kräfte hat reibungslos und wie in den Alarmplänen vorgesehen geklappt. Ich bin stolz auf die Einsatzkräfte, die unter Einsatz ihres Lebens Schlimmeres verhindert haben.“

Verletzte und Betreuung
Bei einem Einsatz im Engelbergtunnel ist immer von einer großen Anzahl betroffener Personen auszugehen. Die Evakuierung der Personen – sowohl in der Brand-Röhre als auch in der nicht direkt betroffenen Tunnelröhre – hat sehr gut geklappt. Durch den Rettungsdienst,
der ebenfalls mit einer Großzahl an Kräften im Einsatz war, wurden 35 Personen als betroffen registriert. Davon wurden zwei Personen mit Rauchgasvergiftungen sowie kleineren Verletzungen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die betroffenen 33 Personen mussten
nach ärztlicher Sichtung nicht weiter behandelt werden.
Die medizinische Versorgung erfolgte durch den haupt- und ehrenamtlichen Rettungs- und Sanitätsdienst sämtlicher Hilfsorganisationen mit rund 100 Einsatzkräften an beiden Portalen.

Weitere Maßnahmen
In der Feuerwache Leonberg wurde mit Erhöhung der Alarmstufe auch der Organisationen übergreifende Führungsstab in Dienst gesetzt. Die beiden Kreisbrandmeister der Landkreise Böblingen und Ludwigsburg, Martin Amler und Andy Dorroch, sowie der Bezirksbrandmeister
Adrian Wibel haben sich in der Einsatzleitung ein Bild von der Lage gemacht. Zur Führung des Einsatzes waren bis zu 30 Führungskräfte aus den Führungsgruppen beider Landkreise eingesetzt.
Bezirksbrandmeister Adrian Wibel: „Der landkreisübergreifende Alarmplan hat reibungslos funktioniert. Die Einsatzkräfte haben zielgerichtet agiert und Menschen aus den Tunnelröhren gerettet. Künftig wird es weiterhin wichtig sein, die Einsatzplanung mit den heutigen Erkenntnissen weiter zu optimieren.“
Zur Bergung der Beladung sowie zur Unterstützung der Bergung des ausgebrannten Lkw Aufliegers wurde das Technische Hilfswerk hinzugezogen und war mit rund 30 Kräften im Einsatz. Hier kamen auch ein Radlader sowie Wechselladerfahrzeuge zum Einsatz.
Parallel wurde ein Hygienekonzept für die eingesetzten Kräfte aufgebaut. Um kurz nach 16.00 Uhr wurde zudem das Virtual Operations Support Team Baden-Württemberg zur Analyse der Medienlage angefordert.
Durch das Polizeipräsidium Ludwigsburg wurden umfangreiche Maßnahmen zur Verkehrslenkung umgesetzt. Die Polizei war mit großem Kräfteeinsatz vor Ort.
Leonbergs Oberbürgermeister Tobias Degode sowie Gerlingens Erster Beigeordneter Stefan Altenberger machten sich vor Ort ein Bild vom Schadensausmaß. Oberbürgermeister Tobias Degode: „Die heutige Lage hat einmal mehr gezeigt, wie verlässlich und professionell unsere Einsatzkräfte arbeiten. Mein ausdrücklicher Dank gilt der Feuerwehr, der Polizei, dem Technisches Hilfswerk, den Rettungsdiensten, der Autobahn GmbH sowie den städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Leonberg und Gerlingen. Die hervorragende überörtliche Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen hat entscheidend dazu beigetragen, die Lage schnell unter Kontrolle zu bringen und Schlimmeres zu verhindern. Dieses gemeinsame, abgestimmte Handeln über Stadt- und Zuständigkeitsgrenzen hinweg ist keine Selbstverständlichkeit und verdient höchste Anerkennung. Allen Betroffenen wünsche ich im Namen der Stadt eine schnelle und
vollständige Genesung.“

Schadensausmaß und aktueller Stand (20.10 Uhr)
Die Weströhre wurde durch den Brand erheblich beschädigt, weshalb der Tunnel immer noch voll gesperrt ist. Die Autobahn GmbH und weitere Spezialisten sind aktuell dabei, die Brandröhre zu räumen und das Schadensausmaß zu beurteilen. Eine Aussage über die
weitere Nutzung des Engelbergtunnels ist erst nach deren fachlichen Einschätzung möglich.