Zug kollidiert bei Calw mit Felsbrocken

Bahnstrecke bis Donnerstag gesperrt

bei Georg Kost

Mit Muskelkraft schoben Feuerwehrleute den Zug vor das Tunnelportal. Foto: FFW M. Frank

CALW, 19.01.2026 (pm) – Ein Regionalzug der Kulturbahn ist am frühen Montagmorgen nahe dem Ortsausgang von Calw mit einem auf die Gleise gestürzten Felsblock kollidiert. Die Bahnstrecke zwischen Pforzheim und Wildberg bleibt infolge des Unfalls voraussichtlich bis Donnerstag gesperrt. Die Verbindung gilt als wichtige Verkehrsachse für zahlreiche Pendlerinnen und Pendler in der Region zwischen Pforzheim, Horb und Tübingen.

Durch die Kollision mit der Regionalbahn barstet der Felsblock und schleuderte zur Seite. Foto: FFW M. Frank

Nach Angaben der Deutschen Bahn befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls fünf Fahrgäste sowie der Triebfahrzeugführer im Zug. Verletzt wurde niemand. Der Zug prallte mit einer Geschwindigkeit von rund 100 Kilometern pro Stunde auf den etwa sechs Kubikmeter großen Felsblock, der durch die Wucht des Aufpralls zerschlagen und weggeschleudert wurde. Trotz eingeleiteter Vollbremsung kam der Zug erst rund 600 Meter weiter in einem Tunnel zum Stillstand. Das Fahrzeug wurde dabei erheblich beschädigt.

Die Feuerwehr rückte kurz nach 6 Uhr mit mehreren Fahrzeugen und Einsatzkräften an. Über Leitern wurden die Insassen unverletzt aus dem Zug evakuiert und nach medizinischer Erstkontrolle zur nahegelegenen Station Teinach gebracht, von wo aus sie ihre Reise fortsetzen konnten. Um eine technische Untersuchung des beschädigten Fahrzeugs zu ermöglichen, schoben Einsatzkräfte den Zug mit Muskelkraft aus dem Tunnel.

Ein herabgestürzter Fels blockierte die Gleise bei Calw. Foto: FFW M. Frank

Im Zuge der Kollision traten rund 50 Liter Hydrauliköl aus. Da sich der Unfallort innerhalb eines Wasserschutzgebiets befindet, wurde das Umweltamt hinzugezogen. Der überwiegende Teil der Flüssigkeit konnte durch eine am Zug installierte Auffangvorrichtung aufgenommen werden, sodass eine Beeinträchtigung der nahegelegenen Wasserfassungen verhindert wurde.

Die Strecke wurde am Vormittag vollständig gesperrt, der Zug anschließend abgeschleppt. Für die Dauer der Sperrung rechnet die Deutsche Bahn mit Verspätungen und Teilausfällen. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Parallel dazu prüft das Unternehmen, ob zusätzliche Sicherungsmaßnahmen entlang des betroffenen Streckenabschnitts erforderlich sind. Die Ursache für den Felssturz ist derzeit noch nicht abschließend geklärt.