
CDU Landtagskandidat Nico Gunzelmann (5.v.r) beim Firmenbesuch bei der Gindele GmbH in Neuhausen Foto: Georg Kost
NEUHAUSEN, 28.02.2026 (rsr) – Die wirtschaftliche Lage der regionalen Industrie stand im Mittelpunkt eines Firmenbesuchs bei der Gindele GmbH. Auf Einladung des GSL Neuhausen e. V. informierten sich Vertreter des Gewerbevereins gemeinsam mit dem CDU-Landtagskandidaten Nico Gunzelmann über die aktuelle Situation der heimischen Wirtschaft. Der Rundgang durch den Betrieb verdeutlichte die Herausforderungen, vor denen mittelständische Unternehmen derzeit stehen – und den wachsenden Handlungsdruck im Vorfeld der Landtagswahl in Baden-Württemberg.
Industrie unter Druck
Firmeninhaber Matthias Gindele schilderte die angespannte Lage der Industrie. Ausbleibende Auftragseingänge, zunehmender internationaler Preisdruck sowie steigende Energie-, Material- und Personalkosten belasteten zahlreiche Betriebe. Besonders der Maschinenbau und die Automobilzulieferindustrie hätten in den vergangenen Jahren spürbar an Exportdynamik verloren. Kurzarbeit, drohende Arbeitsplatzverluste und strukturelle Risiken im Umfeld der Automobilindustrie bereiteten ihm große Sorge.

Matthias Gindele (l) und Stefan Bornbaum (2.v.l) sprachen von den Problemen die in der Industrie vorherrschen. Foto: Georg Kost
Auch Stefan Bornbaum, zweiter Vorsitzender des Gewerbevereins, bestätigte diese Entwicklung. Die Konjunktur schwäche deutlich, während steigende Mindestlöhne, zunehmende bürokratische Anforderungen und ein intensiver internationaler Wettbewerb zusätzlichen Druck erzeugten. Die Folgen seien bereits sichtbar: Kurzarbeit, Entlassungen und in einzelnen Fällen Insolvenzen.
Erwartungen an die Politik
Die Vertreter des Gewerbevereins nutzten den Termin, um ihre Erwartungen an die Politik zu formulieren. Gefordert wurden nachhaltige Impulse zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, der Abbau bürokratischer Hürden sowie verlässliche und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen für die Industrie.
Nico Gunzelmann signalisierte Verständnis für die vorgetragenen Anliegen. Er unterstrich die Bedeutung gezielter Unterstützung für die industriellen Kernbranchen des Landes – insbesondere Maschinenbau, Automobilwirtschaft und Hightech. Zugleich verwies er auf die Notwendigkeit effizienterer Verwaltungsprozesse, beschleunigter Genehmigungsverfahren und insgesamt wirtschaftsfreundlicher Strukturen.

Nicht nur die heimische Wirtschaft fordert von der Politik klare Perspektiven. Foto: Georg Kost
In seinem Resümee bewertete Matthias Gindele den Besuch als positiven und konstruktiven Austausch. Es sei ausdrücklich begrüßt worden, dass sich der Landtagskandidat Zeit genommen habe, die praktischen Herausforderungen eines mittelständischen Industriebetriebs vor Ort kennenzulernen und offen über wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen zu sprechen. Besonders hervorgehoben wurde dessen Bereitschaft zuzuhören und konkrete Lösungsansätze zu diskutieren.
Als Vertreter einer jüngeren politischen Generation bringe er neue Perspektiven ein, verbunden mit dem erklärten Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts nachhaltig zu stärken. Man setze darauf, dass dieser Dialog fortgeführt werde und daraus verlässliche sowie zukunftsorientierte wirtschaftspolitische Impulse entstünden.
Wirtschaft fordert klare Perspektiven
Der Firmenbesuch am Freitag machte deutlich, dass die Industrie in der Region vor strukturellen Herausforderungen steht. Fehlende Aufträge, internationaler Preiswettbewerb und steigende regulatorische Anforderungen erhöhen den Anpassungsdruck auf mittelständische Betriebe. Gleichzeitig wächst die Erwartung an die Politik, klare Perspektiven zu formulieren und langfristig stabile Rahmenbedingungen zu gewährleisten.

Tradition und Innovation: Matthias Gindele stellte die Gindele GmbH vor. Foto Georg Kost
Mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg verbindet die regionale Wirtschaft die Hoffnung auf konkrete Maßnahmen zur Stärkung von Innovation, zum Bürokratieabbau und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Der Austausch in Neuhausen unterstrich die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs zwischen Politik und Wirtschaft als wesentlichen Baustein einer nachhaltigen Standortentwicklung.
Mittelstand als Rückgrat der Region
Der GSL Neuhausen versteht sich als Interessenvertretung und Netzwerk der lokalen Wirtschaft. Neben der politischen Interessenvertretung setzt sich der Verein für eine attraktive Gestaltung des Wirtschaftsstandorts sowie für die Förderung von Kooperation und Innovation ein. Zu den Aufgaben zählen Öffentlichkeitsarbeit, gemeinsame Marketingmaßnahmen, Weiterbildungsangebote in Form von Seminaren und Vorträgen sowie Kooperationen mit Schulen, Kindergärten und Vereinen. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der ortsansässigen Unternehmen sichtbar zu machen und den Standort langfristig zu stärken.
Tradition und Innovation bei Gindele
Der Name Gindele steht seit mehr als vier Jahrzehnten für Präzision und Qualitätsarbeit. Ursprünglich als Spezialbetrieb für Stahlgravuren gegründet, entwickelte sich das Unternehmen zu einem leistungsfähigen Partner für anspruchsvolle Kunststoff-Spritzgussprodukte. Heute umfasst das Leistungsspektrum die Beratung und Konstruktion ebenso wie die Herstellung hochpräziser Werkzeuge und die Serienfertigung komplexer Kunststoffteile. Mit dem Aufbau eines eigenen Fertigungsbereichs und der Erweiterung um komplette Baugruppen reagierte das Unternehmen frühzeitig auf veränderte Marktanforderungen. Kunden profitieren insbesondere dann, wenn Gindele bereits in frühen Projektphasen eingebunden wird: Planungszeiten verkürzen sich, Prozesse werden optimiert und Produktionskosten nachhaltig gesenkt.
