Tiefenbronn trauert um Bürgermeister Frank Spottek

bei Georg Kost

Bürgermeister Frank Spottek ist am Donnerstag, 1. Oktober 2026, nach langer Krankheit im Alter von 52 Jahren gestorben. Foto: Georg Kost

TIEFENBRONN, 04.10.2026 (rsr) – Tiefenbronn steht unter dem Eindruck eines schmerzlichen Verlustes. Bürgermeister Frank Spottek ist am Donnerstag, 1. Oktober 2026, nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 52 Jahren gestorben. Mehr als 14 Jahre lang prägte er als Bürgermeister die Entwicklung der Gemeinde und war für viele Menschen weit mehr als der Mann an der Spitze der Verwaltung. Mit ihm verliert Tiefenbronn einen Bürgermeister, der seine ganze Energie für seine Gemeinde einsetzte und dem das Miteinander mit den Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Institutionen besonders wichtig war.

Die Nachricht von seinem Tod hat in der Gemeinde tiefe Trauer und Bestürzung ausgelöst. Diese reicht weit über Tiefenbronn hinaus. Auch bei seinen Amtskollegen in den Nachbargemeinden und im Enzkreis herrscht große Betroffenheit. Viele kannten Frank Spottek nicht nur aus der kommunalen Zusammenarbeit, sondern auch persönlich und schätzten seine offene, verbindliche und menschliche Art. Das Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden besonders seiner Ehefrau Edyta, seinen beiden Töchtern und seiner gesamten Familie.

Wer Frank Spottek bei Veranstaltungen, Gesprächen oder im Rathaus begegnete, erlebte ihn häufig als nahbaren und aufgeschlossenen Bürgermeister. Dabei blieb nicht immer alles streng im Rahmen eines offiziellen Termins. Ein kurzer Austausch am Rande einer Veranstaltung, ein persönliches Wort oder eine kleine Anekdote gehörten für ihn ebenso zum Amt wie Sitzungen, Verwaltungsarbeit und kommunalpolitische Entscheidungen. Gerade diese Begegnungen machten die Zusammenarbeit mit ihm angenehm und persönlich. Für Journalisten und Gesprächspartner war es immer wieder eine Freude, mit Frank Spottek zusammenzuarbeiten. Er nahm sich Zeit, erklärte Zusammenhänge und suchte auch bei anspruchsvollen Themen den direkten Kontakt.

Seine Verbindung zu Tiefenbronn wurde über die Jahre immer stärker. Als Spottek 2024 seinen 50. Geburtstag feierte, wurde deutlich, welchen Stellenwert die Gemeinde inzwischen für ihn und seine Familie bekommen hatte. Tiefenbronn war für ihn zur Heimat geworden. Diese Verbundenheit war auch bei zahlreichen öffentlichen Anlässen spürbar. Als Bürgermeister war er dort präsent, wo das Gemeindeleben stattfand – bei Veranstaltungen, Vereinsjubiläen, Einwohnerversammlungen ebenso wie bei Terminen zu kommunalen Projekten.

Spottek setzte seine ganze Energie für die Gemeinde ein. In seiner Amtszeit wurden zahlreiche Vorhaben vorangebracht und wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Dazu gehörten Investitionen in Feuerwehr und Katastrophenschutz, die Entwicklung von Schulen und Kindergärten, die Sanierung der Gemmingenhalle sowie Arbeiten an Kanalisation und Glasfaserausbau. Auch die Ausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen, das Gemeindeentwicklungskonzept und der Klimaschutz gehörten zu den Aufgaben, die ihn begleiteten. Mit dem LEADER-Projekt „Berührungspunkte“ wurde zudem die Entwicklung des Bereichs entlang der Würm gemeinsam mit Vereinen und Bürgern vorangetrieben.

Dabei war Frank Spottek nicht nur Verwaltungschef, sondern verstand sich auch als Teil der Gemeinschaft. Der direkte Kontakt zu den Menschen war ihm wichtig. Gerade darin zeigte sich eine Seite seines Amtsverständnisses, die viele mit ihm verbanden: Er wollte nicht nur verwalten, sondern die Entwicklung der Gemeinde gemeinsam mit den Menschen gestalten.

Seinen Weg in das Bürgermeisteramt hatte Spottek über die öffentliche Verwaltung genommen. Geboren wurde er am 23. Januar 1974 in Schwäbisch Gmünd, aufgewachsen ist er im nahe gelegenen Lauterstein. Nach seiner Ausbildung im Verwaltungsbereich in Lauterstein folgten Tätigkeiten bei der Stadt Geislingen an der Steige und beim Landratsamt Göppingen sowie ein Studium an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg. Anschließend war Spottek rund acht Jahre in unterschiedlichen Funktionen bei der Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd tätig. Danach arbeitete er zwei Jahre als Referatsleiter bei der Stadt Göppingen, bevor er bei der Gemeinde Hemmingen die Leitung des Ordnungs- und Standesamtes übernahm.

2012 führte sein Weg nach Tiefenbronn. Bei der Bürgermeisterwahl am 11. März setzte sich der damals 38-Jährige mit 78,63 Prozent der Stimmen gegen fünf weitere Bewerber durch. Am 6. Mai trat er die Nachfolge von Friedrich Sämann an. Bei seiner Wiederwahl im März 2020 erhielt Spottek 97,6 Prozent der gültigen Stimmen.

Damit stand er in einer Reihe von Bürgermeistern, die die Entwicklung der Gesamtgemeinde geprägt haben. Hans Kubat war von 1969 bis 1996 Bürgermeister und begleitete unter anderem die Zusammenführung von Tiefenbronn, Mühlhausen und Lehningen zur heutigen Gesamtgemeinde. Friedrich Sämann folgte ihm und blieb bis 2012 im Amt. Spottek konnte während seiner Amtszeit unter anderem das 50-jährige Bestehen der Gesamtgemeinde im Jahr 2022 gemeinsam mit seinem Amtsvorgänger Hans Kubat erleben.

Auch über Tiefenbronn hinaus übernahm Spottek Verantwortung. Seit 2019 gehörte er als Vertreter der Freien Wählervereinigung dem Kreistag des Enzkreises an. Im Januar 2024 wurde er für 25 Jahre im öffentlichen Dienst ausgezeichnet.

Mit seiner Erkrankung war Frank Spottek offen umgegangen. Nach der Diagnose einer Tumorerkrankung folgten eine Chemo- und Immuntherapie, über deren Verlauf er die Bürgerinnen und Bürger informierte. Anfang 2025 erklärte er bei einer Einwohnerversammlung, wieder vollständig im Dienst zu sein. Im September 2026 informierte er erneut darüber, dass er wegen seiner Erkrankung wieder in medizinischer Behandlung sei und eine weitere Therapie bevorstehe. Gleichzeitig dankte er seinen Stellvertretern Stefan Kunle, Bernd Schmid und Jan-Hendrik Siart für die Übernahme von Vertretungsaufgaben.

Spottek hat lange und mit großer Kraft gegen seine Erkrankung gekämpft. Dabei gab ihm auch sein Glaube Halt. Er war katholisch geprägt und hatte stets eine persönliche Verbindung zu seinem Glauben. Am Ende musste er diesen Kampf dennoch verlieren. In den vergangenen Wochen wurde zunehmend deutlich, wie sehr die Erkrankung seinen Alltag bestimmte. Öffentliche Termine konnte er zuletzt nicht mehr wahrnehmen.

Zurück bleibt die Erinnerung an einen Bürgermeister, der seine Aufgabe mit großer persönlicher Verbundenheit wahrgenommen und Tiefenbronn über viele Jahre begleitet und mitgeprägt hat. In der Gemeinde und weit darüber hinaus bleibt die Nachricht von seinem Tod mit großer Bestürzung und Trauer verbunden.

Die Beerdigung von Frank Spottek findet am Samstag, 10. Oktober 2026, um 14 Uhr auf dem Friedhof in Mühlhausen statt.