
Neue, gemeinsame Wege planen die Fasnachtsvereine in Tiefenbronn und Neuhausen künftig bei den Umzügen. Archivfoto: infopress24.de
TIEFENBRONN/NEUHAUSEN, 01.04.2026 (rsr) – Wenn der Tiefenbronner Schmellenprinz Neuhausen begeistert, das Hau-Hu-Prinzenpaar die Schmellehopfer verzaubert und überall „Hibbele Hoi“ und „Hau Hu“ durch die Straßen hallt, dann zeigt sich, was die Fasnet im Biet ausmacht: viel Herzblut, ein bisschen närrischer Stolz und ganz viel Gemeinschaft.
Und genau diese Gemeinschaft könnte in Zukunft noch enger zusammenrücken, denn hinter den Kulissen wird offenbar an einer kleinen Revolution der Straßenfasnet gearbeitet.
Die Fasnet in Tiefenbronn und Neuhausen gehört für viele fest zum Jahresablauf. Jahr für Jahr säumen tausende Besucher die Straßen, wenn sich die bunten Umzüge durch die Orte schlängeln, Musikgruppen spielen und Narrenzünfte für Stimmung sorgen.
Doch obwohl beide Orte nur wenige Minuten voneinander entfernt liegen, finden die großen Umzüge bislang nahezu zeitgleich statt. Wer beide sehen will, muss sich beeilen – oder sich entscheiden. Genau das soll sich nach aktuellen Überlegungen in Zukunft ändern.
In närrischen Kreisen wird derzeit ein neues Konzept diskutiert, das die Umzüge organisatorisch neu ordnen könnte, ohne die Tradition anzutasten.

HAU-HU Archivfoto © infopress24.de
Die Idee: Die Umzüge sollen weiterhin in beiden Orten stattfinden, allerdings zeitlich versetzt. Konkret steht im Raum, dass der große Umzug am Fastensonntag künftig jedes Jahr zwischen Tiefenbronn und Neuhausen wechselt. Der jeweils andere Ort würde seinen Umzug dann eine Woche zuvor veranstalten. Für Besucher hätte das einen großen Vorteil: Erstmals wäre es problemlos möglich, beide Umzüge mitzuerleben – ganz ohne Zeitstress.
Die Überlegungen haben vor allem organisatorische Gründe. Durch die zeitliche Trennung könnten die Vereine in vielerlei Gemeinsamekeiten punkten, zudem wäre die jeweiligen Zunftgruppen wieder stärker in ihrer Heimat präsent. Gleichzeitig erhofft man sich steigende Besucherzahlen, weil sich die Veranstaltungen nicht mehr gegenseitig Konkurrenz machen.
Auch Familien und Freundeskreise mit Verbindungen in beide Orte könnten künftig zweimal die Straßenfasnet feiern statt sich entscheiden zu müssen.

Das TCV Dream-Team um Präsident Marcel Wild, Michael Rau und Jessica Döring (v.l). planen zusammen mit dem Hau Hu. Foto: infopress24.de
Noch ist nichts endgültig beschlossen, doch die Planungen scheinen konkreter zu werden. Sollte eine Einigung zustande kommen, könnte das neue Modell erstmals am 27. Februar 2028 starten. Nach bisherigen Überlegungen würde dann der Fastensonntagsumzug in Tiefenbronn stattfinden, während Neuhausen eine Woche zuvor seinen Umzug veranstaltet. Im Jahr darauf würde dann gewechselt. Damit hätten beide Orte abwechselnd den großen Umzug am traditionellen Termin.
Gespräche zwischen den Verantwortlichen laufen offenbar bereits seit einiger Zeit. Beteiligt sind die Elferräte und Narrengremien beider Vereine, weitere Treffen sollen in den kommenden Monaten folgen. Noch vor dem Vatertagstreffen am 14. Mai in Tiefenbronn soll es ein weiteres Gespräch geben, und spätestens bei der Generalversammlung des Neuhausener Fasnachtsvereins am 3. Juli 2026 könnten erste konkretere Pläne vorgestellt werden.

Laufen die Tiefenbronner Schmellenhopfer künftig auch beim Umzug in Neuhausen? Foto: TCV KW
Dass eine solche Veränderung auch Diskussionen auslösen wird, ist allen Beteiligten klar.
Beide Vereine haben eine lange, eigenständige Tradition, und die Fasnet ist in beiden Orten tief verwurzelt.
Gleichzeitig hat die Zusammenarbeit bei gemeinsamen Veranstaltungen und Jubiläen in der Vergangenheit trotz aller Rivalitäten bereits gezeigt, dass im Biet vieles gemeinsam funktioniert, wenn man an einem Strang zieht.
So könnte aus einer organisatorischen Idee am Ende tatsächlich ein gemeinsames Fasnetskonzept für das ganze Biet werden. Keine Abschaffung von Traditionen, sondern eher eine Weiterentwicklung – damit in Zukunft der Schmellenprinz durch Neuhausen jubeln kann, das Hau-Hu-Prinzenpaar in Tiefenbronn gefeiert wird und an zwei Wochenenden hintereinander durchs Biet schallt: Hibbele Hoi und Hau Hu.
