
Tiefenbronn und der TCV Elferrat stand am Fasnets-Sonntag ganz im Zeichen ausgelassener Narretei. Foto: Karl Wild
TIEFENBRONN, 15.02.2026 (rsr) – Tiefenbronn stand am Fasnetssonntag ganz im Zeichen ausgelassener Narretai: Wo sonst beschauliche Ruhe herrscht, pulsierte das Ortszentrum im Takt von Trommeln, Guggenklängen und närrischem Gelächter. Der große Umzug des Tiefenbronner Carnevalsverein 1954 verwandelte den Ort erneut in eine Bühne gelebter Fasnetstradition – farbenfroh, lautstark und voller Lebensfreude.
Ausnahmezustand mit Ansage
Schon am späten Vormittag strömten Hästräger, Musikgruppen und fantasievoll kostümierte Besucher in die Straßen. Mit dem Glockenschlag um 11 Uhr war unübersehbar: Die fünfte Jahreszeit hatte das Biet fest im Griff. Blau-gelbe Häser, kunstvoll geschnitzte Holzmasken und schaurig-schöne Hexengewänder bestimmten das Bild.

Aufwendig gestaltete Motivwagen gehören zum Tiefenbronner Umzug einfach dazu. Foto: Karl Wild
Den Auftakt gestalteten traditionsgemäß die „Schmellenhopfer“, deren charakteristisches Erscheinungsbild seit Generationen zur Fasnet in Tiefenbronn gehört. Ihnen folgten die Gemmingenhexen, Brunnengeister, Teufel, Zottelböck, Geisterjäger, Lehninger Gugugue, Mühlhausener Bandle und Dorfdira – ein vielgestaltiges Ensemble, das Brauchtum, Fantasie und augenzwinkernden Humor vereint.
Tausende säumen die Strecke
Bei trockenem, jedoch frostigem Winterwetter säumten Tausende Besucher dicht gedrängt die Umzugsroute. Nach Böllerschüssen setzte sich der farbenprächtige Lindwurm pünktlich gegen 14 Uhr in Bewegung. Mehr als 70 Zünfte und Vereine reihten sich in den Zug ein und sorgten entlang der gesamten Strecke, im Narrendorf und im Aufgestellungsbereich für ausgelassene Stimmung.
Aufwendig gestaltete Motivwagen rollten durch die Gassen, begleitet von dröhnender Guggenmusik und rhythmischem Trommelschlag. Hexen, Dämonen und Teufelsgestalten trieben fröhlichen Schabernack, banden Zuschauer mit kleinen Streichen ein und sorgten für spontane Lachsalven.
Konfetti, Klamauk und himmlische Begegnungen
Zwischen Konfettischauern und Bonbonregen wirbelten die Maskenträger durch die Menge. Rauchschwaden hüllten zeitweise ganze Straßenzüge ein, während kleine Geschenke durch die Luft flogen. Wer nicht aufpasste, fand plötzlich zusammengebundene Schnürsenkel, bunte Schminke im Gesicht oder sich im Weihnachtsbaumnetz wieder – sehr zur Freude der Umstehenden.

Prinz und Präsident mit Gardemädchen. Foto: Karl Wild
Auch musikalisch bot der Umzug eine beeindruckende Vielfalt: Guggenmusiken lieferten schräge Klangkulissen, die „Bluadschlotzer“ heizten die Stimmung zusätzlich an. Sogar himmlischer Besuch wurde gesichtet: Der legendäre Münchner Alois mischte sich unter eine Engelschar und sorgte für augenzwinkernde Heiterkeit. Für die jüngsten Besucher blieb kein Wunsch offen. Bonbons landeten direkt in Kinderhänden, und hinter manch furchteinflößender Maske verbarg sich ein freundliches Lächeln.

Foto: Karl Wild
Finale mit nahtlosem Übergang ins Narrendorf
Der Zug schlängelte sich schließlich bis zum Forcheneck beim Hasenhäusle, wo das offizielle Finale erreicht wurde. Von einem Ende konnte jedoch keine Rede sein: Im Narrendorf ging das Feiern nahtlos weiter. Musik, Begegnungen und ausgelassene Stimmung trugen die Fasnetsfreude bis in den Abend.
Mit seinem gelungenen Zusammenspiel aus gelebtem Brauchtum, fantasievoller Gestaltung und unbändiger Lebenslust bestätigte der Tiefenbronner Fasnetsumzug einmal mehr seinen Ruf als närrischer Höhepunkt der Region – ein Fest, das Gemeinschaft stiftet, Generationen verbindet und den Alltag für einige Stunden in ein farbenfrohes Tollhaus der Lebensfreude verwandelt. < Fotogalerie >
