
Gemeinderat Wurmberg beschließt Photovoltaikanlage im Zuge der Dachsanierung am Rathaus. Foto: infopress24.de
WURMBERG, 20.12.2025 (rsr) – Mit der Sanierung und dem Umbau des Rathauses stellt die Gemeinde Wurmberg wichtige Weichen für die Zukunft. In seiner Sitzung am Donnerstagabend befasste sich der Gemeinderat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Jörg-Michael Teply ausführlich mit der energetischen Aufwertung des historischen Gebäudes. Im Mittelpunkt stand die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Rathausdach, die nicht nur gesetzliche Vorgaben erfüllt, sondern auch einen Beitrag zur kommunalen Energiewende leisten soll.
Auslöser für die Entscheidung ist die geplant-grundlegende Dachsanierung des Rathauses. Damit greift das Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg in Verbindung mit der Photovoltaik-Pflicht-Verordnung. Diese schreibt vor, dass bei einer grundlegenden Sanierung von Dachflächen eine Photovoltaikanlage mit einer Mindestleistung von 0,06 Kilowatt Peak je Quadratmeter der überbauten Grundstücksfläche zu installieren ist. Für das Wurmberger Rathaus mit einer überbauten Fläche von rund 240 Quadratmetern ergibt sich daraus eine erforderliche Mindestleistung von 14,4 kWp.
Die von den beauftragten Architekten und Ingenieuren vorgestellte Planung geht darüber hinaus. Vorgesehen ist eine Anlage mit insgesamt 34 Modulen und einer Gesamtleistung von 15,3 kWp. Die Module sollen auf der Südwestseite des Hauptdachs zwischen First und Gaube, auf dem Gaubendach sowie auf dem Dach des Treppenhausturms installiert werden. Der Gemeinderat folgte dieser Empfehlung und fasste einen einstimmigen Beschluss.
Im Vorfeld hatte Bürgermeister Teply umfassend über die rechtlichen und planerischen Rahmenbedingungen informiert. Dabei wurde deutlich, dass bei dem Projekt nicht allein technische und energetische Aspekte maßgeblich sind. Das Rathaus liegt im Geltungsbereich der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Ortsmitte II“. Damit sind besondere Sanierungsziele und Gestaltungsrichtlinien zu beachten, um den ortsprägenden Charakter des Gebäudes zu bewahren und den erhöhten Fördersatz nicht zu gefährden.
Vor diesem Hintergrund wurde auch der Sanierungsträger STEG Stadtentwicklung GmbH aus Stuttgart in die Bewertung einbezogen. Deren sanierungsrechtliche Einschätzung kam zu dem Ergebnis, dass eine möglichst vollständige Belegung aller Dachflächen, insbesondere auf der Nordost- und Südwestseite, das Erscheinungsbild des Rathauses zu stark verändern würde. Die nun beschlossene Lösung stellt daher einen Kompromiss zwischen energetischem Nutzen und städtebaulicher Verträglichkeit dar.
Ergänzend zur Photovoltaikanlage empfehlen die Planer den Einbau eines Energiespeichers mit einer Kapazität von zehn Kilowattstunden, der bei Bedarf auf bis zu 20 Kilowattstunden erweitert werden kann. Ziel ist es, den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms für die Rathausverwaltung zu optimieren.
In den Beratungen verwies Bürgermeister Teply zudem auf weitere Schritte der Gemeinde im Bereich erneuerbarer Energien. Im Zuge der geplanten Erweiterung der Grundschule soll in unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses eine weitere, größere Photovoltaikanlage entstehen. Damit verfolgt Wurmberg eine langfristige Strategie, kommunale Gebäude schrittweise energetisch zu modernisieren und den Anteil selbst erzeugter erneuerbarer Energie zu erhöhen.
