Prinzessin Sabine I. gekürt

bei Georg Kost

Rathaussturm light – Fasnet und Corona in Neuhausen

Prinzessin Sabine I. von Neuhausen. Foto: infopress24.de

NEUHAUSEN, 24.02.2022 ( rsr) – Neuhausens Bürgermeisterin Dr. Sabine Wagner wollte am schmotzigen Donnerstag trotz der Corona-Pandemie ein Zeichen setzen und verabredete sich mit den Faschingsvereinen von Schellau und Hau Hu und dem Kindergarten Neuhausen zu einem „Rathaussturm light“. Abordnungen aus den beiden Narrenvereinen nahmen den „neuen Rathausschlüssel“ stellvertretend entgegen.

Einige der zufällig vorbeikommenden Passanten wollten zunächst ihren Augen nicht so richtig trauen was sich da, am Donnerstagvormittag vor dem Rathaus in Neuhausen abspielte.
Der ein oder andere erinnert sich jedoch, dass ja „Schmotziger Donnerstag“ ist und weil es Lockerungen gibt, Fasnet auf Sparflamme stattfinden kann. Viel zu spät allerdings seien diese gekommen, waren sich einige der Hästräger einig.  So müsse man eben schweren Herzens mit stark angezogener Handbremse feiern, wenn überhaupt.
Neuhausens Bürgermeister Dr. Sabina Wagner hatte sich ihren Einstand in die heiße Phase mit dem Auftakt zum 6-Tage-Rennen wahrlich auch anderes vorgestellt. So blieb eben nur eine Premiere in „Light-Version“.

Rathaussturm Neuhausen – Light-Version 2022. Foto: infopress24.de

Mussten sich die Narren lange vor Corona noch ins Rathaus vorkämpfen, um sich den Rathausschlüssel zu sichern, wird dieser in der Corona-Fasnet, nunmehr am Seil aus dem Sitzungssaal herunter gelassen, um ihn einer Abordnung beider Narrenverein zu überlassen, auch weil es kein Hau-Hu Prinzenpaar, noch eine Schellau-Prinzessin gibt.
Um diesen „unzureichend“ Umstand zu ändern, wurde Dr. Sabine Wagner kurzerhand zur Prinzessin Sabine I. von Neuhausen ernannt.
Es ist eben mittlerweile alles etwas anders, meinte eine Vogelscheuche, um festzustellen, dass es umso schöner sei, dass man das Häs wieder tragen dürfe und das glücklicherweise auch nach zwei Jahren Coronapause noch passt.

Bevor sich die Bürgermeisterin dann endgültig in die Fasnetferien stürzten konnte, hatte sie sich noch mit einer Abdankungsrede an ihr närrisches Volk gewandt – die da lautete:
„Schellau und Hau Hu es isch mol wieder soweit, die Narren sind herbei geeilt.
Das Rathaus gestürmt, so ist es hier Brauch und den Schlüssel dafür, den wollt ihr sicherlich auch.
Vorher braucht ihr aber noch einen kurzen Blick in unsere Gemeindepolitik.
Beim Bildungscampus Biet muss in diesem Jahr viel passiere und wir wollen hier etwas Neues probiere.
Eine gymnasiale Oberstufe hätten wir gern, aber die steht derzeit noch in weiter Fern.
Auch bei den Kindergärten gibt es viel zu tun und wir können uns hier nicht ausruhen.
Neubau in Steinegg, Anbau in Schellbronn – die Planungen haben in den letzten Tagen bereits begonnen.
Der letzte Punkt sind unsere Baugebiete, denn auch da haben wir viel zu biete.
Dort könnt ihr schalten und walten wie es euch so gefällt, aber ihr müsst aufpassen des kostet alles viel Geld.
Und manche Eigentümer verstehen do ach kein Spaß, da müsst ihr walte ein bisschen mit Maß.
Lieben Narren, nun seid ihr bereit für eine tolle und närrische Vertretungszeit.
Bis Aschermittwoch regiert Ihr nun hier, aber danach kommt der Schlüssel wieder zurück zu mir.
Und bis dort nah will ich jetzt wirklich mei  Ruh;  dafür habt ihr jetzt zu sorgen, lieber  Schellau und Hau Hu.
Jetzt  nehmt euren Schlüssel  ich räume das Feld, damit ihr endlich mache könnt was euch gefällt.
Auf die 6-Tage bin ich jetzt mol gespannt, wenn unsere Flegge isch in Narrenhand.
Schellau und Hau Hu ihr liebe Leut, ihr seid an der Macht ab heut.
Ich bin hier in d Gemeinde ja noch recht neu und trotzdem habe ich keine Scheu.
Ich will eure Schlachtrufe mal ausprobieren, weil ich hab ja jetzt nichts mehr zu verliere.
Jetzt können wir tanzen und proste euch zu, mit nem dreifachen Schellau und drei donnernd kräftigen Hau Hu……“ 

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