
Musik und Meditation: Im Mittelpunkt steht diesmal ein weiterer Bildausschnitt des weltberühmten Lukas-Moser-Altars aus den Jahren 1431/32. Foto: Georg Kost
TIEFENBRONN, 04.07.2026 (rsr) – Die Veranstaltungsreihe „Musik und Meditation“ in der katholischen Kirche St. Maria Magdalena hat sich längst weit über die Grenzen der Kirchengemeinde hinaus einen Namen gemacht. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher schätzen die besondere Verbindung von Kunst, Spiritualität und Musik, die Jahr für Jahr Menschen aus der gesamten Region nach Tiefenbronn führt.
Am Sonntag, 5. Juli 2026, um 18 Uhr lädt die Kirchengemeinde erneut zu einem meditativen Abend in die historische Pfarrkirche ein. Im Mittelpunkt steht diesmal ein weiterer Bildausschnitt des weltberühmten Lukas-Moser-Altars aus den Jahren 1431/32. Die Betrachtung widmet sich der eindrucksvollen Darstellung der sogenannten „Meerfahrt der Heiligen“.
Die Szene zeigt fünf Freundinnen und Freunde Jesu, unter ihnen Maria Magdalena, die als unerwünschte Verkünder des Evangeliums auf ein Boot gesetzt und ohne Segel und Ruder ihrem vermeintlich sicheren Untergang überlassen werden. Als einziges Zeichen ihrer Hoffnung trägt das Schiff die Siegesfahne des auferstandenen Christus. Was als Verbannung und Abschiebung beginnt, wird zur Geschichte von Aufbruch, Vertrauen und neuer Hoffnung.
Die Bilddarstellung erzählt von Menschen, die trotz existenzieller Bedrohung nicht von Angst geprägt sind. Stattdessen spiegeln ihre Gesichter eine bemerkenswerte Ruhe und Gelassenheit wider. Ihr Vertrauen gründet auf der Gewissheit, sich auch in größter Not in Gottes Hand geborgen zu wissen. Die Verbannten erreichen neue Ufer und bringen die Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu in das Abendland. Die Szene zählt zu den eindrucksvollsten und zugleich aktuellsten Darstellungen des Tiefenbronner Altars, da sie Fragen nach Heimat, Fremdsein, Hoffnung und Vertrauen aufgreift.
Die meditative Erschließung des Bildausschnitts wird von einem abwechslungsreichen musikalischen Programm begleitet. Mitwirkende sind Andela Prpos und Karen Wunderlich an den Violinen, Sarah Blau und Ursula Unruh im Gesang, Andreas Werner an der Gitarre, Thomas Sproll an der Orgel sowie Gisela Heim am Cello.
Heidemarie Stehle spricht von einem besonderen musikalischen Glanzpunkt, der die Bildbetrachtung auf eindrucksvolle Weise ergänzt und vertieft.
Die Kirchengemeinde lädt alle Interessierten herzlich ein, sich auf diesen Abend einzulassen und die einzigartige Verbindung von mittelalterlicher Kunst, geistlicher Besinnung und anspruchsvoller Musik in der besonderen Atmosphäre von St. Maria Magdalena zu erleben. Der Eintritt ist frei.
