Klimaschutz gewinnt an Struktur

Neuer Koordinator stellt Arbeit im Wimsheimer Gemeinderat vor

bei Georg Kost

Klimaschutzkoordinator Fawad Mehmood berichtete erstmals im Gemeinderat Wimsheim über seine Tätigkeit die Bürgermeister Mario Weisbrich (rechts) als nachhaltige Unterstützung wertet. Foto: Georg Kost

WIMSHEIM, 28.01.2026 (rsr) – Mit dem Klimaschutz als kommunalpolitischer Daueraufgabe und der persönlichen Vorstellung des neuen Klimaschutzkoordinators stand die jüngste Sitzung des Wimsheimer Gemeinderats ganz im Zeichen der nachhaltigen Entwicklung. Erstmals berichtete Fawad Mehmood am Dienstagabend im Sitzungssaal des Rathauses ausführlich über seine Tätigkeit und die strategischen Ziele, mit denen die Gemeinde Wimsheim und weitere Kommunen im Heckengäu ihren Beitrag zur Treibhausgasneutralität leisten wollen.

Hintergrund ist die Verpflichtung aus dem Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg, wonach der gesamte Landkreis Enzkreis bis zum Jahr 2040 treibhausgasneutral werden soll. Neben Aufgaben des Landratsamts – etwa in den Bereichen Abfallwirtschaft und Mobilität – kommt dabei den Städten und Gemeinden eine Schlüsselrolle zu. Fast alle Kommunen im Enzkreis haben sich im Rahmen des Klimapakts zu einer klimaneutralen Verwaltung bekannt und erfassen ihre Fortschritte regelmäßig über Energie- und CO₂-Bilanzen.

 Koordination für sieben Kommunen im Heckengäu
Um diese Ziele systematisch voranzubringen, beschlossen mehrere Heckengäu-Biet-Gemeinden bereits 2022 gemeinsam die Einrichtung einer geförderten Vollzeitstelle für Klimaschutzkoordination. Seit dem 1. Februar 2025 ist diese Position mit Fawad Mehmood besetzt, der organisatorisch beim Landratsamt Enzkreis angesiedelt ist. Zuständig ist er für Friolzheim, Heimsheim, Mönsheim, Neuhausen, Tiefenbronn, Wimsheim und Wurmberg.
Mehmood arbeitet dabei eng mit den Verwaltungen vor Ort zusammen. In Wimsheim ist er regelmäßig im Rathaus präsent und stimmt sich insbesondere mit dem Bauamt ab. Ziel ist es, Klimaschutz nicht isoliert zu betrachten, sondern frühzeitig in kommunale Planungen und Entscheidungsprozesse einzubinden.

Von der Bestandsaufnahme zur Maßnahmenplanung
In seinem Bericht an den Gemeinderat skizzierte Mehmood die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Arbeit. Dazu zählen unter anderem die systematische Erfassung kommunaler Energiedaten, der Aufbau von Treibhausgasbilanzen sowie die Entwicklung eines mehrjährigen Arbeits- und Maßnahmenplans. Ergänzt wird dies durch Sachstandsberichte und die Vorbereitung eines Klimamobilitätsplans, der perspektivisch auch Fragen der Verkehrsvermeidung und -verlagerung aufgreift.
Darüber hinaus gab der Klimaschutzkoordinator einen Ausblick auf die anstehenden Aufgaben im laufenden Jahr. Neben der Weiterentwicklung bestehender Konzepte steht dabei vor allem die konkrete Umsetzung einzelner Maßnahmen im Fokus – stets unter Berücksichtigung der finanziellen und personellen Möglichkeiten der beteiligten Kommunen.

Vernetzung, Beratung und Förderung
Ein zentrales Element der Klimaschutzkoordination ist die interkommunale Zusammenarbeit. Durch den regelmäßigen Austausch sollen Erfahrungen gebündelt, Synergien genutzt und insbesondere kleinere Gemeinden entlastet werden, die für die komplexen Anforderungen des Klimaschutzes häufig nicht über ausreichende personelle Ressourcen verfügen. Mehmood versteht seine Rolle dabei auch als Schnittstelle zu regionalen Akteuren, Fachstellen und Institutionen.
Zur Arbeit gehört zudem die Beratung zu Förderprogrammen sowie die Unterstützung bei deren Beantragung. Damit sollen wirtschaftliche Chancen aufgezeigt und Investitionen in klimafreundliche Projekte erleichtert werden. Ergänzend werden Informationsangebote zu Möglichkeiten der Treibhausgasreduktion vermittelt.

Unterstützung aus dem Rathaus
Bürgermeister Mario Weisbrich unterstrich in der Sitzung die Bedeutung der neuen Struktur für die Gemeinde. Durch die Tätigkeit des Klimaschutzkoordinators erhalte Wimsheim nachhaltige fachliche Unterstützung, die es der Kommune ermögliche, ihre Klimaschutzziele gezielt und realistisch zu verfolgen.
Flankiert wird die kommunale Arbeit durch die Energie- und Klimaschutzagentur Pforzheim Enzkreis (keep), die als regionale Anlaufstelle Kommunen, Unternehmen, Vereine und Bürgerinnen und Bürger mit Beratungs- und Bildungsangeboten unterstützt.