Kinderbetreuung in Wurmberg: Stabiler Bedarf, klare Trends und ausreichend Plätze

bei Georg Kost

Kinderbetreuung in Wurmberg: Stabiler Bedarf, klare Trends und ausreichend Plätze. Foto Georg Kost

WURMBERG, 29.04.2026 (rsr) – Wie gut ist die Kinderbetreuung vor Ort aufgestellt – und entspricht sie tatsächlich den Bedürfnissen der Familien? Diese Frage steht im Mittelpunkt der jährlichen Bedarfserhebung der Gemeinde Wurmberg. Die aktuellen Ergebnisse für das Kindergartenjahr 2026/2027 zeigen ein insgesamt positives Bild: stabile Nachfrage, klare Präferenzen bei den Betreuungsformen und eine erfreuliche Perspektive für die Platzsituation.

Breite Datengrundlage und solide Rücklaufquote
Für die Erhebung wurden alle Eltern und Alleinerziehenden mit Kindern angeschrieben, die zwischen Juli 2020 und Dezember 2025 geboren wurden. Insgesamt umfasst diese Gruppe 251 Kinder. Der Rücklauf fiel mit 118 Antworten beziehungsweise 47 Prozent solide aus und bewegt sich damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.
Derzeit besuchen rund 69 Prozent dieser Kinder eine der beiden kommunalen Einrichtungen. Davon entfallen 128 Kinder auf die Kita in Wurmberg und 44 Kinder auf die Einrichtung im Ortsteil Neubärental.

Aktuelle Betreuungssituation im Überblick
Die Kita Wurmberg – einschließlich der Außenstelle „Im Steinernen Kreuz“ – bietet ein differenziertes Betreuungsangebot. Dazu zählen eine Ganztagsgruppe, eine altersgemischte Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten sowie mehrere Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten, teilweise kombiniert mit Halbtagsangeboten. Insgesamt werden dort 115 Kinder im Ü3-Bereich betreut. Hinzu kommen zwei Krippengruppen mit 13 Kindern unter drei Jahren.
In Neubärental stehen eine Halbtagsgruppe und eine Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten zur Verfügung. Hier werden aktuell 44 Kinder betreut, darunter drei unter Dreijährige.

Klare Präferenzen der Eltern
Die Auswertung der Fragebögen zeigt deutliche Trends. Besonders gefragt bleibt die Betreuung mit verlängerten Öffnungszeiten (VÖ). Im Ortsteil Wurmberg entscheiden sich rund 63 Prozent der rückmeldenden Eltern im Ü3-Bereich für dieses Modell, in Neubärental sind es sogar zwei Drittel. Auffällig ist, dass es kaum Änderungswünsche bei den bestehenden Öffnungszeiten gibt – ein Hinweis auf die hohe Zufriedenheit mit dem aktuellen Angebot.

Auch die Halbtagsbetreuung hat sich etabliert. In Wurmberg wünschen sich etwa 21 Prozent der Eltern im Ü3-Bereich einen entsprechenden Platz, in Neubärental liegt der Anteil bei rund einem Drittel. Deutlich geringer fällt dagegen das Interesse an einer klassischen Ganztagesbetreuung aus: Hier äußern lediglich rund elf Prozent der Eltern entsprechenden Bedarf.

Im U3-Bereich zeigt sich ein stabiler Betreuungsbedarf. In Wurmberg werden aktuell 13 Plätze benötigt, in Neubärental drei. Auch hier sprechen sich die Eltern klar für die Beibehaltung der bestehenden Öffnungszeiten aus.

Rechtlicher Rahmen und kommunale Verantwortung
Die Planung der Betreuungsangebote erfolgt auf Grundlage des Kindertagesbetreuungsgesetzes Baden-Württemberg. Dieses verpflichtet die Kommunen, ausreichend Plätze für Kinder ab dem ersten Lebensjahr bereitzustellen. Für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt muss ein bedarfsgerechtes Angebot gewährleistet sein – einschließlich Ganztagsplätzen oder ergänzender Kindertagespflege. Seit 2013 besteht zudem ein gesetzlicher Anspruch auf frühkindliche Förderung ab dem ersten Lebensjahr.

Ausblick: Entspannung bei der Platzsituation
In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Hauptamtsleiter Patrick Hofstetter die Ergebnisse vor und zog eine positive Bilanz. Durch organisatorische Anpassungen – insbesondere die Umwandlung einer Krippengruppe in eine Ü3-Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten – rechnet die Verwaltung im kommenden Kindergartenjahr mit einer deutlichen Entspannung.

Nach aktuellem Stand wird es weder in Wurmberg noch in Neubärental Wartelisten im Ü3-Bereich geben. Damit kann allen Kindern ab drei Jahren ein Betreuungsplatz angeboten werden.

Auch strukturelle Entwicklungen wirken sich positiv aus: Ein geburtenstarker Jahrgang wechselt in die Schule, während ein kleinerer nachrückt. Dadurch entstehen rechnerisch zusätzliche Kapazitäten. Insgesamt gewinnt die Gemeinde sieben weitere Betreuungsplätze.

Die Bedarfserhebung bestätigt, dass die Kinderbetreuung in Wurmberg gut aufgestellt ist. Die Angebote entsprechen weitgehend den Wünschen der Eltern, insbesondere bei den Öffnungszeiten und Betreuungsmodellen. Mit ausreichend verfügbaren Plätzen und einer vorausschauenden Planung sieht sich die Gemeinde auch für das kommende Kindergartenjahr solide gerüstet.