In Tiefenbronn entsteht attraktives Gewerbegebiet in verkehrsgünstiger Lage

Spatenstich markiert den Start für die Erweiterung Gewerbegebiet Ost

bei Georg Kost

Mit dem offiziellen Spatenstich hat die Gemeinde Tiefenbronn den Startschuss für die Erschließung des neuen Gewerbegebiets Ost gegeben. Foto: Georg Kost

TIEFENBRONN, 10.07.2026 (rsr) – Mit dem offiziellen Spatenstich hat die Gemeinde Tiefenbronn den Startschuss für die Erschließung des neuen Gewerbegebiets Ost gegeben. Das Projekt schafft dringend benötigte Gewerbeflächen und soll zugleich die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde langfristig stärken. Nach mehrjähriger Planung rollen nun die Bagger an. Die Fertigstellung der Erschließung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Mit elf symbolischen Spaten und Schaufeln eröffneten Bürgermeister Frank Spottek und die Projektbeteiligten am Donnerstagvormittag offiziell die Bauarbeiten.

In seiner Ansprache blickte Bürgermeister Spottek auf die Entwicklung des Gewerbestandorts zurück. Er erinnerte daran, dass die Geschichte des Gewerbegebiets bereits 1978 begonnen habe und sich der Standort seitdem kontinuierlich weiterentwickelt habe. Mit der nun begonnenen Erweiterung sehe er die Gemeinde für die Zukunft gut aufgestellt. Das Gewerbegebiet bezeichnete Spottek als attraktiv – nicht nur wegen seiner verkehrsgünstigen Lage, sondern auch aufgrund der guten Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr sowie der leistungsfähigen Versorgungsinfrastruktur.

Dem offiziellen Baustart war ein mehrjähriger Planungsprozess vorausgegangen. Die erforderlichen Grundstücke wurden zwischen 2020 und 2023 erworben. Im Jahr 2024 folgte die Aufstellung des Bebauungsplans. Nachdem der Gemeinderat im Mai 2026 die Vergabe der Erschließungsarbeiten beschlossen hatte, konnten die Bauarbeiten nun beginnen. Bauleiter Marco Häfele rechnet mit einer Fertigstellung der Erschließung im Frühjahr 2027.

Für die Gemeinde ist das neue Gewerbegebiet ein wichtiger Baustein ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. Ziel ist es, ortsansässigen Unternehmen dringend benötigte Erweiterungsflächen bereitzustellen und gleichzeitig neue Betriebe anzusiedeln, die zur Wirtschaftsstruktur Tiefenbronns passen.

Die Erweiterungsfläche liegt am Ortseingang von Tiefenbronn aus Richtung Heimsheim und schließt unmittelbar an das bestehende Gewerbegebiet an. Der Standort profitiert von seiner günstigen Lage zwischen den Wirtschaftsräumen Karlsruhe, Stuttgart und Sindelfingen. Die Anschlussstelle der Autobahn A8 bei Heimsheim ist in rund sechs Kilometern erreichbar und kann ohne Ortsdurchfahrt angefahren werden. Als Herausforderung wird allerdings der sanierungsbedürftige Zustand der Landesstraße L573 in Richtung Heimsheim gesehen.

Auch die Energieversorgung ist auf die künftige Entwicklung ausgelegt. Durch das neu errichtete Umspannwerk stehen ausreichend Kapazitäten für die Ansiedlung weiterer Unternehmen zur Verfügung.

Bürgermeister Frank Spottek (d.v.l) und Geschäftsführer Frank Kömpf vom Ingenieurbüro KuP (v.v.l.) erläuterte die technischen Eckdaten des Gewerbegebiets. Foto: Georg Kost

Der erste Bauabschnitt umfasst rund 3,3 Hektar Erweiterungsfläche. Insgesamt entstehen etwa 2,7 Hektar vermarktbare Gewerbeflächen. Erschlossen wird das Gebiet über die Daimlerstraße sowie die Robert-Bosch-Straße. Aufgrund der exponierten Lage am Ortseingang legt die Gemeinde besonderen Wert auf eine hochwertige Architektur sowie eine ansprechende Gestaltung der Außen- und Grünanlagen.

Geschäftsführer Frank Kömpf erläuterte die technischen Eckdaten der Erschließung. Vorgesehen sind zwei Stichstraßen mit einer Länge von rund 70 beziehungsweise 90 Metern sowie die Verlegung von insgesamt etwa 850 Metern Kanalisation. Bereits bei den Arbeiten müsse die spätere Fortführung in einem zweiten Bauabschnitt berücksichtigt werden. Eine besondere Herausforderung stellt zudem die bestehende 110-Kilovolt-Freileitung dar, die das Gebiet derzeit quert. Wie Thilo Schray ergänzte, wird diese auf einer Länge von rund 300 Metern ins Erdreich verlegt, um die Erschließung und spätere Bebauung zu ermöglichen.

Die Grundstücke werden entsprechend den Bedürfnissen der künftigen Unternehmen zugeschnitten. Die Mindestgröße beträgt 1.000 Quadratmeter. Der Kaufpreis einschließlich der Erschließungskosten liegt bei 225 Euro pro Quadratmeter.

Für die Bebauung gelten klare Vorgaben: Entlang der Leonberger Straße dürfen Gebäude eine Höhe von bis zu acht Metern erreichen, in den übrigen Bereichen sind Gebäudehöhen bis zu zwölf Metern zulässig. Bauherren müssen innerhalb von drei Jahren nach dem Grundstückskauf mit der Bebauung beginnen und diese spätestens nach fünf Jahren abschließen. Darüber hinaus ist auf jedem Grundstück ausreichend Fläche für die Rückhaltung von Niederschlagswasser vorzusehen.

Das neue Arbeitsgerät für den Spatenstich findet künftig Verwendung beim Bauhof der Gemeinde. Foto: Georg Kost

Die Bauleistungen für Tief- und Straßenbau sowie den Rohrleitungsbau wurden öffentlich ausgeschrieben. Insgesamt forderten 20 Unternehmen die Ausschreibungsunterlagen an, fünf Angebote gingen fristgerecht ein. Den Zuschlag erhielt die STRABAG GmbH aus Freudenstadt mit einem Angebot von rund 1,1 Millionen Euro brutto. Damit lag das wirtschaftlichste Angebot rund 25 Prozent unter der ursprünglichen Kostenberechnung des Ingenieurbüros. Im Haushalt der Gemeinde sind für die Erschließung insgesamt rund 1,6 Millionen Euro vorgesehen.

Mit dem Beginn der Erschließungsarbeiten setzt Tiefenbronn einen weiteren wichtigen Schritt zur Stärkung seines Wirtschaftsstandorts. Nach Abschluss der Arbeiten im Frühjahr 2027 sollen moderne Gewerbeflächen mit leistungsfähiger Infrastruktur zur Verfügung stehen und sowohl bestehenden als auch neuen Unternehmen attraktive Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Bürgermeister Frank Spottek zeigte sich überzeugt, dass mit der Erweiterung des Gewerbegebiets eine wichtige Investition in die Zukunft der Gemeinde umgesetzt werde.