
Nicht nur der Beitrag der Bietschellen setzte Maßstäbe bei der Prunksitzung des Hau Hu. Foto: Georg Kost
NEUHAUSEN, 25.01.2026 (rsr) – Was für eine Ansage: Mit einer in jeder Hinsicht beeindruckenden Prunksitzung hat der Faschingsverein Hau Hu am Samstagabend in der Monbachhalle Maßstäbe gesetzt. Vier Stunden Nonstop-Programm, getragen von Humor, tänzerischer Klasse und spürbarer Leidenschaft für die Fasnet, boten eine ebenso farbenfrohe wie kurzweilige Gesamtinszenierung. Mehr als 100 ehrenamtliche Akteurinnen und Akteure hatten über Wochen und Monate auf diesen Abend hingearbeitet – und lieferten ein Ergebnis ab, das Publikum und Verantwortliche gleichermaßen begeisterte.
Schon vor dem ersten Programmpunkt vibrierte die ausverkaufte Monbachhalle vor Erwartung. Ein vielstimmiges, von Applaus und Zugaben begleitetes „Hau Hu“ markierte den Start in die heiße Phase der Fasnet-Kampagne 2025/26. Die Prunksitzung erwies sich dabei als weit mehr als ein formeller Auftakt: Sie wurde zu einem kraftvollen Bekenntnis närrischer Lebensfreude, das Frohsinn und Unbeschwertheit nahtlos von Programmpunkt zu Programmpunkt trug. Im Vergleich zur schon sehr guten Novembersitzung hatte sich das Niveau nochmals spürbar gesteigert – ein Umstand, der dem Verein uneingeschränktes Lob vieler Besucherinnen und Besucher einbrachte.

Ein vier Stunden Nonstop-Programm, getragen von Humor, tänzerischer Klasse und spürbarer Leidenschaft für die Fasnet prägte die Prunksitzung beim Hau Hu. Foto: Georg Kost
Mit sicherer Hand führten die Sitzungspräsidentinnen Annabell Lutz und Sandra Grahl durch das 21 Programmpunkte umfassende Programm. Unterstützt wurden sie von Vizepräsidentin Melanie Bourges, die gemeinsam mit ihrem Team im Hintergrund Regie führte und für einen reibungslosen Ablauf sorgte. An ihrer Seite begleiteten Prinzessin Sara I. (Ehringer) und Prinz Lars I. (Brüning) aufmerksam das närrische Geschehen.
Ein besonderer Reiz des Abends lag in der Mischung aus bewährten Kräften und neuen Ideen. Walter Beer und Elke Stoll bewiesen mit ihrem Büttenauftritt „Der perfekte Ehemann“ einmal mehr, warum sie fest zur Hau-Hu-DNA gehören. Ebenso treffsicher agierten Usch Ochs und Franziska Talmon als Clothilde und Babsi: Als Putzfrauen im Rathaus überzeugten sie mit Schlagfertigkeit, Wortwitz und sichtbarer Spielfreude.
Für ein gefeiertes Comeback sorgte OEW (Oerwardederweise) mit Katharina Lutz, Walter Bayer, Valentin Kuhnle, Tanja Hochstein und Christian Lutz – unterstützt von ihrem neuen Popcorn-Manager Matthias Ehrhard. Die augenzwinkernde Frage, ob OEW jemals wirklich weg gewesen sei, beantwortete das Publikum mit entsprechendem Applaus. Einen weiteren humoristischen Akzent setzte der Sketch von Onde, Fabi, Fynn, Marcel, Lara und Tamy, die ihre WhatsApp-Erfahrungen teilten und am Ende feststellten, dass miteinander reden oft einfacher ist. Der hohe Wiedererkennungswert sorgte für schmunzelnde Gesichter im Saal.

Hau-Hu-Jahresorden. Foto: Georg Kost
Ein fester Bestandteil der Prunksitzung ist die Präsentation des Hau-Hu-Jahresordens. In diesem Jahr stand dabei ein besonderer Moment im Mittelpunkt: Annika und Vanessa Kestler präsentierte gemeinsam, mit tatkräftiger Hilfe von Paul Talmon und Fynn Scheitzel den neune Orden.
Das zeitlos moderne Design zeigt einen goldenen Hau-Hu-Zylinder mit einer Hand, in deren Mitte ein stilisiertes Herz prangt – ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für das Ehrenamt und all jene Helferinnen und Helfer, die den Verein im Hintergrund tragen. Ein offen lilafarbener Vorhang rahmt das Motiv und steht sinnbildlich für ein „Vorhang auf“ in eine neue Zeitrechnung beim Hau Hu: Es geht weiter, auch wenn die Suche nach einem ersten Vorsitzenden oder einer Vorsitzenden noch andauert. Zugleich wurde deutlich, dass unter der organisatorischen Handschrift von Melanie Bourges und ihrem Team kreative Impulse entstehen, deren Weiterentwicklung mit Spannung erwartet werden darf.

Annika (l) und Vanessa (r) Kestler präsentieren den neuen Hau Hu Orden. Eine Sonderedition erhielten Prinzessin Sara I. und Prinz Lars I. Foto Georg Kost
Unter großem Beifall erhielten zunächst Prinzessin Sara I. und Prinz Lars I. die Sonderedition, ehe Ehrenmitglieder und weitere Gäste ausgezeichnet wurden.
Tänzerisch setzten die Garden eindrucksvolle Akzente. Die Mini-Garde eröffnete mit sprühender Energie, gefolgt von der kleinen und der mittleren Garde, die mit anspruchsvollen Choreografien, sauberer Synchronität und sichtbarer Bühnenroutine überzeugten. Die große Garde steigerte das Niveau nochmals und erntete begeisterten Beifall. Besondere Glanzlichter setzten das Tanzpaar Louisa Rehwald und Emilia Dörwang mit harmonischem Zusammenspiel sowie das kleine Tanzmariechen Leona Feiler und das große Tanzmariechen Nelly Staude, die mit Ausdrucksstärke, Körperspannung und anmutiger Präsenz für jene stillen Momente sorgten, in denen die Halle kurz den Atem anhielt.
Deutlich uriger wurde es, als die Häsgruppen der Vogelscheuchen gemeinsam mit D’Jonge Hexe einen Überraschungsauftritt für das Prinzenpaar hinlegten und die Bietschellen die Bühne eroberten. Mit viel Bewegung, originellen Ideen und einer deftigen Portion Witz verwandelten sie die Monbachhalle in ein brodelndes Zentrum stimmungsvoller und fröhlicher Fasnet.

Zu den Höhepunkten des Abends zählte die Challenge „Schlag die Bürgermeisterin“. Foto: Georg Kost
Zu den Höhepunkten des Abends zählte die Challenge „Schlag die Bürgermeisterin“. Neuhausens Rathauschefin Sabine Wagner stellte sich mutig der närrischen Herausforderung und trat gegen die Gruppe „Oerwardederweise“, den CDU-Landtagskandidaten Nico Gunzelmann sowie den FDP-Landtagsabgeordneten Erik Schweickert an. Innerhalb einer Minute galt es, das Publikum für sich zu gewinnen: OEW tanzte, Wagner präsentierte sich als Gardetänzerin, in der Bütt und als Rapperin, Schweickert schlüpfte in die Rolle von Slash bei „Guns N’ Roses“ an Bass und Gesang, Gunzelmann überzeugte in der Bütt. Das augenzwinkernde Kräftemessen zwischen Politik und Fasnet sorgte für große Heiterkeit und ließ offen, ob künftig bei dem einen oder anderen die Bütt nicht doch eine ernsthafte Alternative zum Rednerpult sein könnte.

Foto: Georg Kost
So reihte sich Programmpunkt an Programmpunkt, getragen von Witz, tänzerischer Klasse und einer spürbaren Lust an der närrischen Überzeichnung. Am Ende stand ein Abend, der zeigte, wozu ehrenamtliches Engagement, Kreativität und Teamgeist fähig sind – und der die Prunksitzung des Faschingsvereins Hau Hu als überaus gelungenen Höhepunkt der laufenden Kampagne in Erinnerung bleiben lässt.
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