
Im Landratsamt Enzkreis trafen sich Vertreter der Bäcker- und Fleischerinnungen um ihre Neujahrsgaben an Landrat Rosenau und Oberbürgermeister Boch zu übergeben. Foto: LRA Enzkreis, Sabine Burkard
PFORZHEIM/ENZKREIS, 20.01.2026 (stp/enz) – Tradition, regionales Handwerk und soziales Engagement kamen Anfang der Woche im Landratsamt Enzkreis zusammen. Vertreter der Bäcker- und Fleischerinnungen überreichten ihre Neujahrsgaben an Landrat Bastian Rosenau und Oberbürgermeister Peter Boch – verbunden mit einer klaren Botschaft: Die Stärke des Handwerks liegt in Qualität, regionaler Verwurzelung und gesellschaftlicher Verantwortung. Die Spenden kommen auch in diesem Jahr bedürftigen Menschen im Pforzheimer Wichernhaus zugute.
Im Mittelpunkt des Treffens standen eine große Neujahrsbrezel aus süßem Hefeteig sowie ein Korb, reich gefüllt mit Wurst- und Fleischwaren. Übergeben wurden sie von Ralf Jäkle, Vorstandsmitglied der Bäckerinnung Nordschwarzwald, und Armin Dobler, stellvertretender Obermeister der Fleischerinnung Pforzheim-Enzkreis. Beide Innungen setzen mit dieser Geste eine langjährige Tradition fort.
Die symbolische Bedeutung der Brezel griffen Landrat Rosenau und Oberbürgermeister Boch gemeinsam auf. „Die Brezel ist ja ein schönes Sinnbild“, waren sich die beiden Verwaltungschefs einig. „Denn so eng verflochten die einzelnen Stränge und so tragfähig in der Gesamtheit, so vertrauensvoll und stabil arbeiten auch wir als Kommunen mit dem hiesigen Handwerk zusammen.“
Rosenau hob darüber hinaus die wirtschaftliche und strukturelle Bedeutung des regionalen Handwerks hervor. Dessen Stärke liege darin, auf Qualität statt auf Masse zu setzen. „Wichtig ist auch, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Nur dann können sich die lokalen Betriebe langfristig auf dem zunehmend umkämpften Markt behaupten. Und das kommt letztendlich ja wiederum den Städten und Gemeinden zugute.“
Diese Einschätzung teilte auch Bäckermeister Ralf Jäkle aus Friolzheim. „Wir müssen nicht nur tolle Qualität liefern, wir müssen auch flexibel bleiben, uns spezialisieren und Nischen suchen, wenn wir dem Konkurrenzdruck etwa durch große Ketten standhalten wollen“, sagte er. Metzgermeister Armin Dobler aus Knittlingen betonte die Verantwortung des Handwerks für die Kulturlandschaft. Er produziert rund 90 Prozent seiner Wurstwaren selbst und setzt bewusst auf regionale Zutaten. „Der Erhalt unserer wertvollen Kulturlandschaft – seien es landwirtschaftliche Flächen, Weinberge oder Streuobstwiesen – liegt meines Erachtens in der Verantwortung von uns allen. Jeder kann auf seine Weise einen Beitrag leisten, jeder in seiner Nische ist wichtig.“
Oberbürgermeister Peter Boch nutzte die Gelegenheit, um den anwesenden Handwerkern stellvertretend für die gesamte Zunft zu danken – insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel. Auch Ehrenkreishandwerksmeister Rolf Nagel sprach seinen Dank aus, allerdings an Stadt und Enzkreis: für die seit nahezu 30 Jahren bestehende Einladung zur Überreichung der Neujahrsgaben und damit für die kontinuierliche Möglichkeit, die Bedeutung des Handwerks öffentlich sichtbar zu machen.
Die Spenden selbst gehen erneut an das Pforzheimer Wichernhaus. Dort werden sie direkt an bedürftige Menschen weitergegeben. Mitarbeiter Martin Lauber nahm Brezel und Präsentkorb mit sichtlicher Freude entgegen. „Wir bekommen über das Jahr hinweg ja viele Spenden. Aber die hier ist besonders begehrt. Nach nur einem Tag ist meistens schon alles unter die Leute gebracht.“
