Hamberg wird zur Hauptstadt des Wingcar Racing

Weltmeisterschaft mit Fahrern aus aller Welt auf der legendären „Blue King“-Bahn gestartet

bei Georg Kost

Jubel zum Auftakt der Wingcar Racing Weltmeisterschaft: Gregory Pilarsch (rechts) holt sich WM-Platz drei hinter Mauro Carreira und  Jose Garcia Esteban. Foto: Georg Kost

NEUHAUSEN-HAMBERG, 13.05.2026  (rsr) – Mit dem Start der ersten Qualifikationen und Gruppenrennen hat am Dienstag in Neuhausen-Hamberg offiziell die Weltmeisterschaft im Wingcar Racing begonnen. Nach einem intensiven freien Training am Montag kämpfen seit heute rund 40 Fahrer aus Europa, Nord- und Südamerika sowie der Karibik um WM-Titel in mehreren Leistungsklassen.
Damit rückt der beschauliche Ortsteil Hamberg für eine Woche in den Mittelpunkt der internationalen Slot-Racing-Szene – und erlebt ein Motorsportereignis mit außergewöhnlicher internationaler Strahlkraft.

Austragungsort ist die Halle des Sportheims beim 1. FC Alemannia Hamberg, die sich in diesen Tagen in eine hochmoderne Motorsportarena verwandelt hat. Zwischen Werkbänken, Messgeräten, Rennmonitoren und der imposanten achtspurigen „Blue King“-Bahn herrscht seit den frühen Morgenstunden konzentrierte Rennatmosphäre. Zuschauer können die Rennen live verfolgen, während mehrere Bildschirme in der Halle, im Außenbereich sowie in der Gaststätte aktuelle Rundenzeiten und Rennverläufe übertragen.

Auftakt der Wingcar Racing Weltmeisterschaft in Hamberg. Foto Georg Kost

Besondere Aufmerksamkeit gilt den beiden Lokalmatadoren Markus Schrod und Gregory Pilarsch vom heimischen Black Forest Slotracing Hamberg. Sie zählen nicht nur zu den deutschen Teilnehmern der Weltmeisterschaft, sondern waren maßgeblich daran beteiligt, die internationale Titelveranstaltung überhaupt nach Hamberg zu holen. Nach den Austragungen in São Paulo im Jahr 2024 und New York 2025 findet die Weltmeisterschaft damit erstmals in Neuhausen-Hamberg statt.

Der offizielle Rennbetrieb begann am Dienstag zunächst mit der technischen Wagenabnahme. Anschließend folgte die erste Qualifikation, ehe ab Mittag die Gruppenrennen gestartet wurden. Bis einschließlich Sonntag steht nun täglich ein kompletter Renntag auf dem Programm. Der Ablauf bleibt dabei konstant: technische Abnahme ab 10 Uhr, Qualifikation um 11 Uhr und anschließend Gruppenrennen auf der legendären „Blue King“-Bahn.

Gefahren wird in mehreren internationalen Leistungsklassen. Nach dem Auftakt in der Kategorie G 12 folgt am Mittwoch die Klasse G 27 Light. Als erste großer sportliche Höhepunkte gilt am Donnerstag die G 27 Pro – die Königsklasse des klassischen Wingcar Racing. Parallel dazu sorgen zusätzliche Bewirtung und ein Bierwagen rund um den Vatertag für ein besonderes Rahmenprogramm.

Auch abseits der Rennen bietet die Weltmeisterschaft zahlreiche Programmpunkte für Besucher. Am Freitag findet eine große WM-Party mit Publikumsrennen statt. Zuschauer erhalten dabei selbst die Gelegenheit, Slotcars auf der Rennbahn zu steuern. Am Samstag startet die Klasse OMO – „One Motor Open“ – bevor am Sonntag mit der G7-Kategorie die offene High-End-Klasse der Szene ausgetragen wird. Zwischen 16 und 17 Uhr steht zusätzlich ein Kids-Cup auf dem Programm, bei dem Kinder selbst einen Rennwagen auf der WM-Bahn fahren dürfen.

Fahrzeug-Abnahme vor den ersten Rennen. Foto: Georg Kost

Vor allem die G7-Klasse gilt weltweit als technischer Höhepunkt des Wingcar Racing. In dieser offenen Kategorie sind nahezu sämtliche technischen Entwicklungen erlaubt. Selbst Motorwechsel zwischen einzelnen Läufen gehören hier zum Standard. Entsprechend hoch sind Geschwindigkeit, Präzision und Materialaufwand.

Gefahren wird auf einer genormten „Blue King“-Bahn mit acht Spuren und einer Streckenlänge von exakt 47,244 Metern. Die sogenannten Wing Cars zählen zu den schnellsten Slotcars der Welt. Die aerodynamisch optimierten Modellrennwagen verfügen über große Seiten- und Heckflügel, die enormen Anpressdruck erzeugen. Chassis, Motoren, Fahrwerkskomponenten und Karosserien werden von den Fahrern vielfach in aufwendiger Handarbeit individuell entwickelt und gebaut.

Ein Rennen besteht aus acht Läufen von jeweils vier Minuten Dauer. Jeder Fahrer muss dabei einmal auf jeder Spur antreten. Entscheidend sind absolute Konzentration, perfekte Fahrzeugabstimmung und fehlerfreie Technik. Sieger wird, wer nach allen Läufen die meisten Runden absolviert hat. Die Siegerehrungen finden jeweils direkt im Anschluss an die Wettbewerbe statt.

Weltmeisterschaft im Wingcar Racing. Das Rennauto. Foto: Georg Kost

Die Leistungsdaten der Fahrzeuge beeindrucken selbst erfahrene Motorsportfans: Gerade einmal 42 Gramm Gewicht treffen auf eine Beschleunigung, die nach Angaben der Szene sogar schneller als die eines Düsenjets sein kann. Die Strecke wird dabei in weniger als zwei Sekunden umrundet – ein Tempo, das das Wingcar Racing zu einer der spektakulärsten und technisch anspruchsvollsten Formen des Modellmotorsports macht.

Mit der Weltmeisterschaft erlebt Neuhausen-Hamberg in diesen Tagen nicht nur ein außergewöhnliches Sportereignis, sondern auch ein internationales Treffen einer hochspezialisierten Motorsportszene.

Für Besucher bietet sich dabei eine seltene Gelegenheit, die schnellsten Slotcars der Welt aus nächster Nähe zu erleben – mitten im Schwarzwald wo am Dienstagabend Jose Garcia Esteban aus Brasilien den Weltmeistertitel der Rennkategorie G12 vor Mauro Carreira aus Argentinien und Gregory Pilarsch vom Black Forest Slotracing Team Hamberg /The Land – Deutschland gewann. < Fotogalerie >