Gemeinderat Wimsheim stellt Weichen für die Zukunft des Friedhofs

bei Georg Kost

Foto: Georg Kost

WIMSHEIM, 26.02.2026 (rsr) – Wie Menschen Abschied nehmen, verändert sich – und mit diesen Veränderungen stehen auch Kommunen vor neuen planerischen Aufgaben. Weniger klassische Erdbestattungen, steigende Nachfrage nach pflegearmen Grabformen und der Wunsch nach alternativen Bestattungsarten erfordern eine vorausschauende Gestaltung öffentlicher Friedhofsanlagen. Für Städte und Gemeinden bedeutet dies, Flächenbedarf, Infrastruktur und Pflegeaufwand langfristig neu zu bewerten. Vor diesem Hintergrund arbeitet die Gemeinde Wimsheim an einem Friedhofskonzept, das den Wandel der Bestattungskultur ebenso berücksichtigt wie demografische Entwicklungen und ökologische Anforderungen.

In der Gemeinderatssitzung am Dienstag im Rathaus befasste sich das Gremium unter Vorsitz von Bürgermeister Mario Weisbrich mit der Beauftragung einer solchen Konzeption. Friedhöfe sind Teil der kommunalen Daseinsvorsorge, ihre Unterhaltung gehört zu den Pflichtaufgaben der Selbstverwaltung. Ziel ist es daher, die Friedhofsanlage strategisch weiterzuentwickeln und Investitionen langfristig planbar zu machen.

Der Wimsheimer Friedhof an der Friedhofsstraße wurde in den vergangenen Jahren bereits umfassend modernisiert und an veränderte Bedürfnisse angepasst. Zwischen 2015 und 2018 erfolgten unter anderem die teilweise Sanierung der Friedhofsmauer, die Anlage des ersten gärtnergepflegten Urnengrabfeldes, die Errichtung von zwei Urnenstelen sowie die Schaffung eines neuen Urnengrabfeldes in Halbkreisform. Gleichzeitig wurden Wege und Böschungen im östlichen Bereich instandgesetzt. Im Jahr 2019 folgte die Umgestaltung der Aussegnungsräume mit Einbau einer Infrarotheizung sowie die Anschaffung einer Orgel für die Aussegnungshalle. 2022 wurde das Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs neugestaltet, zudem entstand ein zweites gärtnergepflegtes Urnengrabfeld und eine dritte Urnenstele. 2023 wurde der Bereich der gärtnergepflegten Urnengräber rund um die Stelen erweitert.

Trotz dieser Maßnahmen sieht die Verwaltung weiteren Planungsbedarf. Das Friedhofskonzept soll die aktuellen Belegungszahlen auswerten und daraus eine belastbare Prognose entwickeln, Sanierungs- und Umgestaltungsbedarfe aufzeigen sowie eine Priorisierung künftiger Maßnahmen ermöglichen. Ebenso soll planerisch auf den wachsenden Wunsch nach alternativen Bestattungsformen reagiert werden.
Bürgermeister Weisbrich betonte in diesem Zusammenhang, dass der Trend zur Urnenbeisetzung weiterhin anhält und in der Flächenplanung berücksichtigt werden müsse. Zugleich verwies er auf die bereits umgesetzten Verbesserungen und gab zu bedenken, dass allein aufgrund der Grablaufzeiten in Zeiträumen von 50 bis 60 Jahren vorausgedacht werden müsse.

Für die Erstellung der Konzeption liegt ein Angebot des Büros Volker Boden, Freier Landschaftsarchitekt BDLA, vor. Der geschätzte Gesamtaufwand beläuft sich auf etwas über 15.000 Euro netto. Da dieser Betrag die Zuständigkeit der Verwaltung überschreitet, war eine Entscheidung des Gemeinderats erforderlich. Aus Sicht der Verwaltung ist die Beauftragung sinnvoll, um langfristige Planungssicherheit zu schaffen, den Friedhof an veränderte Bestattungsformen anzupassen, Investitionen strukturiert vorzubereiten und eine nachhaltige Entwicklung des Geländes zu gewährleisten. Der Gemeinderat folgte dieser Einschätzung und beschloss einstimmig, das Angebot anzunehmen. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen kommunalen Kleinauftrag zur Erstellung der Friedhofskonzeption abzuschließen. Damit schafft die Gemeinde eine fundierte Grundlage, um den Friedhof auch künftig würdevoll, funktional und zukunftsfähig zu gestalten.