Gemeinderat Wimsheim beschließt Forst-Bewirtschaftungsplan 2026

bei Georg Kost

Symbolfoto: infopress24de

WIMSHEIM, 29.01.2026 (rsr) – Die Forstwirtschaft ist längst zu einem festen Bestandteil kommunalpolitischer Verantwortung geworden. Zwischen Klimaanpassung, Marktmechanismen und dem Anspruch nachhaltigen Handelns entscheidet sich im Gemeinderat, wie zukunftsfähig der kommunale Wald aufgestellt ist. Entsprechend aufmerksam widmete sich das Wimsheimer Gremium in seiner jüngsten Sitzung dem Forst-Bewirtschaftungsplan – einem zentralen Steuerungsinstrument für ökologische Stabilität und wirtschaftliche Tragfähigkeit des Gemeindewaldes im Jahr 2026.

Zum mittlerweile 25. Mal stellte Revierleiter Rolf Müller dem Gemeinderat den aktuellen Sachstand sowie die Planungen für das kommende Forstwirtschaftsjahr vor. Müller, selbst Mitglied des Gemeinderates, ordnete die Entwicklung des Gemeindewaldes fachlich ein und zog zugleich Bilanz über das abgelaufene Wirtschaftsjahr.

Der Holzeinschlag habe mit 599 Festmetern nahezu punktgenau dem geplanten Ansatz entsprochen. Rund 33,35 Prozent der eingeschlagenen Menge entfielen auf Käferholz. Insgesamt sei das Schadholzaufkommen jedoch rückläufig.
Müller streifte auch die aktuelle Marktsituation: Mit etwa 130 Euro pro Festmeter erreiche der Preis für Fichtenholz ein historisch hohes Niveau. Diese Entwicklung verbessere zwar die Erlössituation des Forstbetriebs, stelle jedoch gleichzeitig viele Sägewerke angesichts leerer Lager vor strukturelle Herausforderungen.

Über die reinen Kennzahlen hinaus berichtete Müller über begleitende Maßnahmen und Veranstaltungen rund um den Gemeindewald. Dazu zählte die im März 2025 durchgeführte Waldputzete ebenso wie die Waldbegehung des Gemeinderates. Ergänzend verwies er auf einen Fachvortrag zum Thema Luchs, in dem Fragen des Artenschutzes und der biologischen Vielfalt thematisiert wurden. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Vorstellung des Technikums Laubholz in Göppingen. Die Einrichtung arbeitet an der Entwicklung neuer Technologien und Materialien auf Basis von Laubholz und verfolgt das Ziel, nachhaltige und ressourcenschonende Wertschöpfungsketten aufzubauen.

Bürgermeister Mario Weisbrich hob in diesem Zusammenhang die strategische Bedeutung solcher Forschungsansätze hervor. Die Verbindung von ökologischer Verantwortung und wirtschaftlicher Perspektive sei entscheidend, um den Rohstoff Holz langfristig und zukunftsfähig zu nutzen und zugleich regionale Wertschöpfung zu sichern.

Formell lag dem Gemeinderat der vom Landratsamt Enzkreis – Forstamt zur Anerkennung eingereichte Bewirtschaftungsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2026 vor. Dieser kalkuliert mit Einnahmen in Höhe von 61.840 Euro, die im Wesentlichen aus den Erlösen der Holzernte stammen. Dem stehen geplante Ausgaben von 51.080 Euro gegenüber. Den größten Kostenanteil verursacht die Holzernte selbst mit 41.953 Euro. In der Gesamtschau ergibt sich daraus ein geplantes positives Betriebsergebnis von 10.760 Euro.

Nach kurzer Beratung folgte der Gemeinderat der fachlichen Bewertung der Forstverwaltung und der Verwaltungsspitze. Der Bewirtschaftungsplan 2026 mit den vorgesehenen Einnahmen und Ausgaben wurde einstimmig beschlossen.